
Für die AnwohnerInnen können die Innenhöfe private Erholungs- und Erlebnisräume sein, die mit einer guten Raumaufteilung und ein bisschen Rücksichtnahme für jede Altersgruppe und Lebenssituation ein Angebot bereit halten: Spiel- und Sportmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche genauso wie angenehme Sitzgelegenheiten für erholungsbedürftige und ältere MitbewohnerInnen.
In Mehrparteienhäusern kann die gemeinsame Hofnutzung eine gut funktionierende Hausgemeinschaft fördern und einen Weg aus der zunehmend anonymen Lebensweise in den Städten aufzeigen.
Höfe sind ein erweiterter Wohn- und Arbeitsraum im Freien. Hier können die Wäsche aufgehängt, das Fahrrad repariert und je nach Interesse und Bedarf Kräuter, Obst und Gemüse angebaut werden. Kinder können mit Beaufsichtigung vom Haus aus im Hof alleine spielen. Im Sommer kann das Familienessen oder die Bewirtung von Gästen ins Freie verlegt werden. Die Verfügbarkeit eines Hofes erleichtert die hauswirtschaftliche Organisation, hilft Zeit und Geld sparen.
Innenhöfe mit ihrer Vielfalt an Pflanzen wirken sich sehr positiv auf die Luftsituation und die klimatischen Verhältnisse in der Stadt Graz (Wärmeinseln) aus. Bäume und Kletterpflanzen sind wertvolle Sauerstoff-Lieferanten und tragen auch zur Abkühlung der Häuser in heißen Sommern bei. Die Grazer Innenhöfe stellen darüber hinaus einen wichtigen Lebensraum für Pflanzen und Tiere (Vögel, Schmetterlinge etc.) dar.
Vollständiges Wohnen braucht sowohl ein Innen- wie ein Außenhaus (vgl. I. M. HÜLBUSCH 1978). Dieses besteht bei typischen städtischen Hausparzellen bis in die Gründerzeit aus dem straßenseitigen Vorgarten sowie dem rückwärtigen Hof und Garten. Durch Reihung der Häuser entlang der Straße bzw. der Parzellen entsteht die Vorstufe der Blockrandbebauung.