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29.04.2005

Abschiedsfest für die Villa Hartenau

Im Jahr 1948 hat die Stadt Graz die idyllische Villa Hartenau erworben und sie als neues Zuhause für damals 60 Mädchen umgestaltet. Seit damals wurde das sozialpädagogische Konzept immer erneuert, die Gruppen verkleinert und bis zum heutigen Tag werden dort koedukative Jugendgruppen vom Amt für Jugend und Familie geführt. Insgesamt wurden seit 1948 1230 Kinder und Jugendliche in der Villa Hartenau betreut. Auf Initiative von Jugendstadträtin Tatjana Kaltenbeck-Michl hat sich die Stadt Graz jedoch entschlossen, die beiden städtischen Jugendheime Villa Hartenau und Kindervilla zu dezentralisieren und in fünf eigenständige Wohngemeinschaften aufzugliedern. In der Überfuhrgasse/Ecke Kalvarienbergstraße und in der Michael-Kienreich-Straße sind bereits zwei eigene Häuser für die Jugendwohngemeinschaft in Bau begriffen und sollen spätestens im Sommer 2005 für je 8 Jugendliche im Alter zwischen 7 und 17 Jahren bezugsbereit sein, die dritte steht kurz vor Baubeginn.

 
Ein Stück Familie

„Es ist nicht selbstverständlich in einer liebevollen Familie aufzuwachsen und von den eigenen Eltern gefördert, erzogen und mit Liebe und Geborgenheit auf ein selbständiges Leben vorbereitet zu werden. Manche Kinder haben aus den verschiedensten Gründen von Beginn ihres Lebens an weniger Chancen als andere, schlechtere Startbedingungen als andere und müssen schließendlich auch ihre Eltern, Geschwister, Familie verlassen, um ihr eigenes Leben führen zu können. Aber viele Kinder haben dann das Glück ein Stück „Familie“ in unseren Einrichtungen zu finden und kennenzulernen. Meiner Meinung nach ist es eine der grundlegenden Aufgaben einer intakten sozialen Gesellschaft, jenen unter die Arme zu greifen, die es nicht so leicht haben. Und so ist es unsere gemeinsame Verantwortung und Aufgabe diese Kinder und Jugendliche zu stützen und ihnen die Chancen zu geben, die ihnen bisher verwährt wurden. Und genau darum bemühen sich die MitarbeiterInnen der Villa Hartenau jeden Tag - seit 56 Jahren“, betonte Jugendstadträtin Tatjana Kaltenbeck- Michl in ihrer Festrede. „Die pädagogischen und auch die räumlichen Anforderungen machen es jetzt aber notwendig, die Kinder und Jugendlichen in Kleingruppen unterzubringen und ihnen möglichst viel familienähnliche Strukturen zu bieten. Daher haben wir im Gemeinderat das Projekt „Dezentralisierung“ beschlossen, das die Auflösung der Villa Hartenau und der Kindervilla zu Gunsten von fünf eigenständigen Wohngemeinschaften beinhaltet. Noch heuer werden drei neue Einrichtungen eröffnet“, freut sich Kaltenbeck-Michl. „Der Abschied ist sicher für die Kinder und Jugendlichen schwer, aber sie freuen sich auch schon sehr auf ihre neuen Zimmer und ihr neues Zuhause, das sie selbst mitgestalten konnten. Es wird ein ganz neuer Anfang für alle Beteiligten werden!“

Quelle: Gabriela Rumpelsberger

 
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