


Eigentlich ist es ja schon fast so, dass der Osterhase dem Christkind oder für jene die auf den Weihnachtsmann schwören, eben jenem, die Türklinke in die Hand gibt. Es kommt einem fast vor, als würde die Weihnachtszeit zumindest dekorationstechnisch bereits Ende des Sommers beginnen.
Tatsächlich begonnen hat sie in Graz aber erst heute, am 28. November 2009, als zu Einbruch der Dunkelheit der Grazer Christbaum vor den Toren des Rathauses zu leuchten begann und kurz darauf die weltweit einzigartige Eiskrippe im benachbarten Landhaushof feierlich eröffnet wurde. Die zahlreichen Adventmärkte der Stadt haben übrigens schon seit 20. November geöffnet. Für beides zeichnet das Citymanagement der Stadt Graz verantwortlich.

Vertrat heuer Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl bei der traditionellen Illumination: Stadträting Mag. (FH) Sonja Grabner.

Zur stimmungsvollen Illumination des Grazer Christbaumes setzte die Jagdhornbläsergruppe Liesingau ihre Instrumente an und sorgte gemeinsam mit BläserInnen und SängerInnen des Johann-Joseph-Fux Konservatoriums für den passenden musikalischen Rahmen. Die Begrüßungsworte kamen heuer nicht vom Stadtoberhaupt persönlich. Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl musste aufgrund einer Grippe das Bett hüten, und so durfte in seiner Vertretung Stadträtin Mag. (FH) Sonja Grabner den heurigen Christbaum als Geschenk vom Präsidenten der Landarbeiterkammer, Ing. Christian Mandl, in Empfang nehmen. Neben besten Grüßen überbrachte Grabner vor allem auch den Dank des Bürgermeisters für den prachtvollen Baum.
Denn ein stattlicher „Bursche“ ist er, der Grazer Christbaum 2009, mit über 35 Metern Höhe, sieben Tonnen und rund 90 Lenzen „am Stamm“. Die Fichte stand vor kurzem noch im „Gamsgraben“, in den Wäldern der Forstverwaltung Mayr-Melnhof, Gemeinde Frohnleiten, und wird den GrazerInnen wie Gästen die stillste Zeit im Jahr mit 22.400 Lampen, 67 Lichterketten mit einer Länge von 20 Metern erhellen – eine Spende der Energie Graz. Die Vorgänger des heurigen Nadelholzes stammen zum Beispiel aus Donnersbach (2008), Altausee (2007), Murau (2006), Hirschegg (2005) und Schladming (2004).



Das Wetter derzeit betrachtet, beschert der Eiskrippe 2009 von „iceandart“-Künstler Gert J. Hödl wohl kein langes Leben. Mit guter Hoffnung darauf, dass der Winter bald seine Muskeln spielen lässt, präsentierte der Kärntner Eiskünstler im Landhaushof sein diesjähriges Meisterwerk, das ihm längst eine Fangemeinde weltweit beschert hat. Die Eisblöcke, aus denen schließlich die Krippenfiguren gezaubert werden, erwachen in Edelstahlbecken „zum Leben“ und werden anschließend mit Kettensägen, japanischen Schnitzwerkzeugen und eigens entwickelten Fräsen bearbeitet. Insgesamt verarbeitet Hödl mit seinem internationalen Schnitzerteam imposante 50 Tonnen kristallklares Eis. Beachtlich auch die Maße der Krippe: 5,25 Meter hoch und 7 Meter lang. Stadträtin Grabner, die auch hier stellvertretend für den Bürgermeister die Eröffnung übernahm, lief es ganz kalt über den Rücken hinunter: "Aber nicht, weil es hier so frostig ist, sondern weil mich dieser Gesang so berührt hat", bezog sich die Stadträtin auf die Eingangsklänge des "Holy in Ice"-Gospelchorworkshops. SängerInnen der Katholischen Jugend und des Sängerbundes fanden sich dazu unter der Leitung von Prof. DI Baldur Heckel im Landhaushof ein.
Bevor die Krippe schlussendlich mit bläulichem Licht "hintermalt" wurde, gab es ein "Feuerwerk" aus gewaltigen Spritzkerzen. In diesem Sinne wünschen wir:
Schöne Adventzeit!