
Copernicus und Galilei haben unser Weltbild revolutioniert - und Johannes Kepler. Auf der Suche nach der eigentlichen Ordnung des Kosmos, der „Weltharmonik", die den Menschen Gott in seinen Werken erkennen lassen sollte, musste Kepler wegen der Kämpfe um den „rechten" Glauben (und die politische Vormacht) ein rastloses Leben führen. 1594 wurde er als Lehrer der Mathematik an die Grazer evangelische Landschaftsschule im Paradeishof berufen, hatte hier aber auch andere Fächer zu unterrichten. In Keplers Zeit in Graz/Gradec fi el sein Jugendwerk „Mysterium Cosmographicum", das den Ständen der Steiermark gewidmet ist. Er glaubte darin den harmonischen Aufbau der Welt in der Kugel als symbolischem Abbild der Dreifaltigkeit und den fünf Platonischen Polyedern, die die Planetenabstände bestimmen, gefunden zu haben.
Otto Hochreiter