Suche starten


News + Aktuelles
Sie sind hier:

30.10.2003

Wie viel kostet ein Kubikmeter Schnee?

Schneefall ist kostenlos - für seine Beseitigung liegen jedoch 1,8 Millionen Euro bereit

Autorin: Sonja Tautscher

Schnee fällt natürlich kostenlos, und er würde auch keine Ausgaben verursachen, wenn er gleich wieder schmelzen würde. Weil unser Klima aber anderes erwarten lässt, haben sich die Grazer Wirtschaftsbetriebe wieder gründlich auf die kommende Wintersaison vorbereitet. Die geplanten Kosten, um die weiße Pracht mit ihren Folgen wieder zum "Schnee von gestern" zu degradieren, liegen bei rund 1,8 Millionen Euro.

150 Arbeitskräfte

Die Arbeiten umfassen dabei die Streuung mit Splitt, umweltfreundlichen Auftaumitteln und in Ausnahmezonen mit Salz, die Schneeräumung und das Einkehren des Splitts. Um die rund 900 Kilometer langen Straßen und Wege in Graz verkehrssicher zu machen, stehen in den kommenden Monaten 150 Arbeitskräfte und 66 Fahrzeuge zur Verfügung. Damit kann ein "normaler" Winter aus eigenen Kräften bewältigt werden.

Prioritäten

Die Wirtschaftsbetriebe ersuchen die Grazer Bevölkerung um Verständnis, dass bei Schneefällen nicht das gesamte Straßennetz gleichzeitig geräumt werden kann. Die Prioritätenreihung sieht folgendermaßen aus:
· Stufe 1: umfasst alle Straßenzüge, die von öffentlichen Verkehrsmitteln befahren werden, wichtige Durchzugsstraßen, die Innenstadt sowie Radwege, die baulich von der Straße getrennt sind;
· Stufe 2: beinhaltet Bergstraßen und die wichtigsten Straßenverbindungen in den Stadtrandgebieten;
· Stufe 3: beinhaltet alle übrigen Straßen und Wege.


Teurer "Jahrhundertwinter"

Bei extrem hohen Schneemengen wurden in der Vergangenheit zusätzlich private Firmen mit der Schneeabfuhr und dessen "Entsorgung" in die Mur beauftragt. Im "Jahrhundertwinter 1986", als binnen kurzer Zeit rund 80 Zentimeter Schnee fielen, entstanden dadurch zusätzliche Kosten in Millionenhöhe. Angesichts der angespannten Finanzlage und der hohen Feinstaub-Werte der Luft wird sich Stadträtin Wilfriede Monogioudis vorbehalten, auf diese Zusatzleistung gegebenenfalls zu verzichten, wie sie heute in einer Pressekonferenz erklärte. Bei winterlichen Verhältnissen gilt ohnehin: Wer auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigt, spart Nerven und die Mühen des "Ausschaufelns" des Autos.

Räumen und streuen

Die Wirtschaftsbetriebe appellieren auch heuer wieder an die Liegenschaftseigentümer, ihren Verpflichtungen als Anrainer nachzukommen. Gehsteige vor dem Haus müssen in der Zeit von 6 bis 22 Uhr geräumt und bestreut werden. Aber Achtung: Aus Umweltschutzgründen gilt ein Salzstreuverbot, das nur bei extremen Eisregen aufgehoben wird.

 
  • socialbuttons