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28.12.2006

Raketen-Verzicht wäre ein Kracher!

Knallerei belastet Luft, verängstigt Menschen und Tiere

So schön ist das Feuerwerk am Grazer Schloßberg - wozu also privat Geld für Raketen und Kracher ausgeben? 
So schön ist das Feuerwerk am Grazer Schloßberg - wozu also privat Geld für Raketen und Kracher ausgeben?So schön ist das Feuerwerk am Grazer Schloßberg - wozu also privat Geld für Raketen und Kracher ausgeben?
 

Von Wolfgang Maget

Für viele Grazerinnen und Grazer gehören sie zum Jahreswechsel wie der Kater am Neujahrsmorgen – die Raketen und Kracher, die alljährlich abgefeuert werden. Doch bei weitem nicht alle freuen sich über diese Tradition: Vor allem ältere oder kranke Menschen und Kleinkinder werden verängstigt, zahlreiche Haustiere geraten in Panik und verlaufen sich – und die ohnehin schon belastete Grazer Luft zeigt deutlich höhere Schadstoff- und Feinstaubwerte. Daher appelliert Umweltreferent Bürgermeister-Stellvertreter Walter Ferk an die Bevölkerung, möglichst auf das – im dicht verbauten Gebiet ohnehin verbotene – „Privat-Feuerwerk“ zu verzichten: „Es spricht nichts dagegen, sich am großen Feuerwerk vom Schloßberg zu erfreuen. Das eigene Geld könnte man aber besser anlegen, dann gewinnt man selbst und die Umwelt, und das wäre der wahre Kracher zum Jahreswechsel!“

 
Gesundheitliche Probleme

Als Referent für die Umwelt und für die Grazer Berufsfeuerwehr hat Bürgermeister-Stellvertreter Walter Ferk gleich doppelten Grund, den Grazerinnen und Grazern einen Verzicht auf die übermäßige Knallerei zum Jahreswechsel ans Herz zu legen: „Es gibt jährlich Zwischenfälle, die unsere Feuerwehr auf Trab halten – und auch die Grazer Luft zeigt Jahr für Jahr deutliche Spuren der Raketen und Knallkörper!“ Die Feinstaubbelastung steigt deutlich – das Vier- bis Fünffache des Grenzwerts ist keine Seltenheit. Rund um Neujahr sind wegen der üblichen Inversionswetterlage ohnehin schon starke Vorbelastungen vorhanden. Werden diese durch Raketen und Kracher noch weiter in die Höhe getrieben, bekommen viele ältere und kranke Menschen, aber auch Kleinkinder echte gesundheitliche Probleme, gibt Ferk zu bedenken. Zudem werden nicht nur Menschen verängstigt, sondern auch Haustiere: Jährlich nehmen Hunde und Katzen Reißaus und verirren sich dann in Panik. Diese Tiere müssen immer wieder von der Grazer Berufsfeuerwehr eingefangen und in ein Tierheim gebracht werden.

 
Abfeuern verboten!

„Ersparen Sie Mensch und Tier diese Belastungen – und sich selbst damit einiges an Geld, das sinnvoller verwendet werden kann“, appelliert der Bürgermeister-Stellvertreter an die Vernunft der Grazerinnen und Grazer. Das große Feuerwerk, das jährlich vom Schloßberg abgefeuert wird, bietet allen Interessierten mehr als nur eine optische Entschädigung für entgangene eigene Raketen.

Wer es trotz alledem nicht lassen kann, dem empfiehlt Ferk die Beachtung der gesetzlichen Vorschriften und wesentlichsten Sicherheitsregeln. Im dicht verbauten Gebiet ist das Abfeuern von Feuerwerkskörpern ohnehin verboten – also sind im Großteil von Graz die privaten Feuerwerke eigentlich illegal. Ansonsten gilt: Pyrotechnische Gegenstände der Klasse II (bis 50 Gramm) dürfen von Personen unter 18 Jahren weder besessen noch verwendet werden. Dass man Raketen und Kracher in geschlossenen Räumen nicht verwenden darf, sollte eigentlich logisch sein. Verboten sind die pyrotechnischen Gegenstände auch bei größeren Menschenansammlungen sowie in der Nähe von Krankenhäusern, Kirchen und Heimen.

 
Blindgänger nicht anfassen - große Verletzungsgefahr!

Beim Abschießen von Feuerwerksraketen müssen standsichere Abschussrampen verwendet werden – Flaschen sind ungeeignet. Dass man nicht auf Personen zielt und Kracher wegen drohender Gehörschäden oder Verletzungen nicht unmittelbar neben Menschen entzündet, sollte ebenso überflüssig zu betonen sein wie dass man Feuerwerkskörper nie einstecken und Blindgänger ablöschen sollte. Letztere darf man dabei wegen großer Verletzungsgefahr weder anfassen noch neuerlich entzünden. Diese Tipps sind übrigens auch im Internet auf der Homepage der Grazer Berufsfeuerwehr unter der Adresse www.bf-graz.at nachzulesen.

„Wer all diese Vorschriften und Gebote beherzigt oder noch besser auf das Privatfeuerwerk verzichtet, sollte einen guten Jahreswechsel verbringen können – den ich allen Grazerinnen und Grazern von Herzen wünschen möchte“, erklärt Ferk abschließend.

 
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