
Die Geschichte des Ortes rund um den steilen Felsen am Mur-Fluss, den Grazer Schloßberg, beginnt außerhalb unserer Zeitrechnung, in der jüngeren Steinzeit, also vor rund 5.000 Jahren. Das erste markante Datum der Stadt jährt sich im Jahr 2003 zum 875. Mal: Die älteste urkundliche Erwähnung von Graz im Jahr 1128. Zweieinhalb Jahrhunderte später, im Jahr 1379, wird Graz Hauptstadt von „Innerösterreich“ (Steiermark, Kärnten, Krain, Inneristrien und Triest) und damit Residenz der Habsburger bis 1619.
In den folgenden Jahrhunderten prägen italienische Baumeister die Stadt mit ihrer Baukultur. Graz wird eine mächtige Festung des „Heiligen Römischen Reiches“ gegen die Bedrohungen aus dem Südosten. Im Zuge der Napoleonischen Kriege werden 1809 die letzten Festungsanlagen zerstört, ohne je erstürmt worden zu sein. Die Grazer Bürger kaufen allerdings um 2987 Gulden und 11 Kreuzer (nach heutigem Wert ca. 87.000 Euro) den Uhrturm sowie den Glockenturm von der Zerstörung frei - sie sind heute die Wahrzeichen der Stadt.
Graz profiliert sich fortan rein zivil in der Welt der Wissenschaft, der Kultur und der Technik. Heute ist Graz die Hauptstadt des Bundeslandes Steiermark und mit rund einer Viertelmillion EinwohnerInnen die zweitgrößte Stadt Österreichs. Auch das Stadtarchiv hat eine Stadtgeschichte aufbereitet.
2003 geht wohl als eines der bedeutendsten Jahre in die Geschichte der Stadt ein: Graz wurde von den KulturministerInnen der EU zur "Kulturhauptstadt Europas 2003" ernannt und konnte mit einem bunten und vielfältigen Programm Gäste aus aller Welt anziehen und für einen nachhaltigen Erfolg sorgen. Graz hat als Kulturhauptstadt seinen Platz auf der Landkarte zurückerobert und wird seither wieder in einem Atemzug mit Wien und Salzburg genannt.