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Über Graz

Ferdinand III./II., Kaiser

1578–1637

Erzherzog Ferdinand III. von Steiermark (Bildausschnitt), Giovanni Pietro de Pomis, 1614, Öl auf Leinwand, Schloss Herberstein. 
Erzherzog Ferdinand III. von Steiermark (Bildausschnitt), Giovanni Pietro de Pomis, 1614, Öl auf Leinwand, Schloss Herberstein.Erzherzog Ferdinand III. von Steiermark (Bildausschnitt), Giovanni Pietro de Pomis, 1614, Öl auf Leinwand, Schloss Herberstein.
 
Er war eine Schlüsselfi gur der Gegenreformation, vertrieb restlos alles Evangelische aus Graz/Gradec, war wesentlicher Auslöser des Dreißigjährigen Krieges, wollte mit seinem absolutistischen Restitutionsedikt die gewaltsame Rekatholisierung einer Millionenbevölkerung kaiserlich anordnen und ließ seinen Feldherrn Wallenstein/Valdštejna ermorden. Er einigte die österreichischen Länder und bestimmte den Kurs des habsburgischen Österreich für das nächste Jahrzehnt: Ferdinand, Erzherzog von Österreich, späterer König von Böhmen und Ungarn, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Als ältester Sohn Erzherzog Karls von Innerösterreich und Annas von Bayern in Graz/Gradec geboren, wurde Ferdinand von Jesuiten in Ingolstadt erzogen, sprach Italienisch, Französisch und Spanisch. Nach einer Pilgerfahrt nach Rom/Roma und Loreto begann er die Evangelischen zu verfolgen.
 

Er blieb zeitlebens seiner fanatisch intoleranten Mutter und seinen Lehrern, den Jesuiten, hörig, was ihn oft in Widerstreit zwischen seinen persönlichen religiösen Zielen und der pragmatischen Staatsraison brachte. Seine kaiserliche Politik, ab 1619, war der Versuch, ein katholisch-deutsches Reich zu schaffen, was den Keim des Scheiterns in sich trug. Für Graz/Gradec bedeutete die „Protestanten"-Vertreibung Ferdinands 1600 einen tiefen sozialen und wirtschaftlichen Einschnitt, die Aufl assung der Habsburgerresidenz zwanzig Jahre später einen empfi ndlichen Bedeutungsverlust. De Pomis' Mausoleum mit der manieristischen Ovalkuppel erinnert an ihn.
 

Otto Hochreiter

 
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