

Auf gute Zusammenarbeit: Polens Botschafter Marek Jedrys (Mi.) mit Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl (4. v.li.) und VertreterInnen der Stadtregierung bei der Eintragung ins Goldene Buch.Von Michaela Krainz
Polen zählt zu den "Newcomern" in der Europäischen Union und ist an einer engen Zusammenarbeit mit Österreich, insbesondere der Steiermark und Graz interessiert. Bereits bestehende Kontakte konnten nach dem 1. Mai 2004 noch weiter vertieft werden. Vor allem aber wolle man die menschlichen "Brückenschläge" forcieren.
Dies berichtete der polnische Botschafter in Österreich, Marek Jedrys, der heute zu Besuch im Rathaus war und sich bei dieser Gelegenheit ins Goldene Buch der Stadt eintrug. Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl empfing den ausgezeichnet deutsch sprechenden Diplomaten - "Seit fünfeinhalb Jahren!" - gemeinsam mit den Stadtregierungsmitgliedern Dr. Christian Buchmann, Mag. Dr. Wolfgang Riedler, Tatjana Kaltenbeck-Michl, Ernest Kaltenegger sowie den Klubobmännern Dr. Peter Piffl-Percevic und Karl-Heinz Herper. Der Bürgermeister lobte Polens Bemühungen zum großen "Europaprojekt" seinen Beitrag leisten zu wollen und unterstrich die traditionell guten Beziehungen zum Heimatland des Botschafters.
Marek Jedrys betonte, dass sich Polen nach der Wende von 1990 stets auch in Richtung Österreich orientiert und eine Zusammenarbeit immer angestrebt hat: "Wir verstehen uns als ein Teil dieser Region und möchten, dass sich vor allem die Menschen näher kommen." Neben den wirtschaftlichen Beziehungen seien es besonders die menschlichen, die zum Miteinander beitragen würden. Nach 1990 sah sich Polen mit einer schwierigen Situation konfrontiert: "Wir hatten keine europäische Perspektive und praktisch lauter neue Nachbarn." Aus dieser Situation heraus hat das Land viel gemeistert und seine beiden Ziele, der Nato und EU beizutreten, erreicht. Nun sei man aber gerade in der Staatengemeinschaft ein Neuling und noch auf Hilfe der alteingesessenen Mitglieder angewiesen. Jedrys betonte jedoch: "Wir wollen nicht immer Nettozahler bleiben und uns rasch auf eigene Beine stellen." In Graz wolle man sich besonders in Fragen des kommunalen Managements informieren: "Wir sind da für Tipps und Ratschläge dankbar", nahm der Botschafter die ihm angebotene Unterstützung seitens der Grazer Stadtregierung gerne an.