

Der erste Eintrag in das neue "Goldene Buch" der Stadt Graz kam von überaus prominenter Hand: Der ehemalige Staatspräsident der UdSSR, Dr. Michail Gorbatschow, bei seiner Unterschrift. Rechts Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl, links Bgm.-Stv. Walter Ferk. 
Friedensnobelpreisträger Gorbatschow zeigte sich bei seinem Besuch im Rathaus bestens gelaunt und scherzte mit seinen Gastgebern Bgm. Mag. Siegfried Nagl (r) und Bgm.-Stv. Walter Ferk (l). 
Autorin: Angela Schick
Gerade erst im Amt, konnte der neue Bürgermeister der Stadt Graz, Mag. Siegfried Nagl, gleich höchst prominenten Besuch begrüßen: Den ehemaligen Staatspräsidenten der UdSSR, Dr. Michail Gorbatschow, der mit "Perestroika" und "Glasnost" die Sowjetunion reformiert hatte, ein "Vater" der Deutschen Einheit war und für seinen Einsatz zur weltweiten Friedenssicherung 1990 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.
Gestern Nachmittag kam es in der Grazer Stadthalle beim "Dialog für Europa", bei dem Gorbatschow mit dem deutschen Altbundeskanzler Dr. Helmut Kohl über die Zukunft Europas diskutierte, zu einem ersten Treffen Gorbatschow/Nagl. Heute Vormittag besuchte der Friedensnobelpreisträger das Grazer Rathaus und trug sich in das "Goldene Buch der Stadt Graz" ein - neben Altbürgermeister Alfred Stingl hatten sich die Stadtregierung mit Bgm.-Stv. Walter Ferk, den Stadträten Mag. Dr. Christian Buchmann, Detlev Eisel-Eiselsberg, Mag. Dr. Wolfgang Riedler und DI Dr. Gerhard Rüsch, die höchsten Beamten der Stadt und die Obleute der Gemeinderatsklubs zu diesem hohen Anlass eingefunden.
Die Tore Europas geöffnet
Bei seinen Begrüßungsworten erinnerte Bürgermeister Mag. Nagl an das gestrige historische Treffen der beiden "Architekten" der Deutschen Einheit, deren Entscheidungen die Welt verändert haben. "Wir durften gestern Ihrem sehr lehrreichen und interessanten Dialog mit Altbundeskanzler Dr. Kohl lauschen, und wir sind sehr dankbar, dass Sie die Geschichte Europas in eine solche Richtung gelenkt haben. Sie haben die Tore Europas einen Spalt aufgemacht - so ist auch Graz, das fünf Jahrzehnte lang in einer Randlage war, wieder in das Zentrum Europas gerückt. Dadurch tun sich für uns viele Chancen auf", dankte Nagl dem kürzlich 72 Jahre alt gewordenen Gorbatschow für seine Entscheidung.
Nagl gab auch seiner Freude darüber Ausdruck, dass zu dem vom Magazin "Klipp" organisierten "Dialog für Europa" ein Sonderzug durch den Kontinent gefahren ist und rund 1.500 junge Leute nach Graz gebracht hat, die sich hier in Frieden getroffen und Freundschaft geschlossen haben.