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Rathaus

21.06.2010

Muslimisches Gräberfeld eröffnet

Rund 200 Gräber umfasst der muslimische Friedhof

 
Ein Muslimisches Gräberfeld wurde am vergangenen Freitag, 18. Juni 2010, auf dem Gelände Kapellenstraße/Alte Poststraße eröffnet. Bürgermeister Siegfried Nagl und der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Anas Shakfeh, nahmen in Beisein von zahlreichen Gästen die offizielle Eröffnung vor. Das Gräberfeld ist Teil des Interkonfessionellen Friedhofs der GRAZ AG BESTATTUNG und umfasst rund 200 Gräber, die in Richtung Mekka ausgerichtet sind. Darüber hinaus wurde im Auftrag der Stadt Graz ein Verabschiedungsgebäude errichtet, das auch den Bedürfnissen der muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürger gerecht wird.
 
 

Muslimische Bestattungsrituale
Der Islam ist in Österreich seit 1912 eine staatlich anerkannte Religionsgemeinschaft. Bei der Anlage des Gräberfeldes und der Ausstattung des Gebäudes wurde genau auf die Bestattungsrituale der muslimischen Gläubigen Rücksicht genommen. Erst nach 15 Jahren ist eine neuerliche Belegung jedes Grabes möglich. Die österreichischen Gesetze verlangen für jedes Begräbnis die Verwendung eines Sarges - dies gilt auch für die Beerdigungen auf dem Muslimischen Gräberfeld.
Für die rituellen Waschungen steht ein eigener Raum zur Verfügung, auch die Sanitärräume wurden entsprechend eingerichtet, damit die Gläubigen jene hygienischen Vorgaben erfüllen können, die ihre Religion gebietet. Das Gebäude kann auch für Verabschiedungen anderer Religionsgemeinschaften genutzt werden und wurde deshalb in seiner Gestaltung und Einrichtung bewusst schlicht und neutral gehalten.

Bei der Gestaltung der Grabstätten haben die Hinterbliebenen freie Wahl, sie können geschmückt oder auch natürlich belassen werden. Grundsätzlich gelten sowohl für die Gestaltung als auch für Grabdenkmäler und das Verhalten auf dem Friedhofsgelände die Regeln der Friedhofsordnung für den Interkonfessionellen Friedhof aus dem Jahr 2007.

Links:
GRAZ AG Bestattung
Bürgermeister Siegfried Nagl

 
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