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Über Graz

Vinzenz Muchitsch, Bürgermeister

1873–1942

Portrait Bürgermeister Vinzenz Muchitsch (Bildausschnitt), Wilhelm Thöny, undatiert, Öl auf Leinwand, Kulturamt der Stadt Graz. 
Portrait Bürgermeister Vinzenz Muchitsch (Bildausschnitt), Wilhelm Thöny, undatiert, Öl auf Leinwand, Kulturamt der Stadt Graz.Portrait Bürgermeister Vinzenz Muchitsch (Bildausschnitt), Wilhelm Thöny, undatiert, Öl auf Leinwand, Kulturamt der Stadt Graz.
 

Seine Amtszeit als Grazer Bürgermeister, 1919-1934, deckt sich exakt mit den demokratischen Jahren der Ersten Republik - zwischen liberaler bzw. deutschnationaler Stadtregierung in der Monarchie und dem ständischen Einparteienstaat Dollfuß'scher Prägung, dessen Parteienverbot sich ab Februar 1934 auch im Grazer Gemeinderat manifestierte. Die sozialdemokratische Ära Muchitsch war geprägt vom oft unzureichenden Kampf gegen die strukturelle Dauerarbeitslosigkeit und für die Erhaltung der parlamentarischen Demokratie, an deren Demontage ein Sozialistenhasser mit Verbindungen zu Industrie und Banken sowie zu vielen antidemokratischen Kräften Europas arbeitete: Landeshauptmann Dr. Anton Rintelen, dessen Amtszeit mit der Muchitschs fast ident war.

 
Weil er zu keiner Zeit über eine absolute Mehrheit verfügte, musste der Sohn eines Schneidergehilfen für seine am kommunalen Aufbauwerk des „Roten Wien" orientierten sozialreformistischen Maßnahmen politische Partner fi nden, die vielfach auch nicht die Fragen der Finanzierung lösen konnten. Die Wohnungsnot wurde durch die Bekämpfung der Spekulation mit leer stehenden Wohnungen und die Schaffung neuen Wohnraums (etwa in der Triester Straße) gelindert, die gesellschaftliche Verpfl ichtung zur kommunalen Sozialfürsorge wahrgenommen. Erst den Nationalsozialisten sollte gelingen, was der Langzeitbürgermeister immer angestrebt hatte: die Schaffung von Groß-Graz/Gradec, wofür er weder Mehrheiten noch die Zustimmung der Umlandgemeinden fand.


Otto Hochreiter

 
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