

Drei der vier Delegierten verabschieden sich gemeinsam mit Doris Kirschner, Leiterin des Frauenreferats (links) von Frauenstadträtin Tatjana Kaltenbeck-Michl (Mitte) am Grazer Hauptbahnhof auf dem Weg nach Costa Rica zum internationalen Treffen des "girls parliament".Am Samstag, 24. Februar, verabschiedete Frauenstadträtin Tatjana Kaltenbeck-Michl die vier VertreterInnen des Partizipationsprojekts „get involved - „Jung, weiblich gestaltet - Parlament der jungen Grazerinnen" am Grazer Hauptbahnhof. Von 24. Februar bis 5. März 2007 werden die vier Frauen das Grazer Mädchenparlament international vertreten.
„Ich wünsche den Vertreterinnen von Graz eine spannende und interessante Woche in Costa Rica und freue mich schon jetzt auf die Berichte über die Ergebnisse dieses einwöchigen Aufenthalts in Lateinamerika", so Frauenstadträtin Tatjana Kaltenbeck-Michl.
Seit Oktober vergangenen Jahres treffen sich die rund 15 Teilnehmerinnen des Grazer Mädchenparlaments alle zwei Wochen und setzen sich in Workshops mit verschiedenen gesellschaftspolitischen Themen und der Gleichstellung der Geschlechter auseinander.
Themen und Fragen, wie „was ist Gender bzw. welche unterschiedlichen Rollenbilder von Frauen und Männern gibt es in der Gesellschaft?", „welche Identität finden Mädchen und junge Frauen in der heutigen Gesellschaft?" oder „was ist eigentlich weiblich und was ist männlich?" werden im Rahmen des URB-AL Projekts diskutiert und bearbeitet.
Frauenstadträtin Tatjana Kaltenbeck-Michl: „Die Förderung von Mädchen und jungen Frauen ist mir als Frauenpolitikerin ein großes Anliegen. Gerade wenn man in Stadt-, Landes- oder Nationalrat blickt, ist die Vertretung von Frauen noch immer sehr gering - und auch in Unternehmen und Konzernen werden Frauen nach wie vor benachteiligt, wenn es um die Besetzung von hochwertigen Managementpositionen geht - obwohl die gleiche Qualifikation gegeben ist. Die Festigung des politischen Bewusstseins - und Selbstbewusstseins -, die durch dieses Projekt gestärkt wird, ist ein großartiges Vorhaben, das meine volle Unterstützung hat. "
Derzeit planen die „Parlamentarierinnen" ein Projekt, das sich mit der Rolle der Medien in der Gesellschaft beschäftigt. Neben dem Mädchenparlament in Graz gibt es auch ähnliche Foren für Mädchen und junge Frauen in Sabadell Barcelona - (Spanien), in Buenos Aires (Argentinien), in Ate (Peru), in San Xavier (Bolivien), in Sucre (Venezuela), in San Salvador (El Salvador) und in Belen (Costa Rica).
All diese einzelnen lokalen Mädchenparlamente sind im Rahmen des EU-Projektes "Consejo Mujeres Jovenes" (Programm URB-AL) entstanden, das von der Stadt Graz/Frauenreferat koordiniert wird.
Ziel des Projektes ist es, einen Lern- und Sensibilisierungsprozess für junge Frauen in lokaler Politik und bei politischen Konzepten zu fördern und unter Einbeziehung eines Gender-Ansatzes zur Entwicklung einer aktiven BürgerInnenschaft beizutragen.
Beim Internationalen Treffen in Belen/Costa Rica nehmen Delegierte aus allen lokalen Mädchenparlamenten teil. Die Mädchen und jungen Frauen haben die Möglichkeit, sich auszutauschen und auf internationaler Ebene Konzepte und Strategien zu entwickeln, mit dem Ziel, dass Mädchen und jungen Frauen ein Mitwirken in gesellschaftspolitische Fragen hinkünftig erleichtert werden soll.
Auch gesetzliche Grundlagen und Lebensrealitäten für Frauen und Mädchen aus den teilnehmenden Staaten werden beim Treffen in Costa Rica verglichen und diskutiert.
Gesundheit und Sexualität sind gerade in den lateinamerikanischen Ländern wichtige Themen für Frauen und Mädchen.
Ein pädagogisches Handbuch, das in der ersten Phase des EU-Projektes erstellt wurde, hat den Aufbau der lokalen Mädchenparlamente unterstützt und die Themen und vor allem die pädagogische Methode des Arbeitens in den Parlamenten vorgegeben.
Die Delegierten, die sich nun in Costa Rica treffen, haben sich demnach auf ähnliche Art und Weise auf dieses Treffen vorbereitet und bringen auch Informationen aus ihren Ländern zu den vorherrschenden Themen der Tagungswoche, nämlich Gesundheit und Sexualität, mit.
Begleitet wird die Grazer Delegation von Doris Kirschner, Leiterin des Frauenreferates der Stadt Graz.