
Kulturstadtrat Dr Wolfgang Riedler, flankiert von DI Andrea Redi (Sprecherin des Kulturbeirats) und der Moderatorin des Kulturdialogs, Dr. Sabine Prokop (links).
Aus diesem Grund wird sich der Kulturreferent auf Ebene der Stadtregierung dafür einsetzen, dass es zu einem gemeinsamen Infrastrukturpool für Kulturveranstalterinnen und -veranstalter kommt. „Selbstverständlich müssen solche Leistungen in Zeiten der knappen Budgets auch entsprechend dargestellt werden. Es handelt sich also auch um eine Subvention, wenn die Stadt beispielsweise die Dolmetschanlage der Grazer Berufsfeuerwehr verleiht und die Kosten intern abschreibt".
Plattformen erweitern
Konkrete Beispiele aus dem eigenen Verantwortungsbereich sieht der Stadtrat in den Projekten „Kultrent" und „stagerent", die die Kulturvermittlung Steiermark mit dem Grazer Kulturamt umsetzt. „Rund 120 Veranstaltungen werden jährlich allein durch dieses Verleihsystem unterstützt und kostenschonend realisiert." Die Kulturvermittlung Steiermark verwaltet u.a. Ausstellungsequipment (Kultrent), aber auch Bühnenelemente (stagerent) und stellt diese Vereinen oder einzelnen Kulturschaffenden gratis bereit. Auch der Kulturserver des Kulturamtes mit seinen vielen Informationsschienen sollte beispielgebend für weitere Plattformen im Kunst- und Kulturbereich sein. Natürlich zählen auch die Vergabe von Gratis-Veranstaltungstagen im „Dom im Berg" und auf den „Kasematten" zu solchen Unterstützungsmaßnahmen, die mit Hilfe anderer Abteilungen erweitert werden sollen.
Der Kulturstadtrat wird in Kürze mit dem Liegenschafts- und Finanzreferenten, der für das Feuerwehrwesen zuständigen Stadtsenatsreferentin sowie hinsichtlich der Grazer Wirtschaftsbetriebe erste Detailgespräche führen. Die kulturrelevanten GmbHs der Stadt Graz sind weitere Gesprächspartner, wobei Stadtrat Riedler auch dort, wo er in Aufsichtsräten vertreten ist, diese Gremien verstärkt nutzen will: „Ich bin mir bewusst, dass Gesellschaften und deren Geschäftsführungen so wie auch alle Magistratsabteilungen kostenbewusst und betriebswirtschaftlich agieren müssen. Dennoch sollte es über einen klar von der Eigentümerin Stadt formulierten Kulturauftrag Hilfe für die Freie Szene geben. Damit könnte auch eine sinnhafte Umverteilung innerhalb der Kulturbudgets mittelfristig erfolgen." Dieses Förderungsmodell für kulturelle Infrastruktur sollte bei gutem Willen aller Beteiligten im Laufe des nächsten Jahres bereits mit ersten Pilotprojekten erprobt werden können.
Text: Büro Stadtrat Dr. Wolfgang Riedler