
Der Grazer Bombenblindgängerkataster basiert auf der computergestützten Auswertung von Luftbildaufnahmen aus dem Archiv der Universität Keele (GB), die von alliierten Aufklärungsflugzeugen am 5. April 1945 – drei Tage nach dem schwersten Bombenangriff auf Graz – aufgenommen wurden.
Diese Auswertung hat ergeben, dass sich zum Zeitpunkt der Luftaufnahmen im Auswertungsbereich an 582 „Verdachtspunkten“ mit großer Wahrscheinlichkeit Bombenblindgänger befunden haben. Da keine verlässlichen Aufzeichnungen über die unmittelbar nach den Bombenangriffen bzw. seit 1945 beseitigten Bombenblindgänger existieren, kann nicht ausgeschlossen werden, dass an einigen dieser Verdachtspunkte sich tatsächlich noch Bombenblindgänger befinden. Diese Feststellung ist allerdings nur mittels geophysikalischer Untersuchungen der Verdachtspunkte möglich.
Bisherige Erfahrungen in anderen bombardierten Städten in der Bundesrepublik Deutschland haben ergeben, dass durchschnittlich etwa 10 von 100 Verdachtspunkten tatsächlich noch Bombenblindgänger aufweisen. Dieser Prozentsatz hat sich in Salzburg bestätigt: die Untersuchung von 30 Verdachtspunkten hat zur Auffindung von 3 Bombenblindgängern geführt.
Seitens der Stadt Graz wurden sämtliche Eigentümer betroffener Liegenschaften schriftlich über das Vorhandensein von Verdachtspunkten informiert. In begründeten Fällen können selbstverständlich ergänzende Auszüge aus dem Bombenblindgängerkataster angefordert werden (sicherheitsmanagement@stadt.graz.at).