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22.09.2008

Autofreier Tag

Buntes Programm lockte viele Gäste an

Grünes Licht für die autofreie Annenstraße. 
Grünes Licht für die autofreie Annenstraße.Grünes Licht für die autofreie Annenstraße.
 

Von Wolfgang Maget

Die Einsicht, dass eine Straße ohne Autos ein attraktiver Erlebnisraum sein kann, gewannen zahlreiche PassantInnen heute in der Grazer Innenstadt: Die Annenstraße, wichtige „Schlagader" der Stadt zwischen Hauptplatz und Hauptbahnhof, gehörte einen Tag lang dem umweltfreundlichen Verkehr wie FußgängerInnen, RadlerInnen und Straßenbahnen. Grund war der Europaweite Autofreie Tag, für den die Stadt Graz und die Annenstraßen-Kaufleute mit vielen Kooperationspartnern ein buntes Programm gestaltet hatten, das viele Gäste anlockte.

 
Annenstraße als erlebbare Promenade
 
 
 
Viele Infos und Attraktionen bot der autofreie Tag in der Annenstraße. 
Viele Infos und Attraktionen bot der autofreie Tag in der Annenstraße.Viele Infos und Attraktionen bot der autofreie Tag in der Annenstraße.
 

Wo üblicherweise Blechkolonnen das Bild prägen, beherrschten heute Montag am Europaweiten Autofreien Tag ganz andere Szenen das Bild: Viele Menschen mit Fahrrädern oder auf „Schusters Rappen", dazwischen Stelzengeher, SchauspielerInnen, ArtistInnen und staunendes Publikum vor den zahlreichen Informationsständen – das brachte der Europaweite Autofreie Tag in der Annenstraße mit sich. Kein Wunder, dass die Grazer Verkehrsreferentin, Bürgermeister-Stellvertreterin Lisa Rücker, bei der offiziellen Eröffnung von einem „sichtbaren Zeichen" sprach, das gleich einmal einen Vorgeschmack auf die bevorstehende Neugestaltung der Annenstraße bieten soll: „Wir wollen diese wichtige Straße zwischen Hauptplatz und Hauptbahnhof zu einer erlebbaren Promenade machen. Im Einvernehmen mit den Kaufleuten werden wir dabei die besten Lösungen für alle Beteiligten suchen und finden!" Dass die Belebung und eine Verbesserung der Grazer Luft- und Umweltsituation nur mit einer Reduzierung des Autoverkehrs funktionieren wird, steht für Rücker fest. Sie freute sich nicht nur darüber, dass der Europaweite Autofreie Tag heuer in Graz größer als je zuvor begangen wird, sondern auch über die kräftigte Beteiligung der Kaufleute: Mehr als 50 Betriebe wirkten unter Federführung des Sprechers der Interessensvereinigung EZ Annenstraße, Mag. Wolf-Dieter Kolaric, an dem bunten Treiben mit.

 
Städtische Ausstellungen mit An- und Aussichten
DI Heike Falk von der Stadtbaudirektion informierte ebenso die Interessierten über die Zukunftsplanungen der Annenstraße ... 
DI Heike Falk von der Stadtbaudirektion informierte ebenso die Interessierten über die Zukunftsplanungen der Annenstraße ...DI Heike Falk von der Stadtbaudirektion informierte ebenso die Interessierten über die Zukunftsplanungen der Annenstraße ...
 
... wie DI Kai-Uwe Hoffer, ebenfalls von der Stadtbaudirektion Graz. 
... wie DI Kai-Uwe Hoffer, ebenfalls von der Stadtbaudirektion Graz.... wie DI Kai-Uwe Hoffer, ebenfalls von der Stadtbaudirektion Graz.
 
 

Seitens der Stadt Graz hatten die Abteilung für Verkehrsplanung unter Projektleiterin Dr. Daniela Hörzer und die Stadtbaudirektion unter Kofinanzierung des EU-Projektes ASTUTE in monatelangen Vorarbeiten am Gelingen des Autofreien Tages und der vorangegangenen Europäischen Mobilitätswoche mitgewirkt. In drei Ausstellungen wurden Einsichten in die Vergangenheit und Aussichten in die Zukunft der Annenstraße gewährt. Erinnerungen an anno dazumal gibt es noch bis 15. Oktober täglich von 15 bis 22 Uhr in der UCI Kinowelt Annenhof, wo Schilderungen, Fotos und Darstellungen aus der Vergangenheit zu sehen sind. Angeregt kramten Gäste der Schau heute in eigenen Geschichten – wobei zum Glück nur wenige so schmerzhaft sind wie die Erzählung einer Besucherin, die auf einem historischen Foto die Stätte ihrer Mandeloperation in jungen Jahren wiedererkannte. Einen Rückblick boten auch verschiedene Ausstellungsstücke in den Schaufenstern von Annenstraßen-Betrieben, während sich eine von der Stadtbaudirektion gestaltete Ausstellung in der Annenstraße 40 mit Aussichten für die Zukunft dieser Verkehrsader beschäftigte. Dabei konnten sich die PassantInnen über die bestehende Planungen für eine künftige Verkehrsführung der Annenstraße informieren - und mit den SchauspielerInnen der InterACT-Werkstatt für Theater und Soziokultur sowie mit den städtischen ExpertInnen diskutieren. InterACT wird übrigens die nächsten Schritte zur Gestaltung der Annenstraße begleiten und gemeinsam mit der Stadt Graz den Dialog mit der Bevölkerung intensivieren.

 
Buntes Programm mit vielen Höhepunkten
Buntes Programm für sanfte Mobilität: Mit StelzengeherInnen ... 
Buntes Programm für sanfte Mobilität: Mit StelzengeherInnen ...Buntes Programm für sanfte Mobilität: Mit StelzengeherInnen ...
 
... und Pferdekutsche. 
... und Pferdekutsche.... und Pferdekutsche.
 

Das bunte Programm am Europaweiten Autofreien Tag, an dem sich in Österreich 279 Gemeinden, darunter 15 aus der Steiermark, beteiligten, umfasste in Graz zahlreiche Höhepunkte. Darunter waren eine „Aktion Radfahren" mit Fahrradcodierungen, einem Radlcheck, einem Altradverkauf und einer sehenswerten Packeselparade, mit der die Radlobby Argus bewies, wie sich auch größere Lasten mit dem „Drahtesel" transportieren lassen. An der „Aktion Gehen" beteiligten sich das „Theater Srutibox" mit „Autofrei - ich bin dabei", das Umweltbildungszentrum, die Schulschwestern Eggenberg und das Umweltamt der Stadt Graz, bei der „Aktion Bus-Bahn-Bim" gab es viel Information über den öffentlichen Verkehr von GVB, ÖBB, Verbundlinie und Postbus. Fahrten mit einer Oldtimer-Straßenbahn, mit Pferdekutsche und umweltfreundlichen einspurigen Fahrzeugen, atemberaubende Akrobatikvorführungen, viel Musik von der GVB-Big Band, Kanal 4 und dem Duo KoPa, kulinarische Köstlichkeiten und zahlreiche Sonderaktionen der Annenstraßen-Kaufleute rundeten das Angebot am Autofreien Tag ab. Dass am Murpark eine 24-Stunden-P+R-Kombiticket und am Ostbahnhof Parken gratis angeboten wurden, erleichterte den Gästen den Verzicht aufs Auto. Gewinnspiele sorgten für glückliche Gesichter – große Sieger waren aber die Bevölkerung und die Umwelt, die rund um die Annenstraße im doppelten Wortsinn einen Tag Verschnaufpause erhielten.

 
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