„Guten Tag, unsere Herrschaften! Wir kommen aus Ungarn. Wir abführen alles – wofür Sie schon nicht brauchen.“ So beginnt wörtlich jenes Flugblatt, das dieser Tage wieder in Graz die Runde macht. Zuletzt wurde gestern der Neupauerweg in Wetzelsdorf heimgesucht, aber auch in zahlreichen anderen Bezirken hat die ungarische „Kleinmaschinenbrigade“ ihre Besuche für die kommenden Tage und Wochen angekündigt. Als Beispiele für willkommene Fundstücke nennt die Brigade wörtlich „z. B. Rasenmäher, Motormäher, Traktormäher, Motorsägen, Kettensägen, Motorräder, Auto – Moped, Autoreifen, Autoradio, Alufelgen, Mischmaschine, Fahrräder, Fenster – Türen, Kleidung, Vorhänge, Schuhe, Möbel, Bettwäsche, Mobilhandy und Fotoapparat“, die laut Flugblatt am genannten Tag ab 8 Uhr vor die Häuser gelegt werden sollen, wo sie bis 12 Uhr abgeholt werden. „Hausmüll bitte nicht packen!“, heißt es abschließend.
Umweltreferent Walter Ferk und der interimistische Leiter des städtischen Umweltamtes, DI Johann Ofner, warnen die Grazerinnen und Grazer aber davor, dem Begehren der „Kleinmaschinenbrigade“ nachzukommen: „Es gibt eine eindeutige gesetzliche Regelung durch einen Erlass des Landes Steiermark, wonach die Sammlungen rechtswidrig sind, weil die Kleinmaschinenbrigade keine Sammelberechtigung hat. Darüber hinaus handeln auch jene Liegenschaftseigentümer rechtswidrig, die der Aufforderung des Flugblatts nachkommen und ihren Abfall vors Haus legen!“ Die drohenden Strafen haben es in sich: Den Sammlern drohen wegen zweier Verstöße gegen das Abfallwirtschaftsgesetz Geldbußen von 730 bis 36.340 Euro beziehungsweise von 360 bis 7.260 Euro. Die Hauseigentümer könnten bei Aushändigung nicht gefährlicher Siedlungsabfälle mit Strafen bis zu 30.000 Euro belegt werden, werden gar gefährliche Abfälle ausgehändigt, können die Geldbußen sogar 730 bis 36.340 Euro betragen!
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