
Wie kann ein Grünraum- und Gewässerbeauftragter, DI Wiener, die Interessen der E-Wirtschaft propagieren, ohne auf städteplanerische Kriterien aus der bisherigen Stadtentwicklung einzugehen. Ist er gekauft?
Ich bin nicht „Grünraum- und Gewässerbeauftragter“, sondern als Abteilungsvorstand der gleichlautenden Magistratsabteilung verantwortlich für
Die vom Gemeinderat auf der Basis des Steiermärkischen Raumordnungsgesetzes beschlossenen Konzepte und Programme - Stadtentwicklungskonzepte, Sachprogramm Grünraum - aber auch der Beschluss über das Realisierungsprogramm „Grünes Netz" dokumentieren das öffentliche Interesse der Stadt über die anzustrebende Entwicklung. Bezogen auf den Lebensraum Mur finden sich ausschließlich Ziele, die eine Erhaltung der Grünsubstanz und deren weitere Kultivierung zum Inhalt haben, nicht jedoch einen Kraftwerksbau.
Im Sachprogramm Grünraum 1997 (Gemeinderatsbeschluss vom 04.12.1997) sind folgende konkrete Umsetzungsmaßnahmen enthalten: „Nach den erfolgreichen Anstrengungen, die seit dem Murgipfel 1985 zur Anhebung der Wasserqualität ..... unternommen wurden, gilt nunmehr das Augenmerk den Uferzonen und deren Verbindung zum angrenzenden Landschafts- und Stadtraum. Dabei ist neben der wichtigen ökologischen Funktion im Nord-Süd verlaufenden Biotopverbund auch das Erholungspotential und die das Stadtbild prägende Wirkung in alle planerischen Überlegungen mit einzubeziehen."
An Maßnahmen wurden festgelegt:
Im 3.0 Stadtentwicklungskonzept (Verordnung des Gemeinderates vom 18.1.2001) setzt sich diese Intention fort, es ist allgemein formuliert: „Einen wesentlichen Schwerpunkt des städtischen Grünsystems bilden die Fließgewässer, die gemeinsam mit der Mur und ihren angrenzenden Uferbereichen wertvolle Naherholungsgebiete und Wanderstrecken für Flora und Fauna darstellen."
An konkreten Zielen wurde verordnet:
Wenn politische Parteien oder der zuständige Referent die festgelegten Ziele der Stadtentwicklung als nicht mehr zutreffend oder obsolet erachten und diese geändert werden sollen, so ist dies selbstverständlich unter Einhaltung der dafür vorgesehenen Verfahren legitim. Bedenklich erscheint es jedoch, wenn sich einzelne Personen durch fragwürdige Auslegungen über den mit der Bevölkerung erarbeiteten „Geist" des Stadtentwicklungskonzeptes hinwegsetzen, denn das 3.0 Stadtentwicklungskonzept ist eine Verordnung des Gemeinderates und gehört somit der Rechtsordnung an. Es ist daher von allen Organen der Stadt bis zu einer Neufassung zu respektieren.
Warum wird das grüne Band dort schmäler, wo sozial benachteiligte Menschen leben, z.B. am Grünanger?
Auf das gesamte Jahr gerechnet ca. 0,8 Prozent. Bei einer monatlichen Betrachtung sind die Ergebnisse je nach Jahreszeit verschieden: minimal ca. 0,4 Prozent im Winter (Jänner, Feber); maximal ca. 1,4 Prozent im Mai.
Derzeit kostet der Feinstaub jedem Grazer 0,7 Lebensjahre. Durch die weiter stark sinkende Fließgeschwindigkeit der Mur wird die Zirkulation weiter verschlechtert, der Feinstaub weiter ansteigen. Wie viele Lebensjahre wird uns die Staustufe kosten?
Wozu virtuelle Pseudodemokratie statt echter Diskussion? Nur, um die Mailadressen der Kraftwerksgegner zu sammeln?
Welchen Raumersatz erhalten die am Grünanger angesiedelten Schrebergärtner? Der Besitzer der Seifenfabrik stellt keinen Grund dafür zum Verkauf bereit. Wohin kommen die Gärten?
Was ist der Paragraph 104a? Ist in letzter Zeit ein Kraftwerk an der Mur ohne Einsatz dieses Paragraphen gebaut worden?
Durch die Einführung von § 104a WRGwurden wichtige Zielvorgaben der Wasserrahmenrichtlinie11 in das österreichische Recht umgesetzt.Zentrales Ziel der Richtlinie ist die Erreichung eines „guten Zustandes“ aller europäischenGewässer bis zum Jahr 2015. Erreicht werden sollen diese Ziele durch den Schutz der quantitativen und qualitativen Verhältnisse der Gewässer, dem Verbot einer weiteren Verschlechterung der Gewässergüte und der Vorschreibung von Maßnahmenprogrammen zur Erreichung guter Gewässerzustände.
