
Von Dr. Klaus Hejny, Amtstierarzt im Veterinärreferat
Die Silvesternacht ist für die meisten Tiere alles andere als ein guter Jahresabschluss bzw. -beginn: Hunde und andere Haustiere reagieren verstört auf das Krachen zu Silvester; übermäßiger Lärm und ungewohnte Lichtreflexe lösen bei den Tieren Angstsymptome wie Zittern, Durchfall oder Bellorgien aus. Wenn Hunde oder auch Katzen am Silvesterabend „verrückt spielen”, so kann es sich entweder um eine begründete Furchtreaktion handeln (das Tier hat etwas Schreckliches im Zusammenhang mit einem Knall erlebt) oder um unbegründete diffuse Angst, die teilweise auch (unbeabsichtigt) anerzogen worden sein kann.
Schussgeräusche werden auch von vielen TierbesitzerInnen als bedrohlich empfunden. Sie „erwarten” dann von ihrem Hund regelrecht eine erschreckte Reaktion, sehen zu ihm hin – und wenn der Hund tatsächlich zusammenzuckt oder den Kopf duckt, versuchen sie, ihn zu beruhigen. Mit dieser gutgemeinten Reaktion, geben sie aber dem Ereignis eine besondere Bedeutung. Sie „trainieren" den Hund auf diese Weise regelrecht, bei Knallerei oder Schüssen Angstverhalten zu zeigen und „belohnen" ihn bei entsprechender Reaktion durch Zuwendung!
Eine Ruhigstellung des Haustiers wird nicht mehr empfohlen, da diese nur kurz wirksam sein kann, aber die Knallerei schon viel früher beginnt. Wiederholte Medikationen wären erforderlich, sind aber aus veterinärmedizinischer Sicht nur nach genauerster Gesundheitskontrolle zulässig. Seien Sie deshalb einfach für Ihren vierbeinigen Liebling da, ohne zu viel Aufhebens über die Knallerei zu machen!