

Sozialstadträtin Elke Edlinger präsentierte heute gemeinsam mit Silvia Paierl und Peter Stoppacher vom Insititut IFA erstmals Daten zur sozialen Lage der Grazerinnen und Grazer. Foto: Stadt Graz/FischerDie Armutsgefährdungsschwelle für Einpersonenhaushalte liegt bei einem Netto-Einkommen von rund 900,- Euro pro Monat. 13% der Grazerinnen und Grazer, das sind 33.356 Personen, gelten anhand dieses Richtwertes als armutsgefährdet. „Würde man Transferleistungen wie Sozialhilfe oder Pensionen nicht miteinbeziehen, so wären die Hälfte aller Grazerinnen und Grazer (128.293 Personen) armutsgefährdet! Dies zeigt, wie wichtig es ist, den Sozialstaat Österreich nicht nur zu erhalten, sondern auch weiter auszubauen", so Edlinger.
Forderungen an die Bundesregierung: Arbeitslosenbezüge und Mindestpensionen erhöhen!
Die vorgelegten Zahlen veranschaulichen einmal mehr die Zusammenhänge der von der Kommune zu tragenden Leistungen - wie der Sozialhilfe - mit bundesgesetzlich geregelten Bezügen wie jenen aus der Arbeitslosenversicherung oder des Pensionssystems. Sozialstadträtin Elke Edlinger: „Die Stadt allein kann Schritte setzen, um das soziale Netz enger zu knüpfen. Letztlich liegt es aber auch beim Bundesgesetzgeber, die Situation für die Betroffenen zu verbessern. So ist es dringend notwendig, die Nettoersatzrate im Arbeitslosengeld, also jenen Betrag, den Arbeitslose aufgrund ihres bisherigen Gehalts oder Lohns ausbezahlt bekommen, zur erhöhen. Derzeit liegt diese in Österreich bei rund 55%, eine Erhöhung auf 70% und somit eine Anpassung an den EU-Schnitt wäre dringend notwendig. Da die Hälfte jener, die um Sozialhilfe ansuchen, eigentlich einen AMS-Bezug haben, dieser aber so niedrig ist, das er nicht zum Leben ausreicht, würde dies auch zu einer Entlastung der Sozialbudgets der Länder und Kommunen beitragen", so Edlinger. „Im Bereich der Mindestpensionen besteht ebenso dringender Handlungsbedarf von Seiten des Bundesgesetzgebers: derzeit liegt der Ausgleichszulagenrichtsatz bei knapp über 730,- Euro netto, womit kaum eine Pensionistin oder ein Pensionist mehr über die Runden kommt. Auch die Mindestpensionen müssen deshalb dringend angehoben werden!"
Präsentation des „Grazer Aktionsprogramms gegen Armut" am kommenden Freitag
Sozialstadträtin Elke Edlinger kündigte abschließend die Präsentation der Ergebnisse des von ihr im Frühjahr initiierten „Grazer Aktionsprogramms gegen Armut" für kommenden Freitag, den 6. November 2009 an, bei welcher ein konkreter Katalog mit Maßnahmen vorgestellt werden wird, die dazu beitragen sollen, Armut und Armutsgefährdung in der Stadt Graz besser bekämpfen zu können.