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26.06.2009

Grazer Literaturpreis geht an Alfred Kolleritsch

Kulturstadtrat Riedler gibt Franz-Nabl-Preisträger bekannt

Prof. Dr. Alfred Kolleritsch, der "Gründervater der Literaturstadt Graz". 
Prof. Dr. Alfred Kolleritsch, der "Gründervater der Literaturstadt Graz".Prof. Dr. Alfred Kolleritsch, der "Gründervater der Literaturstadt Graz".
 
Der mit 14.500 Euro dotierte Literaturpreis der Landeshauptstadt Graz (Franz Nabl-Preis) geht in diesem Jahr an den „Gründervater der Literaturstadt Graz", Prof. Dr. Alfred Kolleritsch. „Es freut mich besonders, dass mit Alfred Kolleritsch nicht nur ein bedeutender Romancier und Lyriker mit dem alle zwei Jahre zur Vergabe anstehenden höchsten Literaturpreis ausgezeichnet wird, sondern auch ein Autor, der durch sein vielfältiges Engagement - vor allem durch die Herausgabe der Literaturzeitschrift manuskripte - wie kein anderer maßgeblich dazu beigetragen hat, dass Graz zu einem international anerkannten Zentrum für Literatur geworden ist", gratulierte Kulturstadtrat Dr. Wolfgang Riedler dem Preisträger.
 
Stadtrat Dr. Wolfgang Riedler gratuliert dem verdienten Preisträger. 
Stadtrat Dr. Wolfgang Riedler gratuliert dem verdienten Preisträger.Stadtrat Dr. Wolfgang Riedler gratuliert dem verdienten Preisträger.
 

Der promovierte Philosoph Alfred Kolleritsch hat sich neben einem beachtlichen literarischen Oeuvre - dazu zählen Romane wie Die Pfirsichtöter (1972) oder Allemann (1989) ebenso wie zahlreiche Lyrikbände, Essays etc. - bekannter Weise für ein literarisches Leben auf hohem Niveau in der Stadt Graz engagiert: Als einer der Mitbegründer des Forum Stadtpark, dem der im südsteirischen Ort Brunnsee geborene und in Graz aufgewachsene Schriftsteller von 1968 bis 1995 auch als Präsident vorstand, gründete er 1960 die Literaturzeitschrift manuskripte und eröffnete damit vor allem innovativen und experimentellen Autoren eine Publikationsmöglicht. Damit verhalf er Autoren wie Wolfgang Bauer oder Peter Handke zum Durchbruch. Ebenso zählt Kolleritsch zu den Gründungsmitgliedern der Grazer Autorenversammlung (1973).

 
In bester Gesellschaft

 Mit dieser höchsten Auszeichnung für Literatur, die die Stadt Graz vergibt, befindet sich Kolleritsch in bester Gesellschaft, unterstreicht doch die Liste der bisherigen PreisträgerInnen die Bedeutung dieses Literaturpreises zur Förderung des zeitgenössischen literarischen Schaffens: Elias Canetti, Manes Sperber, Ilse Aichinger, Hermann Lenz, Christa Wolf, Peter Handke (weitergegeben an Michael Donhauser und Walter Grond), Wolfgang Koeppen, H.C.Artmann, Wilhelm Muster, Martin Walser, Christoph Ransmayr, Herta Müller, Barbara Frischmuth, Urs Widmer, Josef Winkler und zuletzt im Jahr 2007 Terézia Mora haben bisher den Preis erhalten.
Ausgewählt wurde Kolleritsch von einer fünfköpfigen Jury, die sich aus dem Literaturexperten Dr. Heinz Hartwig, dem Schriftsteller Dr. Markus Jaroschka, dem Literaturwissenschaftler Univ. Prof. Dr. Gerhard Melzer, der Regisseurin, Schauspielerin und Publizistin Mag. Eva Orgler-Schäffer und der Schriftstellerin Dr. Birgit Pölzl zusammensetzte, und der die Trägerin des Franz-Nabl-Preises 2007, Terézia Mora, beratend zur Seite stand.
Mit Alfred Kolleritsch entschied sich die Jury für einen außergewöhnlichen Künstler, „der seiner Herkunftsregion lebenslang verbunden bleibt, diese Bindung aber nicht als Fessel, sondern als produktive Herausforderung begreift." In der Begründung heißt es weiter: „Die Grenze wird zur bestimmenden Erfahrung, zum Synonym für jegliche Art von Einschränkung und Grenzziehung, während Schreiben - wie es Alfred Kolleritsch versteht und betreibt - das genaue Gegenteil bezeichnet: die Entgrenzung, die Öffnung, die Weitung. In diesem Sinn formiert sich sein Werk, das Gedichte, Romane, Erzählungen und Essays umfasst, über Jahrzehnte hinweg als unermüdliche Anstrengung, Begriffe wie ‚Heimat', ‚Identität' oder ‚Wahrheit' zu hinterfragen und letztlich auch Sprache als normative Kraft in Frage zu stellen. Zu sprechen, ohne vorschnell Bedeutungen zu stiften, ist das Grundanliegen, das Kolleritsch mit seinem Schreiben verfolgt. Dabei weiß er die notwendige Reflektiertheit solchen Schreibens mit Anschaulichkeit und Sinnlichkeit zu verbinden: das Denken und Nachdenken behindert das Sehen und Fühlen nicht, sondern verschafft dem Wahrgenommenen Glaubwürdigkeit jenseits von Klischees und falschen Gewissheiten."

Text: Büro Stadtrat Riedler

 
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