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29.04.2005

Banater Berglanddeutsche zu Gast in Graz

Das Banater Bergland in Rumänien präsentiert sich als multikultureller Schmelztiegel – Rumänen, Serben, Kroaten, Tschechen, Deutsche und Österreicher leben dort miteinander. Die Gebirgskette der Südkarpaten bildet im Osten die natürliche Grenze des Banats. An der Gewinnung der reichen Bodenschätze waren die Habsburger unmittelbar nach der Besetzung dieses Gebiets interessiert, und so kamen bereits 1718, noch vor dem „ersten Schwabenzug“, deutsche Siedler ins Banater Bergland. Es waren Bergleute aus Österreich und Oberungarn – sie ließen sich in eigenen Ortsteilen, den Montanorten, nieder.

 
Heimatverband

Rund 60.000 deutschstämmige Rumänen bevölkern heute das Banater Bergland und halten ihre österreichischen wie deutschen Traditionen hoch. 1981 wurde zur Bewahrung dieser Gruppenidentität der Heimatverband der Banater Berglanddeutschen gegründet.

 
Auf Wirtschaftsmission

Ein Abordnung der Banater Berglanddeutschen unter Vorsitz von Erwin Josef Tigla wurde gestern Abend von Wirtschafts- und Kulturstadtrat Dr. Christian Buchmann empfangen. Die Delegation befindet sich auf Einladung von Landeshauptmann Waltraud Klasnic auf einer viertägigen „Wirtschaftsmission“ durch die Steiermark. Mit großem Interesse verfolgt man im Banater Bergland die wirtschaftliche Entwicklung der Steiermark, die sich vor ungefähr 30 Jahren in einer ähnlichen Situation wie die Rumänen heute befunden hat: Die Veränderung, weg von der Schwerindustrie hin zu Alternativen vollzieht sich nur langsam, veraltete Methoden und Maschinen können aus finanziellen Gründen nur nach und nach gegen moderne ausgetauscht werden. Dennoch, so berichteten die Delegationsmitglieder, schreite die Umstrukturierung durch großes Engagement seitens der BürgerInnen voran und man baue auch auf den Tourismuszweig. Im Banater Bergland gibt es neben Skigebieten auch historisch gewachsene Thermalbäder.

 
Hoffnung auf EU

Der Blick der Rumänen richtet sich in die Europäische Union. Nachdem bereits seit 1999 betreffend eines Beitritts zur Staatengemeinschaft verhandelt worden war, erfolgte kürzlich der Durchbruch – das Europäische Parlament gab grünes Licht. Die Menschen sind nun voller Hoffnung auf die Zukunft. Gheorghe Neicu, Bürgermeister von Anina, zu deutsch „Steierdorf“, berichtete: „Unsere Mentalität ist so, dass für uns neben einer wirtschaftlichen Weiterentwicklung auch der Stabilitätsfaktor einen hohen Stellenwert einnimmt.“ Mit dem Beitritt zur Staatengemeinschaft erhoffen sich die Rumänen Zutritt zu einem wirtschaftlich wie humanitär stabilen Raum und wollen davon auch lernen. Eine solche „Bildungsreise“ stellt der zweite Besuch der Banater Berglanddeutschen in Graz dar, wo man sich vor allem von Unternehmungen, aber auch der kommunalen Verwaltung viel abschauen möchte.

 
Kooperationen

Kooperationen mit der Steiermark und Graz bestehen bereits, zum Beispiel auf dem universitären Sektor. So gibt es Zusammenarbeit mit der Karl-Franzens-Universität und der Montanuniversität in Leoben. Mit diesem zweiten Besuch in Graz erhoffen sich die Banater Berglanddeutschen eine Vertiefung der Beziehungen.

 
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