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30.09.2009

Kultur der Menschenrechte pflegen

Empfang im Rathaus für NGO’s und Engagierte

Gut gefüllter Gemeinderatssaal beim Empfang "Kultur der Menschenrechte". 
Gut gefüllter Gemeinderatssaal beim Empfang "Kultur der Menschenrechte".Gut gefüllter Gemeinderatssaal beim Empfang "Kultur der Menschenrechte".
 
„Zwischen ‚eh klar’ und ‚egal’ verläuft ein schmaler Grad“, erklärte Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl gestern Abend im Rahmen eines Empfangs mit dem Titel „Kultur der Menschenrechte“. Dazu geladen waren sämtliche NGO’s, Vereine, Initiativen, Institutionen, die sich in der Stadt Graz mit dem Thema Menschenrechte befassen, aber auch MeinungsbildnerInnen aus Wirtschaft und Wissenschaft.
 
Was sind Menschenrechte?
Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl (li.) mit dem Leiter des ETC Graz Dr. Wolfgang Benedek.  
Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl (li.) mit dem Leiter des ETC Graz Dr. Wolfgang Benedek. Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl (li.) mit dem Leiter des ETC Graz Dr. Wolfgang Benedek.
 
Der Gemeinderatssaal des Rathauses war merklich gut gefüllt und man ging in medias res mit einem Youtube-Video, in dem unterschiedlichen Personen die Frage gestellt wurde „Was sind Menschenrechte?“ Die Antwort kam bei keiner wie aus der Pistole geschossen. Genau darauf bezog sich auch Dr. Wolfgang Benedek, Leiter des Europäischen Trainingszentrums für Menschenrechte (ETC) in Graz. Er begrüßte zu Eingang seiner Rede die „Gründerväter“ der Menschenrechtsstadt Graz, die sich damals, 2001, dafür einsetzten, dass die steirische Landeshauptstadt diesen Titel inklusive der damit verbundenen Verantwortung tragen darf: Altbürgermeister Alfred Stingl und die ehemaligen Stadträte DI Helmut Strobl und Mag. Siegfried Nagl.
 
Vom Kopf auf die Füße bringen
Die Wahrung der Menschenrechte ist die Basis für ein friedvolles Miteinander. 
Die Wahrung der Menschenrechte ist die Basis für ein friedvolles Miteinander.Die Wahrung der Menschenrechte ist die Basis für ein friedvolles Miteinander.
 
Seit nunmehr acht Jahren trägt Graz den Titel, der ein „Titel in progress“ ist, wie es Bürgermeister Nagl bezeichnet; einer an dem stetig gearbeitet werden muss. Das tut die Stadt zum Beispiel mit dem Beitritt zum Netzwerk „Cities for children“ vor zwei Jahren, 2005 wurde Graz als Mitglied in den Lenkungsausschuss der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus gewählt. Mit dem gestrigen Empfang für jene Menschen, die diesen Prozess mittragen, wollte Nagl seitens der Stadt Graz Danke sagen: „Sie sind es, die dieses Thema vom Kopf auf die Füße bringen.“ Und da gebe es viel zu tun, gerade im Bereich der Dialogarbeit mit Jugendlichen, es bedürfe einer permanenten Bewusstmachung der Menschenrechte, das sei unter Kultur der Menschenrechte zu verstehen, so das Stadtoberhaupt.
 
Förderung von Zivilcourage
Bürgermeister Nagl im Kreise Engagierter im Sinne der Menschenrechte. 
Bürgermeister Nagl im Kreise Engagierter im Sinne der Menschenrechte.Bürgermeister Nagl im Kreise Engagierter im Sinne der Menschenrechte.
 
Konkret trägt ein Zukunftsprojekt der Arbeitsgruppe „Menschenrechte lernen“ innerhalb des ETC den Namen „Kultur der Menschenrechte“, darin stehen unter anderem Forderungen wie „Menschenrechtsbezug soll im Alltag herstellbar sein“ oder „Förderung der Zivilcourage“ usw. Dieses Projekt wurde gestern im Rahmen des Empfangs aus der Taufe gehoben und Ziel war es auch, möglichst viele der anwesenden VertreterInnen aus Wirtschaft, Wissenschaft sowie MeinungsbildnerInnen dafür zu gewinnen. Sie sollen das Thema in ihre Unternehmen implementieren.
 
Von Mensch zu Mensch
Bewegende Worte von Dr. Walther Lichem. 
Bewegende Worte von Dr. Walther Lichem.
 

Besonders treffende Worte fand Botschafter a. D. Dr. Walther Lichem: „Das Wissen um die Menschenrechte ist eine Kernqualität, die den Zusammenhalt einer Gesellschaft ermöglicht. Es geht um die Horizontalität der Menschenrechtsagenda, von Mensch zu Mensch, auf einer Ebene sozusagen.“ Graz lobte der Diplomat als leuchtendes Beispiel im internationalen Kontext. Er war es auch, der die Grazer Erklärung zum Beitritt 2001 ins Englische übersetzte. Diese wurde dann 1:1 von Edmonton (Kanada) übernommen. Bisher ist Graz allerdings die einzige europäische Menschenrechtsstadt geblieben.

Sehen Sie hier die Liste der in Graz tätigen Organsationen, Vereine, NGOs etc., die sich  mit dem Thema Menschenrechte beschäftigen.

 
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