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30.06.2009

Neuer Platz für Gorbach-Denkmal

Der große Staatsmann hat jetzt einen dauerhaften Standplatz

Dr. Heinz Rabussay (links), Stadtrat Riedler und Klubobmann Piffl-Percevic mit der Tochter und der Enkelin Gorbachs, Dr. Alfonsa Mittag und Elisabeth Kroh nach der feierlichen Einweihung des neuen Standplatzes für das Denkmal. 
Dr. Heinz Rabussay (links), Stadtrat Riedler und Klubobmann Piffl-Percevic mit der Tochter und der Enkelin Gorbachs, Dr. Alfonsa Mittag und Elisabeth Kroh nach der feierlichen Einweihung des neuen Standplatzes für das Denkmal.Dr. Heinz Rabussay (links), Stadtrat Riedler und Klubobmann Piffl-Percevic mit der Tochter und der Enkelin Gorbachs, Dr. Alfonsa Mittag und Elisabeth Kroh nach der feierlichen Einweihung des neuen Standplatzes für das Denkmal.
 
Alfons Gorbach hat eine neue Heimstatt gefunden. Der neue Standort ist eine Wiesenfläche am Gorbachplatz, der sich beim Marburger Kai nahe der Radetzkybrücke findet. Die Übergabe an die Öffentlichkeit wurde mit einem Festakt im Beisein einer Tochter und einer Enkelin des Freiheitskämpfers und Politikers begangen.
Das über Initiative der Katholischen Studentenverbindung Babenberg Graz geschaffene Denkmal für ihr Gründungsmitglied wurde erstmals 1980 am Karmeliterplatz aufgestellt, musste jedoch im Zuge der dortigen Neugestaltung wieder abgetragen werden. Im Bestreben, einen dauerhaften Standort für das vom Grazer Bildhauer Prof. Erwin Huber geschaffene Denkmal zu sichern, wurde es während seiner Zwischenlagerung vom Altherrenverband Babenberg unter Dr. Heinz Rabussay („Ich danke Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl und Kulturstadtrat Dr. Wolfgang Riedler sowie dem Nationalrat a. D. Dr. Karl Maitz für ihre Aktivitäten bei der Umsetzung unseres Vorhabens.") der Stadt Graz als Geschenk angeboten und schließlich per Gemeinderatsbeschluss angenommen.
 
Riedler nannte in seiner Eröffnungsrede das Monument ein "ständiges Mahnmal für Versöhnung im öffentlichen Raum" und hält die Erinnerung an Gorbachs Lebensleistung, unentwegt das Miteinander zu suchen, gerade in Zeiten wie diesen für besonders wichtig. Er sei es gewesen, der in der Zeit des Wiederaufbaus die Versöhnung ins Land getragen habe.
VP-Klubobmann Dr. Peter Piffl-Percevic charakterisierte den Menschen und Politiker Gorbach als einen Brückenbauer über die in den Dreißigerjahren aufgerissenen Gräben und misst so dem neuen Standplatz des Denkmals am Gestade der Mur auch symbolischen Gehalt zu.

 

 
Mann des Ausgleichs
 

Alfons Gorbach wurde 1898 in Tirol geboren, kam aber schon in jungen Jahren nach Graz. In der 1. Republick war er als Gemeinderat der Landeshauptstadt und als Landesrat tätig. Als Landesführer der Vaterländischen Front in der Steiermark organisierte er im Februar 1938 eine Großkundgebung für ein freies und unabhängiges Österreich, was ihm wenige Wochen später die Rache der Nationalsozialisten eintrug. Während eines Wien-Aufenthaltes, bei dem er Kanzler Schuschnigg zu einem härteren Vorgehen gegen die Nazis bewegen wollte, wurde er verhaftet und mit dem ersten Politiker-Transport ins KZ Dachau deportiert. Fünf Jahre und acht Monate sollte er in den Todeslagern verbringen.
Nach dem Krieg zog er für die neugegründete Volkspartei in den Nationalrat ein, seine politische Arbeit galt der Aussöhnung der Menschen aller Lager in Österreich und dem Zusammenwachsen zu einer Nation. Von 1961 bis 1964 hatte er die Funktion des Bundeskanzlers inne, die immer vom Bemühen um den größtmöglichen Konsens geprägt war. Gorbach starb 1972 in Graz.

Text. Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Graz

 
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