Suche starten


News + Aktuelles
Sie sind hier:

26.05.2006

„Steil-Pass“ in neues Zeitalter

Magistrat ist fit für neuen Hochsicherheitspass – Start im Juni?

Präsentation des neuen Sicherheitspasses: Bgm.-Stv. Walter Ferk, die Leiterin des Grazer BürgerInnenamtes, Dr. Ingrid Bardeau (rechts), und die Leiterin des ServiceCenters der Stadt Graz, Elfie Melnizky. 
Präsentation des neuen Sicherheitspasses: Bgm.-Stv. Walter Ferk, die Leiterin des Grazer BürgerInnenamtes, Dr. Ingrid Bardeau (rechts), und die Leiterin des ServiceCenters der Stadt Graz, Elfie Melnizky.Präsentation des neuen Sicherheitspasses: Bgm.-Stv. Walter Ferk, die Leiterin des Grazer BürgerInnenamtes, Dr. Ingrid Bardeau (rechts), und die Leiterin des ServiceCenters der Stadt Graz, Elfie Melnizky.
 

Von Wolfgang Maget

Fitness und gutes Passverhalten wird bei der demnächst startenden Fußball-Weltmeisterschaft der Schlüssel zum Erfolg sein – aber nicht nur dort: Der neue Hochsicherheitspass mit Computerchip, der voraussichtlich im Juni eingeführt wird, stellt die Passbehörden vor neue Herausforderungen. „Aber Graz ist bereits fit dafür“, freut sich der fürs BürgerInnenamt zuständige Bürgermeister-Stellvertreter Walter Ferk. Immerhin hatte die Ausstellung von 56 Probepässen durch das Grazer ServiceCenter klaglos funktioniert. Für die Stadt Graz bringt der neue Pass jedoch auch eine finanzielle Mehrbelastung – und für die Bürger eine längere Wartezeit.

Spätestens am 28. August müssen laut Vorgaben der Europäischen Union alle Mitgliedsstaaten den neuen Hochsicherheitspass mit Computerchip eingeführt haben – in Österreich deutet derzeit vieles auf einen „Anpfiff“ am 6. Juni hin. Den Startschuss gibt das Innenministerium – und zwar auf Basis der Auswertung eines Probelaufs, bei dem österreichweit am 15. Mai 2.000 Passanträge als Test eingegeben worden waren. 56 dieser Anträge waren aus dem ServiceCenter im Grazer Amtshaus abgeschickt worden – „und es hat sich gezeigt, dass wir schon fit sind“, freute sich heute der fürs BürgerInnenamt zuständige Bürgermeister-Stellvertreter Walter Ferk in einer Pressekonferenz. ServiceCenter-Leiterin Elfie Melnizky bestätigte das aus der Praxis: „Alle Pässe sind innerhalb der Frist von fünf Werktagen bei uns eingetroffen, die Daten waren überall richtig, mit Ausnahme eines einzigen Sonderzeichens, bei dem noch geklärt wird, wo dieser winzige Fehler passiert ist!“

 
Neuer Pass wird in Wien produziert

Was ändert sich jetzt durch den Hochsicherheitspass für die Stadt Graz und die Bevölkerung? „Da die Produktion jetzt erheblich teurer wird, die Pässe für die Bürger aber weiterhin 69 Euro kosten wie bisher, kommt eine jährliche Mehrbelastung von 325.000 Euro auf die Stadt Graz zu“, weiß Ferk. Ein finanzieller Ausgleich durch den Bund wäre schön – aber das spielt es wieder einmal nicht. Allerdings steht auch der Bürgermeister-Stellvertreter voll hinter dem neuen Pass, der ein Beitrag zu mehr Sicherheit sei. Die Bevölkerung verliert durch das neue Dokument allerdings einen großen Vorteil der vergangenen Jahre: Seit Übernahme des Passwesens durch die Stadt hatte man den Reisepass bei Mitnahme aller Unterlagen gleich mitnehmen können – „was die Bevölkerung sehr geschätzt hat“, wie Melnizky und die Leiterin des BürgerInnenamts, Dr. Ingrid Bardeau, aus der Praxis wissen. Da die neuen Pässe nur durch die Staatsdruckerei in Wien hergestellt werden, muss man künftig bis zu fünf Werktage auf das Dokument warten, das per RSb-Brief nachweislich zugestellt wird, und zwar an eine Wunschadresse, die ebenso gut die Wohnadresse wie der Arbeitsplatz sein kann.

 
Datenchip ist im Passrücken "versteckt"

Passanträge werden in Graz entweder im ServiceCenter der Stadt im Amtshaus oder bei der Bezirkshauptmannschaft Graz-Umgebung in der Annenpassage am Hauptbahnhof entgegengenommen. Grundsätzlich kann jeder österreichische Staatsbürger unabhängig vom Wohnsitz bei allen Bezirkshauptmannschaften, Magistraten und berechtigten Gemeinden in ganz Österreich einen Reisepass beantragen.

Der neue Hochsicherheitspass unterscheidet sich vom bisherigen Reisedokument nicht nur durch den Chip, der im verstärkten Rückendeckel versteckt ist, sondern auch durch ein eingescanntes Foto. Das Format und die bordeauxrote Farbe bleiben unverändert. Spezielle Technologien sollen das „Auslesen“ der Chip-Daten durch Unbefugte unmöglich machen. Auf dem Chip sind übrigens nur jene Daten gespeichert, die auch in anderer Form im Reisepass zu finden sind: Name, Passnummer, Geburtsdaten, Gültigkeitsdauer und das digitale Foto.

 
Notpass und Expresspass

Was Bardeau und Melnizky den Grazerinnen und Grazern raten: „Bitte schauen Sie rechtzeitig, wann der alte Reisepass abläuft!“ Wer nämlich erst am Tag vor einer Reise oder gar erst am Flughafen bemerkt, dass er mit seinem Dokument nicht mehr im gewünschten Land einreisen kann, hat nur noch die Möglichkeit eines Notpasses, der ebenfalls 69 Euro kostet und nur für diese eine spezielle Reise gilt. Wer etwas früher draufkommt, aber die Fünf-Werktage-Frist bis zur Zustellung nicht abwarten kann, kann für 100 Euro einen Expresspass wählen, der binnen drei Werktagen geliefert wird. Ein Kinderpass – ohne Chip – kostet 26 Euro, ein Kinder-Expresspass ohne Chip 38 Euro.

 
Alte Reisepässe bleiben gültig

Besonders wichtig: „Niemand muss mit Einführung des Hochsicherheitspasses sofort das neue Dokument holen – die alten Reisepässe bleiben bis zum angegebenen Ablaufdatum gültig“, warnen Ferk, Bardeau und Melnizky vor jeder Hektik. Auch die Hochsicherheitspässe gelten dann für zehn Jahre – außer bei Kindern: Unter Zweijährige bekommen einen Pass mit zwei Jahren, Zwei- bis Zwölfjährige mit fünf Jahren Gültigkeitsdauer. Reisepässe für über Zwölfjährige sind wie die Erwachsenen-Pässe zehn Jahre lang gültig.

Für alle Fragen, etwa die komplizierten Einreisebestimmungen in die USA, gibt es im Grazer ServiceCenter eine Hotline unter Telefon 872-51 11. Im Internet gibt es Rat und Hilfe auf der städtischen Homepage unter www.graz.at/pass über Einreisebestimmungen in andere Länder informiert die Homepage des Außenministeriums unter www.bmaa.gv.at.

 
  • socialbuttons