
Dipl.Dolm. Dr. Johann Tanos wurde am 7.11.1914 in Strallegg, Bezirk Weiz, geboren. In den Wirren der Jahre nach dem ersten Weltkrieg und der auseinanderbrechenden Monarchie, zogen seine Eltern ihren Wurzeln folgend nach Ungarn und ließen sich in Budapest nieder. Seine schulische Ausbildung erhielt Johann Tanos in der ungarischen Hauptstadt. Nach dem Abschluss des Gymnasiums inskribierte er an der Königlichen Universität, der nachmaligen Corvinius Universität, und absolvierte das Studium der Rechte, das er mit dem Doktorat abschloss. Gleichzeitig hat er an dieser ungarischen akademischen Lehranstalt ein Deutschdolmetschstudium vollendet, das ihn befähigte, beide Sprachen als Muttersprache zu verwenden.
Nach der Nostrifizierung seines Jusstudiums fand er beim Magistrat Klagenfurt eine Anstellung, wo er im Baurechtsamt höchst diffizile Rechtsmaterien zu behandeln hatte. Als Leiter dieses Amtes in den wohlverdienten Ruhestand getreten, widmete er sich der Musik, wobei er Geige, Klarinette und Horn spielte und diese Instrumente im Rahmen von Hausmusikkonzerten meisterhaft zur Geltung brachte. Auch pflegte er seine Liebe zu Sprachen und erweiterte sein Wissen durch das Kennenlernen fremder Völker und Kulturen, durch viele Reisen nach Südafrika, Amerika und in zahlreiche weitere Staaten der Welt.
Dr. Johann Tanos hat nie die Schützenwertesten unserer Gesellschaft vergessen und hat im Jahr 1998 in Gedenken an seine 1994 verstorbene Gattin Editha, der Stadt Graz ein Schenkung von S 1.600.000,-- zukommen lassen. Dieser Betrag sollte für den Ausbau der Sonderschule für schwerstbehinderte Kinder verwendet werden. Die großzügige und hochherzige Spende wurde dann für die Errichtung eines abgeschlossenen Bereiches zur Intensivbetreuung schwerst behinderter Kinder der Schule und des Hortes Rosenhain aufgewendet. Diese humanitäre Großtat, die Herrn Dipl.Dolm. Dr. Johann Tanos als einen der größten Wohltäter unserer Stadt ausweist, zeigt sein soziales Denken, sein mitfühlendes Herz und seine Wertschätzung der steirischen Landeshauptstadt gegenüber, die mittlerweile auch ihm zur Heimat wurde. Die Ernennung zum Bürger möge als Ausdruck des Dankes angenommen werden, für einen Menschen, der zurückblickend auf ein erfülltes reiches Leben, auch die nicht vergessen hat, die auf der Schattenseite stehen.