Kurz nach 16 Uhr ging die Gemeinderatssitzung mit der Behandlung der Dringlichen Anträge weiter.
Kracher-Verbot
Kracher der Klasse II - so genannte Piraten, Deutsche, Schweizer - dürfen zwar verkauft, im Ortsgebiet aber nicht verwendet werden. Gegen diese unsinnige Regelung wandte sich ÖVP-Gemeinderat Thomas Rajakovics in einem gemeinsamen Antrag von ÖVP und Grünen. Er forderte in seinem „Dringlichen", Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl möge im Rahmen einer Petition die Bundesregierung auffordern, das Pyrotechnikgesetz so zu novellieren, dass der Verkauf der Kracher bundesweit generell verboten wird.
ÖVP-Gemeinderat Thomas Rajakovics Alle Fotos: Stadt Graz/Fischer
Änderung der Bestimmungen für Pflegefreistellung
Bislang dürfen BeamtInnen und Vertragsbedienstete der Stadt Graz nur dann eine Pflegefreistellung beantragen, wenn die erkrankte Person im gemeinsamen Haushalt lebt (und in naher Verwandtschaft steht). Damit sich auch Elternteile, die von ihren Kindern getrennt leben, um ihren kranken Nachwuchs kümmern können, stellte FPÖ-Gemeinderat Ing. Roland Lohr heute folgenden Dringlichen Antrag: Der Gemeinderat möge mit einer Petition an das Land Steiermark herantreten, dass die Regelungen zur Pflegefreistellung für Vertragsbedienstete und BeamtInnen auch auf nicht im gemeinsamen Haushalt lebende Personen ausgeweitet werden.
Gemeinderat Dr. Gerhard Wohlfahrt brachte für die Grünen einen Zusatzantrag ein: Der Gemeinderat solle beschließen, der Bürgermeister möge die Bundesregierung ersuchen, eine sinngemäße Regelung zur Pflegefreistellung für ALLE ArbeitnehmerInnen gesetzlich zu verankern. Auch dieser Zusatzantrag wurde einstimmig akzeptiert.
Gemeinderat Ing. Roland Lohr, FPÖ
Wertsicherung der Wohnbeihilfe-Auszahlungsbeträge
Für eine Valorisierung der Wohnbeihilfe sprach sich KPÖ-Klubobfrau Ina Bergmann aus. Diese werde bereits bei geringen Gehalts- bzw. Pensionserhöhungen oft so reduziert, dass unter dem Strich die Erhöhung vollkommen aufgesaugt werde. Betroffen davon seien vor allem NiedrigverdienerInnen und BezieherInnen von Mindestpensionen. Um dem entgegenzusteuern, möchte Bergmann die Landesregierung per Petition auffordern, dass die tatsächlichen Auszahlungsbeträge wertgesichert und/oder die Jahresnettoeinkommen in Hinblick auf den jeweils zumutbaren Wohnungsaufwand angehoben werden.