
Und wieder ist die Grazer Stadtverwaltung um zwei Auszeichnungen reicher: Gestern Montag, 28. März 2011, wurden mit dem Österreichischen Verwaltungspreis, der 2010 bereits zum vierten Mal ausgeschrieben wurde, herausragende Leistungen öffentlicher Organisationen gewürdigt. In der Kategorie "Bürokratieabbau und Zusammenarbeit zum Nutzen der BürgerInnern" holten das Jugendamt für das Projekt "Sozialraumorientierung" sowie die Grazer Stadtbibliothek für das "Postservice" den Verwaltungs- bzw. Anerkennungspreis heim nach Graz. Der Preis wurde von Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek verliehen, Ort der Preisverleihung war das Wiener Rathaus.

Sind zu Recht stolz auf "ihren" Verwaltungspreis für das Projekt "Sozialraumorientierung": Stadtrat Detlev Eisel-Eiselsberg, Mag. Ingrid Krammer, Leiterin Amt für Jugend und Familie, Magistratsdirektor Mag. Martin Haidvogl, Edith Sandner-Koller, Projektleiterin Sozialraumorientierung (v.l.). (Foto: Stadt Graz/Fischer)Mit ihrer "Sozialraumorientierung" geht die steirische Landeshauptstadt als einzige in Österreich einen neuen Weg im Bereich der Jugendwohlfahrt. In Graz gibt es vier regionale Jugendämter, die für bestimmte Bezirke zuständig sind. Fachkräfte des Jugendamtes und der freien Träger unterstützen Kinder, Jugendliche und deren Familien intensiv dabei, ihre Ziele zu erreichen. Dabei wird vermehrt darauf geachtet, dass die eigenen Kräfte der Menschen genutzt werden. Ob und wie es Menschen gelingt, mit ihren Problemen umzugehen, hängt aber auch vielfach vom jeweiligen Lebensumfeld ab. Hier greift ebenfalls das Konzept Sozialraumorientierung: In Kooperation mit anderen Hilfssystemen, wie beispielsweise Kindergärten, Schulen, Vereinen, Kirchen und ehrenamtlichen HelferInnen, werden Projekte initiiert, die dazu dienen, das Lebensumfeld zu verbessern.
"'Flexibilität' und 'Passgenauigkeit' dürfen in der Unterstützung von Kindern und Jugendlichen keine Worthülse sein, deshalb arbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Grazer Jugendämter konsequent an der Umsetzung dieses fachlichen Konzeptes", freut sich Stadtrat Eisel-Eiselsberg über die "Trophäe". "Dieser Preis ist die Auszeichnung für die langjährige Arbeit und die fachlichen, organisatorischen und finanziellen Änderungen im Amt für Jugend und Familie. Er ist die Anerkennung für das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Innovationskraft der Grazer Verwaltung."
Auch Mag. Krammer, Abteilungsvorständin des Amtes für Jugend und Familie, sieht in diesem Preis eine Würdigung für die Zielgruppe der Jugendwohlfahrt - die Grazer Kinder, Jugendlichen und deren Familien, Menschen, die oft am Rande der Gesellschaft stehen oder von dieser benachteiligt werden. "Dieser große Veränderungsprozess kann nur gelingen, weil Konzepte mit Leben gefüllt und in die Praxis umgesetzt werden - und zwar täglich von engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die qualitätvolle Arbeit leisten und Freude an Innovation und Weiterentwicklung haben", ist auch Edith Sandner-Koller, Projektleitung Sozialraumorientierung, überzeugt.

Nahmen aus den Händern von Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek (l.) den Anerkennungspreis für das "Postservice" entgegen: Patrizia Monschein (Kulturamt), Mag. Roswitha Schipfer (Leiterin Stadtbibliothek), Gerda Widmann-Sedlnitzky ("Postservice") (v.l.). (Foto: BKA/Peter Lechner)Für das Projekt "'Bücher unterwegs' - das innovative Vertriebssystem" wurde auch der Grazer Stadtbibliothek eine Anerkennung zuteil. Das "Postservice" ist ein bisher einmaliges Kooperationsprojekt mit der österreichischen Post AG. Seit Juli 2006 können alle verfügbaren Medien online über die Homepage der Stadtbibliothek, per Telefon, Fax oder persönlich bestellt und eine der 24 Grazer Postfilialen als Zustellort ausgewählt werden. Parallel wurde ein professioneller bibliothekarischer Auskunfts- und Beratungsdienst (Hotline) eingerichtet. Die bestellten Medien werden täglich von der Post AG an die Postfilialen verteilt, wo sie bereits am Folgetag abgeholt werden können. Die Rückgabe ist in jeder Bibliothek und Postfiliale möglich.
Dieses Zustellservice, das eine flächendeckende Nahversorgung der Grazer Bevölkerung gewährleistet, wird für Kinder und Jugendliche sowie Kulturpass-InhaberInnen kostenlos angeboten. Bei Mobilitätsbehinderung ist auch die Zusendung an die Wohnadresse kostenfrei. Wie sehr das Postservice den Bedürfnissen der Bevölkerung entgegenkommt, beweist der starke Anstieg der Zahl der Bestellungen: In knapp fünf Jahren haben sich die Entlehnungen nahezu versechsfacht!
"In Zeiten, wo vehement Bürokratieabbau eingefordert wird, ist es ein sehr erfreuliches Zeichen, wenn die Stadtbibliotheken ihr Service verbessern konnten, ohne den Verwaltungsapparat dadurch zusätzlich zu belasten. Dem ständigen Vorwurf, dass Bürokratieabbau nicht Rechnung getragen wird, begegnen die Grazer Stadtbibliotheken erfolgreich und wurden daher zu Recht ausgezeichnet", freut sich die ressortzuständige Stadträtin Mag. (FH) Sonja Grabner über die Auszeichnung.