
Der Sonnenfelsplatz, also das Areal vor der Uni-Mensa, soll nach dem Prinzip "Shared Space" neu gestaltet werden; die Interessen der BürgerInnen müssen dabei eingebunden werden und das Ganze soll binnen einer Woche fix und fertig geplant sein. Das sind die Vorgaben für die erste "Charette" (französisch Karren) - einem konzentrierten Planungsverfahren, in das die Bevölkerung direkt eingebunden ist.
Gestern, 26. November 2009, fand im dafür extra angemieteten "Caffé per te" die zweite von drei Veranstaltungen statt. Das Fazit des Abends? "Es ist ausgesprochen positiv verlaufen, rund 35 Leute nahmen teil und brachten sehr konstruktive Vorschläge ein", berichtet der städtische Projektkoordinator DI Thomas Fischer. Rund drei Stunden lang wurden verschiedene Varianten und deren Vor- und Nachteile diskutiert.
Nun sind die Planer am Werk, die noch heute der Verkehrsstadträtin Lisa Rücker ein beschlussreifes Projekt vorlegen, das sie dann morgen Abend der Bevölkerung präsentieren werden (Samstag, 28. 11., 19 Uhr, im Caffé per te).
Gleichberechtigte VerkehrsteilnehmerInnen
Das Konzept "Shared Space" sieht die Gleichberechtigung aller VerkehrsteilnehmerInnen vor, sodass Vorrangregeln und andere Straßenverkehrsvorschriften entfallen. Das Modell orientiert sich an Beispielen aus den Niederlanden, wo schon mehrfach bewiesen wurde, dass VerkehrsteilnehmerInnen Rücksicht aufeinander nehmen, wenn Regeln fehlen.
Dennoch wirft die konkrete Planung viele Fragen auf: Soll es eine Platzmitte geben? Wenn ja, wie wird sie gestaltet? Und wie werden die Bedürfnisse von sehbehinderten Menschen berücksichtigt?
Erfolgversprechende "Charette"
Welche erste Erfahrungen wurden nun in Graz mit der "Charette" gemacht? "Ich finde, dieses Konzept ermöglicht eine gute, zielführende Planung", meint DI Fischer, dennoch eignet es sich nur für bestimmte Vorhaben: "Die Charette ist in Kleinbereichen einsetzbar, große Planungsvorhaben brauchen hingegen sicherlich mehr Zeit zum Nachdenken und Planen", so der städtische Projektleiter.