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Über Graz

Das Historische Zentrum als Welterbe

Aufnahme der Altstadt von Graz in die UNESCO World-Heritage-List (1999)

Das Bild der Grazer Altstadt wird nicht nur durch eine Vielzahl von Baudenkmälern geprägt, sondern auch durch die besondere Einheit von Stadtorganismus und Schloßberg. Neben dieser besonderen Topographie war die hervorragende Erhaltung und Geschlossenheit der Altstadt mit ihrer vielschichtigen Bausubstanz Teil der Begründung für die Aufnahme in die UNESCO World-Heritage-List.

 

Entsprechend der Richtlinien der UNESCO wurde die Altstadt Graz 1999 auf Grund folgender historischer und städtebaulicher Charakteristika in die World-Heritage-List aufgenommen:

  • Als singuläres Stadtdenkmal kann die Stadt Graz mit ihrer hervorragend erhaltenen historischen Altstadt und deren geschlossenem Bauensemble, in dem sich die harmonische Kontinuität der Stile von der Gotik über die italienische Renaissance, Barock und Historismus bis ins 20. Jahrhundert manifestiert, ein steingewordenes Zeugnis vom Wechselspiel europäischer Geschichte an der Schnittstelle zwischen Mittel- und Südosteuropa abgeben.
  • Als habsburgische Kaiser- und Residenzstadt von Innerösterreich im 15. und 16. Jahrhundert bildet die Baukunst dieser Periode der Grazer Altstadt ein signifikantes Beispiel für die Hochblüte der italienischen Renaissance im deutschen Sprachraum.
  • In einer Phase irreversibler Bedrohung traditioneller europäischer Stadtbaukunst findet sich in Graz noch immer eine kongeniale Verbindung der Naturräume von Schloßberg und Stadtpark mit der Altstadt zu einem lebendigen Stadtorganismus, der sich auch durch die sensible Einfügung moderner Architektur und City-Funktionen in das historische Ambiente auszeichnet.
 
Luftbild Stadt Graz 
Luftbild Stadt GrazLuftbild Stadt Graz
 

Die Altstadt von Graz mit dem Schloßberg repräsentiert in der Geschlossenheit ihrer vielschichtigen Bausubstanz und deren hervorragender Erhaltung ein singuläres Denkmal eines historischen Stadtensembles vom Mittelalter bis in die heutige Zeit. Im Einklang mit der besonderen Topografie des Schloßberges manifestiert sich hier ein einzigartiges Dokument der Fernwirkung europäischer Geschichte, habsburgischer Repräsentanz und Machtentfaltung sowie des Gestaltungswillens der Grazer BürgerInnen.

 
Der Hauptwachplatz (Hauptplatz), um 1840, Conrad Kreuzer, Tempera 
Der Hauptwachplatz (Hauptplatz), um 1840, Conrad Kreuzer, TemperaDer Hauptwachplatz (Hauptplatz), um 1840, Conrad Kreuzer, Tempera
 
Hauptplatz mit Schlossberg, 2000, Blick noch Nordosten 
Hauptplatz mit Schlossberg, 2000, Blick noch NordostenHauptplatz mit Schlossberg, 2000, Blick noch Nordosten
 
Die historischen Verkehrswege, die sich immer noch im Stadtbild abzeichnen, die gedrängten Häuserzeilen der Sackstraße und Sporgasse, die den Schutz des Burgberges suchen, die mittelalterlichen Stadterweiterungen nach Süden und Osten, die Spur der Ghettomauern, denen noch heute Straßenzüge folgen, die Gebäudekomplexe, die die großartigen Renaissancebefestigungen nachzeichnen, weil sie deren Fundamente nutzten: durch eine glückliche Fügung blieb das alles konserviert. Klar und lückenlos, wie kaum anderswo, spiegelt sich im Stadtbild seine Entwicklungsgeschichte wider. Jede Stilphase ist mit charakteristischen qualitätvollen Gruppen von Baudenkmälern vertreten, die sich zu einem einheitlichen Ganzen zusammenfügen, dominiert vom hochaufragenden Schloßberg, malerisch durchflossen vom Fluss Mur. Die Altstadt von Graz zählt somit zu den schönsten und bedeutendsten Stadtdenkmalen Europas. Der Kundige kann in diesem Dokument die Geschichte der Stadt lesen und begreifen - doch kein/e BesucherIn kann sich der Faszination, der unvergleichlichen Aura dieser Stadt entziehen.
 
Astrid. M. Wentner
 
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