Der zentrale Regelungsgegenstand des § 104a WRG sind die Erhaltung oder Erreichung eines guten ökologischen und chemischen Zustandes von natürlichen Oberflächengewässern, eines guten ökologischen Potentials und guten chemischen Zustandes von künstlichen und natürlichen, aber erheblich veränderten Gewässern sowie eines guten chemischen und mengenmäßigen Zustandes des Grundwassers. Diese Zielsetzungen werden mit dem Begriff „Verschlechterungsverbot“ umschrieben. Vorhaben, die Beeinträchtigungen dieser Vorgaben mit sich bringen, greifen gemäß § 104a Abs 1 WRG jedenfalls in öffentliche Interessen ein. § 104a Abs 1 WRG normiert somit ein explizites öffentliches Interesse an der Einhaltung dieser Zielvorgaben.
Eine Bewilligung für derartige Vorhaben kann demnach nur erteilt werden, wenn sämtliche Vorkehrungen getroffen wurden, um negative Auswirkungen auf den Zustand des betroffenen Gewässers zu mindern, ein übergeordnetes öffentliches Interesse an der Ausführung des beantragten Projekts vorliegt und eine umweltverträglichere Variante aus Gründen der technischen Durchführbarkeit oder der Kosten nicht möglich ist. Die entscheidende Behörde muss allerdings im Rahmen ihrer Interessenabwägung feststellen, dass sämtliche Bedingungen kumulierend (nebeneinander) erfüllt sind, um einen positiven Bewilligungsbescheid erlassen zu können.
Quelle: Text übernommen von ALGE T & WACHTER L – ÖKOBÜRO - (02.28.2011) Studie im Auftrag des WWF zu den Auswirkungen der ElWOG-Novelle 2011 auf Interessenabwägungen in wasserrelevanten Bewilligungsverfahren. 16 Seiten.
Frage: Keine, man denke an „Fisching", wo der Huchen und andere Fische wieder heimisch geworden sind (Steigstufen usw.)
Warum war es nicht möglich, direkt bei der Veranstaltung Fragen aus dem Publikum zu beantworten? Eine Schande in einer Demokratie!
Warum hat die ESTAG vor 15 Jahren ihre Kraftwerke an den Verbund verkauft/verschenkt und jetzt wollen sie wieder bauen?
Präzise an den Schlüsselfragen vorbei ohne Bürgermeinungen. Chinesische Verhältnisse!
Warum kann der Freizeitbereich auf der Olympiawiese nicht viel größer werden? So ist er viel zu klein und dient niemanden?
In Ergänzung zu meiner Frage, warum kann der Freizeitbereich auf der Olympiawiese nicht viel größer werden? So ist er viel zu klein und dient Niemanden?
Welchen Sinn haben Fischaufstiegshilfen in der geplanten Staukette an der Mur, wenn Fische nur von einem Stauraum in den nächsten gelangen können?
An DI Wiener: Welche Konzepte haben Sie für die Mur entwickelt ohne Kraftwerk?
Auch zu dieser Frage gibt das 3.0 Stadtentwicklungskonzept eine klare Antwort:
Im zusammenfassenden Kapitel 10 ist unter „Stadtgestaltung - Räumliches Leitbild" festgehalten, dass „die charakteristischen, natürlichen und baulichen Qualitäten der Stadt zu erhalten und durch gestalterische Maßnahmen zu verdeutlichen sind ."
Eines der fünf Leitbildprojekte, das die Umsetzung dieser allgemeinen Ziele unterstützen soll, bezieht sich auf die Mur: „Der Murraum ist ein Element des Stadtbildes mit besonderer Prägekraft. Dieser ist in seiner räumlichen Qualität zu erhalten und als wichtige Naherholungsachse auszubauen und zu gestalten. Ausgehend von der Innenstadt sind die Bereiche festzulegen, wo eine Bebauung zur Markierung des Stadtraumes an das Ufer herangerückt werden soll."
Dies wäre Auftrag genug gewesen, ein interdisziplinäres Projekt mit dem Stadtplanungsamt für die Entwicklung des Murraumes zu starten und für dessen Realisierung zu sorgen.
Wie viele Arbeitsplätze werden durchschnittlich während der Bauzeit und wie viele dann im laufenden Normalbetrieb?
An die ESTAG: Wie berechnen Sie die 36.000 PKW CO2-äquivalent, die auf Ihrer Webseite angeführt sind?
An die ESTAG: Wie berechnen Sie die 60.000 Tonnen CO2-Einsparung, die auf Ihrer Webseite angeführt sind?
Frage an ESTAG und Politik: Sie gehen von einem jährlichen Stromzuwachs von zwei Prozent aus. Das Murkraftwerk deckt gerade 0,8 Prozent und damit fünf Monate ab. Wie begegnen Sie diesem Problem in fünf Monaten?
Welches Gas-/Kohle- oder Atomkraftwerk geht vom Netz, wenn das Murkraftwerk fertig ist?
An die Politik: Warum investieren Sie die Baukosten von 87 Millionen Euro nicht in die Förderung der thermischen Gebäudesanierung und gewinnen damit drei Mal so viel Energie wie das Murkraftwerk produzieren soll und schaffen damit zwei bis drei Mal so viel Arbeitsplätze? P.S.: Die Zahlen stammen aus dem Lebensministerium/thermische Sanierung (Berlakovic/Mitterlehner 2009/2010)
Derzeit liegt noch keine Antwort vor.
