Suche starten


News + Aktuelles
Sie sind hier:

04.08.2006

Damit das Wasser nicht bis zum Hals steht ...

Neue Broschüre zum Selbstschutz vor Hochwasser

Mitautor Andreas Kobel, Bgm-Stv. Walter Ferk und Branddirektor Dr. Otto Meisenberger (v. l.) mit der neuen Hochwasserschutz-Broschüre. 
Mitautor Andreas Kobel, Bgm-Stv. Walter Ferk und Branddirektor Dr. Otto Meisenberger (v. l.) mit der neuen Hochwasserschutz-Broschüre.Mitautor Andreas Kobel, Bgm-Stv. Walter Ferk und Branddirektor Dr. Otto Meisenberger (v. l.) mit der neuen Hochwasserschutz-Broschüre.
 

Von Wolfgang Maget

Tausende Hilferufe binnen weniger Minuten, mehr als 500 Einsätze im gesamten Stadtgebiet – so dramatisch präsentierte sich die Lage vor ziemlich genau einem Jahr, als im August das Hochwasser über halb Graz hereinbrach. Die Erfahrungen von damals bildeten nicht nur den Grundstein für einen Maßnahmenplan, wie man Graz entlang der Mur wassersicher macht, sondern auch für einen Ratgeber, wie man sein eigenes Zuhause von Vornherein schützen kann. Die von der städtischen Abteilung für Katastrophenschutz und Feuerwehr produzierte Broschüre „Selbstschutz bei Hochwasser“ wurde heute von Bürgermeister-Stellvertreter Walter Ferk vorgestellt; sie ist ab sofort kostenlos in allen Bezirksämtern, im Rathaus, im Amtshaus und natürlich bei der Feuerwehr am Lendplatz erhältlich.

 
Dem Wasser den Weg versperren

„Es ist unbestreitbar, dass wir in Graz vor allem im Bereich der Bäche Nachholbedarf in Sachen Hochwasserschutz haben“, bekannte der für die Feuerwehr zuständige Bürgermeister-Stellvertreter Walter Ferk heute bei der Präsentation der neuen Broschüre „Selbstschutz bei Hochwasser“ im Grazer Rathaus. Wo in der Vergangenheit in Überschwemmungsgebieten gebaut worden sei, müsse die Kommune auch für möglichst guten Schutz sorgen. Allerdings könnte jeder einzelne Hausbesitzer auch selbst vorbeugend dafür sorgen, dass er seine eigenen vier Wände vor einer Katastrophe wie im Vorjahr bewahrt: Das beginne damit, dass man dem Wasser den Weg ins Haus versperre, etwa durch Sandsack-Barrieren oder Dammbalkensysteme, und reiche über den Schutz von Installationen und Heizungen bis hin zur Anschaffung von Pumpen für den Ernstfall, zitierte Ferk aus der Broschüre. Wertvolle Gegenstände sollte man keinesfalls in überflutungsgefährdeten Kellerräumen lagern.

 
Detaillierte Checkliste für den Notfall

Alle Details bis hin zu einer Checkliste, was man im Haus für den Notfall bereithalten sollte, findet man in dem von Mag. Wolfgang Hübel und Andreas Kobel vom Referat für Zivilschutz gestalteten Folder, der auch im Internet unter der Adresse www.graz.at im Menüpunkt Sicherheit/Zivilschutz abgerufen werden kann. Ferk empfiehlt das informative Werk nicht nur jedem Besitzer eines Einfamilienhauses, sondern auch für Hausgemeinschaften.

 
Feuerwehr legte Sandsack-Depots an

Für den Branddirektor der Grazer Berufsfeuerwehr, Dr. Otto Meisenberger, ist im Vorjahr in Graz eine 30-jährige Glückssträhne im Bezug auf Naturkatastrophen jäh gerissen: „Seither häufen sich Hochwasser und Stürme – und laut unseren Erfahrungen werden die meisten Menschen davon völlig unvorbereitet getroffen!“ Er appellierte an die Bevölkerung, sich für die prognostizierte Häufung solcher Ereignisse in Zukunft zu rüsten. Für die Feuerwehr sei es im Ernstfall nahezu unmöglich, aus Tausenden fast gleichzeitig einlangenden Notrufen die dringendsten herauszufiltern – Vorbeugung hilft auch hier viel. „Vor allem Anrainer in Nähe der Bäche sollten genau schauen, wie sie sich wappnen können“, rät Meisenberger. Die Feuerwehr hat übrigens für jene Stellen, die besonders hochwassergefährdet sind, strategische Sandsack-Depots angelegt, um die ärgsten Folgen zu mildern.

Broschüren-Mitautor Andreas Kobel betonte, dass man in den Ratgeber auch Erfahrungen aus Deutschland habe einfließen lassen: „Vor allem entlang des Rheins hat man bereits lange Erfahrungen im Umgang mit Überschwemmungen, die dort jährlich vorkommen!“ Von diesem reichen Erfahrungsschatz ließen sich Hübel und Kobel für ihr Werk inspirieren.

 
Menschenschutz an oberster Stelle

Wie geht es in Sachen Hochwasserschutz in Graz seitens der Stadt weiter? „Unsere zuständigen Bauabteilungen und der dafür zuständige Stadtrat Gerhard Rüsch sind gefordert, rasch Sicherungsmaßnahmen auszuarbeiten und umzusetzen“, stellt Ferk klar, dass der Menschenschutz an oberster Stelle stehen muss. Rechenmodelle für die Mur sollen jetzt von einem 1.000-jährlichen Hochwasser bis zur Katastrophe einer 5.000-jährlichen Überschwemmung ausgedehnt werden, auch für die Bäche ist ein eigenes Berechnungsmodell in Arbeit. In Zeiten, in denen sämtliche Klimaexperten eine weitere Häufung extremer Wetterereignisse vorhersagen, sicher ein Gebot der Stunde...

 
  • socialbuttons