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Rathaus

14.04.2010

Graz steht weiterhin unter Strom!

Möglicher Standort für E-Auto-Bau

E-Mobilität ist für Graz eine große Chance für die Zukunft, darin sind sich Bgm. Mag. Siegfried Nagl (r) und die Experten einig. Fotos: Stadt Graz/Fischer 
E-Mobilität ist für Graz eine große Chance für die Zukunft, darin sind sich Bgm. Mag. Siegfried Nagl (r) und die Experten einig. Fotos: Stadt Graz/FischerE-Mobilität ist für Graz eine große Chance für die Zukunft, darin sind sich Bgm. Mag. Siegfried Nagl (r) und die Experten einig. Fotos: Stadt Graz/Fischer
 
„Serienmäßig in die Zukunft. Elektromobilität von morgen schon heute" ist das Thema der „e-mobility" von 29. April bis 2. Mai 2010 im Rahmen der Frühjahrsmesse in der Messehalle B. Die Sonderausstellung ist die erste Möglichkeit für Interessierte, Elektrofahrzeuge - E-Auto, E-Bike, E-Moped - u testen und sich ein Bild von den zukunftsweisenden Fahrzeugen zu machen. Die Bedeutung des Themas „E-Mobilität" unterstrichen heute Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl, DI Othmar Peier (Magna E-Car Systems), DI Martin Beermann (Joanneum Research) und Dr. Oswin Kois (Energie Steiermark AG) mit einer gemeinsamen Pressekonferenz.
 
Die Welt verändern
Will E-Mobilität in ganz Graz verankern: Bgm. Mag. Siegfried Nagl. 
Will E-Mobilität in ganz Graz verankern: Bgm. Mag. Siegfried Nagl.Will E-Mobilität in ganz Graz verankern: Bgm. Mag. Siegfried Nagl.
 
„Die E-Mobilität mit ihren vielen Bausteinen ist eine große Zukunftschance für Graz und ein wichtiger Faktor für den Wirtschaftsstandort", bekräftigte das Stadtoberhaupt. Deshalb wird die Stadt Graz alles, was in ihrer Macht steht dazu beitragen, die Bevölkerung hin zur Nutzung der E-Mobilität zu führen, diese im öffentlichen Raum sichtbar zu machen und die Entwicklung und Markteinführung von E-Fahrzeugen zu unterstützen. „Dieses Thema wird die Welt verändern, deshalb wird Graz weiterhin unter Strom stehen! Wir wollen die E-Mobilität im urbanen Raum implementieren und eine nachhaltige Wertschöpfung erzielen. Einige Beispiele dafür: Unsere Stadtplanung ist angehalten, E-Mobilität in der ganzen Stadt zu verankern, wir wollen am Flughafen und an den Bahnhöfen E-Fahrzeuge zum Verleih anbieten und natürlich werden wir die kreativen Prozesse unserer Auto- und Autoteilezulieferindustrie fördern", legte Bgm. Nagl nach. Außerdem wird die Stadt an den Bund herantreten, mehr Förderungen in Richtung Autohauptstadt Graz zu schicken - schließlich werden nur in Graz und der Steiermark Autos und Autoteile gebaut.
 
Nur mit erneuerbarem Strom
DI Martin Beermann, Joanneum Research 
DI Martin Beermann, Joanneum ResearchDI Martin Beermann, Joanneum Research
 
Wenn schon Elektrofahrzeuge, dann müssen diese aber mit Strom aus erneuerbarer Energie unterwegs sein, brachte DI Martin Beermann von Joanneum Research vor. Im Jahr 2020 könnten 250.000 Autos in Österreich mit Strom fahren, das sei ein realistisches Ziel. Würden all diese Pkw konventionellen Strom danken, wären die Treibhausgasemissionen aber gleich hoch als bisher; nur bei Verwendung von Strom aus Wasserkraft würden ca. 110 Gramm Kohlendioxid pro gefahrenem Kilometer gespart! Die Politik müsse deshalb ein klares Bekenntnis zum Ausbau der Wasser-, Wind- und Solarenergie ablegen, forderte Beermann.
 
Offensive für das "Steirer-Bike"
Dr. Oswin Kois, Energie Steiermark 
Dr. Oswin Kois, Energie SteiermarkDr. Oswin Kois, Energie Steiermark
 
Der Vorstandsdirektor der Energie Steiermark Dr. Oswin Kois dankte der Stadt Graz und Bgm. Nagl für die fruchtbare Zusammenarbeit in allen Belangen der E-Mobilität. „Wir müssen die E-Fahrzeuge auf die Straße bringen und Erfahrungen sammeln", so Kois. Dafür will die Energie Steiermark mit fünf Aktivitäten sorgen: In Graz soll gemeinsam mit Magna ein Kompetenzzentrum für E-Mobility entstehen; bis 2012 sollen 30 E-Autos im Vollbetrieb sein und 40 Ladestationen in Graz errichtet werden. In Brüssel wurde (mit internationaler Medienberichterstattung) eine Offensive für das weiß-grüne „Steirer-Bike" gestartet, von dem 300 Stück in Wörschach gebaut werden. Diese Bikes sollen mit einer Kooperation mit Giga-Sport und speziellen Förderungen an den Mann/die Frau gebracht werden - zum halben Listenpreis, um rund 700 Euro. Weiters sind Aktionen im Bereich Mountainbike-Tourismus geplant. „Mit all diesen Maßnahmen investieren wir in die Zukunft" so Dr. Kois. „Wenn 2020 nur fünf Prozent der Autos in der Steiermark mit Strom fahren, benötigen wir fast zwei Murkraftwerke mehr - in der Größe des in Puntigam geplanten." Kois unterstrich: „Die Energie Steiermark kann allen Ansprüchen der modernen Energiewirtschaft gerecht werden!"
 
E-Auto soll in Graz gebaut werden
DI Othmar Peier, Magna E-Car Systems 
DI Othmar Peier, Magna E-Car SystemsDI Othmar Peier, Magna E-Car Systems
 
Wenn Magna für einen Kunden ein E-Auto bauen soll, dann sicher in Graz! Mit dieser guten Nachricht ließ DI Othmar Peier von Magna E-Car Systems aufhorchen. Die gesamte Auto- und Zuliefererindustrie befinde sich im Wandel, derzeit seien zwei Serien von E-Autos in Entwicklung, eine in den USA (Ford Focus), eine in Europa. Seit 2009 erzeuge Magna in Serie eine Hybrid-Batterie für LKW, die aber rund 12.000 bis 13.000 Euro koste und ca. 250 Kilo wiege - deshalb müsse die Branche die Effizienz von Batterien und Fahrzeugen steigern. Es gelte aber auch, neue Sicherheitsstandards zu definieren und eine neue Fahrzeugarchitektur zu entwickeln. Themen, die auch bei der „Europäischen Konferenz für E-Mobilität" am 29. April in der Grazer Messe maßgeblich behandelt werden.
 
Steuerfreiheit für E-Fahrzeuge!

Abschließend legte Bgm. Mag. Nagl noch eine Forderung an den Bund auf den Tisch: Steuerfreiheit für E-Fahrzeuge! In Graz zum Beispiel müssten E-Autos in der „Blauen Zone" keine Parkgebühren zahlen; in diese Richtung müssten die KäuferInnen von mit Strom betriebenen Fahrzeugen weiter unterstützt werden. „Wo ich Chancen für die Umwelt sehe, werde ich lästig bleiben", versicherte das Stadtoberhaupt.

Link: Bgm. Mag. Siegfried Nagl

Text: Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Graz

 
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