
Autor: Wolfgang Maget
Zur Erfolgsgeschichte wurde der zunächst als Versuch gestartete Einsatz der Grazer Nachtbusse: Die hohe Akzeptanz des Busangebotes für "Nachtschwärmer" quer durch die gesamte Stadt in den Nächten auf Samstag und Sonntag sorgte jetzt dafür, dass der Gemeinderat in seiner gestrigen Sitzung einstimmig die Verlängerung der Aktion beschloss. Ein Ja gab es auch zur Prioritätenreihung im öffentlichen Verkehr, die die Verlängerung der Linie 6 vor den Ausbauplänen für den Vierer in "Führung" sieht, und zur finanziell abgespeckten Neugestaltung der Oberfläche des Karmeliterplatzes.
Gut angekommen
Exakt 85.173 Fahrgäste nahmen heuer von 12. Jänner bis einschließlich 23. November die sieben Nachtbuslinien im gesamten Stadtgebiet in Anspruch - eine Zahl, die der Grazer Gemeinderat in seiner gestrigen Sitzung unter der Leitung von Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl zum Anlass nahm, einstimmig für eine Verlängerung des von Stadt Graz, Grazer Stadtwerken und Steirischem Verkehrsverbund ermöglichten Angebotes zu stimmen. Die Stadt Graz wird im nächsten Jahr 300.000 Euro flüssig machen, um den "Nachtschwärmern" den Heimweg an den Wochenenden zu versüßen.
Tram-Prioritäten
Einen Grundsatzbeschluss des Gemeinderates gab es auch für eine Prioritätenreihung im Straßenbahnausbau, die als Nummer eins die Verlängerung der Linie 6 ins Peterstal vorsieht. Dahinter folgen der Ausbau der Linie 4 zum Einkaufszentrum Sternäckerweg in Liebenau, die Errichtung des Nahverkehrsknotens Puntigam mit Verlängerung der Straßenbahnlinie 5 und der Nahverkehrsknoten Don Bosco sowie eine Entlastungsstrecke für die Innenstadt, die über Griesplatz und Vorbeckgasse zur Feuerbachgasse führen soll. Dahinter rangieren die Anbindung des Grazer Südwestens in mehreren Varianten und Kombinationen, eine neue Uni-Ringlinie 2, die Verlängerung des Siebeners ins Stiftingtal, ein langer Fünfer bis zum Nahverkehrknoten Puntigam/Center West, die Nahverkehrsdrehscheibe Hauptbahnhof und eine Neubaustrecke Linie 9 zwischen Gösting und Liebenau-West.
Karmeliterplatz
Einstimmig gab der Gemeinderat gestern auch "grünes Licht" für eine aus Rücksicht auf die budgetäre Lage stark abgespeckte Gestaltung des Karmeliterplatzes. Mit 1,1 Millionen Euro soll jetzt nur noch ein Bruchteil der ursprünglich vorgesehenen sieben Millionen Euro eingesetzt werden, um dem Karmeliterplatz eine neue Oberfläche zu geben. Geplante Wasserelemente werden ebenso eingespart wie eine aufwändige Fassadenbeleuchtung, die Zahl der Baumpflanzungen wird reduziert, und statt der teuren Betonsteine wird ein Großteil des Platzes mit kostengünstigerem Asphalt ausgeführt. Der neue Karmeliterplatz soll bis Ende nächsten Jahres fertig sein.