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Über Graz

Andreas Baumkircher, Söldnerführer

um 1420–1471

 
Das Fresko am Grazer Dom schildert „gotsplag [...] jede so groß, dass dem menschen unerhörlich ist" unter der Regierung Friedrichs III.: Hunger als Folge der Heuschrecken, der „haberschrekh", die „pestilenz" und als dritte Gottesplage Kriegsverwüstungen durch die „türken". Es fehlt als weitere die „Ungarnnot", die Bedrohung durch König Matthias Corvinus/Hunyadi Mátyás, mit dem sich der Söldnerführer und -unternehmer Andreas Baumkircher abstimmte, als er an der Spitze des gegen Kaiser Friedrich gerichteten steirischen Adelsbundes das Land mit seiner verheerenden Fehde überzog. Friedrich war nicht imstande, Baumkircher die ausstehenden Zahlungen für seine Ausgaben als Söldnerführer zu leisten, und beanspruchte Grazer Bürger wie Balthasar Eggenberger, ihm auszuhelfen.
 

Der Kaiser, der seinen Gläubiger unter Zusicherung freien Geleits zu Verhandlungen nach Graz/Gradec kommen ließ, beendete die Fehde mit Gefangennahme und Hinrichtung Baumkirchers ohne Verhör und Gericht, obwohl dieser ihm wenige Jahre zuvor zweimal das Leben gerettet hatte. Der Fluch der bösen Tat: Was Friedrich damit als erledigt sah, war der Beginn einer zwei Jahrzehnte währenden gewaltsamen Rebellion des Adels, die das Land verwüstete.
 

Otto Hochreiter

 
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