

Prof. Michael Braungart wursste Interessantes über die "gute" Wegwerfgesellschaft am "Cradle to Cradle"-Kongress im Kunsthaus zu berichten. (Foto: Stadt Graz/Fischer)Neben Vorträgen und Podiumsgesprächen mit internationalen ExpertInnen und EntscheidungsträgerInnen präsentierte Mathieu Fichter als Vertreter der EU Kommission die neuesten Entwicklungen auf EU Ebene: Am 26. Jänner wird die europäische Kommission die politische Strategie zu einem "ressourceneffizienten Europa" vorstellen. In diesem Strategiepapier wird Cradle to Cradle auf dem Weg zu einem neuen Wirtschaftssystem in Europa eine Rolle spielen.
Albin Kälin, EPEA Switzerland, zeigte die Wertschöpfungsmöglichkeit für Unternehmen durch Wirtschaften in Kreisläufen auf und verwies in diesem Kontext auch auf eine laufende Kooperation mit Swiss RE, einem der beiden weltweit größten Rückversicherer zum Thema Risikomanagement – ein zentrales Thema von Cradle to Cradle Design. Mag. Rainer Rosegger, Soziologe aus Graz, widmete sich der Nachfragerseite und zeigte die Potenziale von C2C auf dem dynamischen Markt der Konsumenten und Konsumentinnen auf.
Ing. Reinhard Backhausen von Backhausen Interior Textiles und Ernst Gugler von gugler* cross media zeigten als best practice Beispiele in Österreich wie sie C2C erfolgreich in ihrem Unternehmen integrieren konnten und Umweltschutz nachhaltig leben. So stellte die Druckerei gugler* beispielsweise nicht nur das Produktionssystem auf ein konsequentes Kreislaufsystem um, sondern errichtete auch ein Gebäude nach C2C Prinzipien. Insgesamt ergibt das die glaubwürdige Lösung: zero emission, zero energy, zero waste. Anhand dieses Beispiels wurde die Relevanz von Cradle to Cradle Design für die Bauwirtschaft und Architektur in einem Workshop diskutiert, der von Dr. Herbert Greisberger von der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik moderiert wurde.
Wissens- und Kompetenztransfer zwischen den internationalen KongressteilnehmerInnenn wurde auch in drei weiteren Workshops intensiviert. Im kleinen Rahmen konnten die AkteurInnen untereinander diskutieren und Netzwerke aufbauen. Wilhelm Markus Geiger vom österreichischen Lebensministerium leitete den letzten Teil der Veranstaltung ein. Er beleuchtete die Potenziale von C2C für die österreichische Umweltpolitik und sprach die Einladung zu einer Weiterführung und Intensivierung des Dialoges aus.
Den Abschluss und Höhepunkt des Kongresses bildete der Vortrag des C2C Begründers, Prof. Michael Braungart. Er hinterfragte kritisch das bisherige Vorgehen im Bereich der Nachhaltigkeit und zeigte Möglichkeiten auf mit einer positiven Grundhaltung an das Thema Umweltschutz heranzugehen: Wir dürfen nicht dem Versuch hinterher eilen unseren Fußabdruck zu minimieren bis es uns nicht mehr gibt. Vielmehr sollte intensiv darüber nachgedacht werden, wie wir einen wirklich positiven Einfluss auf unsere Umwelt erlangen. Braungart inspirierte die Besucher und Besucherinnen, indem er zeigte, dass eine "guten Wegwerfgesellschaft" durchaus realisierbar ist.