Wieviel Euro Förderung erhält die ESTAG für den Bau bzw. den Betrieb; bei welcher Gesamtsumme?
Derzeit liegt noch keine Antwort vor.
Ein ausgewachsener Baum bindet ca. 1 Tonne Staub pro Jahr, 8.000 Bäume werden gefällt. Wie erfolgt der Ausgleich?
Das ist nur ein Aspekt. Aus stadtplanerischer Sicht prägt der durchgehende Bewuchs (nicht nur die Bäume!) der Uferzone das Stadtbild ganz entscheidend und stellt somit ein wichtiges stadtstrukturelles Element dar. Dem wurde nach einer Biotopkartierung im Stadtentwicklungskonzept 1990 Rechnung durch Aufnahme allgemeiner Ziele getragen: „Der natürliche Landschaftsraum ist möglichst gesamtheitlich und in allen seinen Elementen zu bewahren. Die darin lebende Pflanzen- und Tierwelt ist zu erhalten, zu schützen und so zu regenerieren, dass ihr ökologisches Zusammenwirken gesichert ist.
Der Flusslauf der Mur mit seinen Uferbereichen ist als naturnaher städtischer Lebensraum zurück zu gewinnen.
Im Falle eines Kraftwerksbaues müsste der gesamte Bewuchs vom Augarten bis zur Puntigamerbrücke entfernt werden. Die angebotenen Ausgleichsmaßnahmen würden erst in drei bis vier Jahrzehnten eine ähnliche Qualität und Wirkung erreichen und dies wegen der Reduzierung des Grünstreifens im Staubereich - das ist der sensibelste Bereich um das Wohngebiet der Schönausiedlung - mit deutlichen Einschränkungen. Die Bewohner der „Schönausiedlung" wären davon über Jahrzehnte betroffen - ihr Blick ginge ohne die Filterwirkung der Uferbegleitvegetation direkt in das Industrie- und Gewerbegebiet am rechten Murufer (Schlachthof, ehemalige Taggerwerke, etc.).
Im Raum Graz fällt eine große Menge ungenutzter Abwärme an. Wie schaut eine Vergleichsrechnung zur Nutzung dieser aus?
Wie lange würde das Kraftwerk funktionieren? (Verschlammung ...), Dauer der Nutzbarkeit
Wie hoch ist der Verlust/Gewinn je kwh bei E-Heizungen in der der a) Energie Steiermark b) Stadtwerke Graz?
Derzeit liegt noch keine Antwort vor.
Das Sachprogramm Grünraum hat in der Stadt Graz Verordnungscharakter - wie kann sich die ESTAG über diese Verordnung (= Gesetz) hinwegsetzen?
Inwieweit bieten die geplanten Maßnahmen entlang der Mur im Süden von Graz (Plätze und Parks) für Jugendliche die Möglichkeit, sich ohne Konsumationszwang dort aufzuhalten?
Wieviel Geld wurde ab 2002 in die Gestaltung der Murufer gesteckt und wie viel von dieser Gestaltung wird auch nach der Staustufe Puntigam erhalten bleiben?
Das Sachprogramm Grünraum wurde nach einem intensiven Diskussionsprozess mit den Bezirksräten am 04.12.1997 vom Gemeinderat mit Zweidrittelmehrheit beschlossen und am 11.12.1997 öffentlich kundgemacht. Da das Sachprogramm Grünraum umsetzungsorientiert ist, wurde es nicht in der Diktion einer Verordnung verfasst.
Die EStAG ist Antragsteller und kann ihr Projekt auch unbelastet von den planerischen Zielsetzungen der Stadt formulieren. Es wäre jedoch die Aufgabe der Stadt den Planungsprozess so zu begleiten, dass die vom Gemeinderat beschlossen Planungsziele im Projekt einen Niederschlag finden.
Es ist jedenfalls nicht so, wie in einem Statement behauptet wurde, dass die Stadt Graz keinen Einfluss auf das Projekt und im Verfahren der Umweltverträglichkeitsprüfung besitzt! Ganz im Gegensatz dazu müssten die Vertreter der Stadt vom Antragsteller die Einhaltung der festgeschriebenen Ziele verlangen und diese auch im UVP-Verfahren durchzusetzen versuchen.
Teile der Muruferpromenade, die ab 2001 als Ausfluss des Sachprogrammes Grünraum gemeinsam mit dem Land Steiermark realisiert wurde, würden durch das Aufstauen verloren gehen. Genauere Darstellungen darüber wurden bislang nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Wohin kommt der vom eventuellen Murkraftwerk produzierte Strom, wenn wir doch Atomstrom u. a. beziehen?
Er wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Nutzungsmöglichkeiten: Deckung des Bedarfs der Verbraucher, Pumpspeicherung, Export. Eine genaue Zuordnung der Nutzung ist nicht möglich. Durch die Stromlieferung aus Puntigam wird es zu keiner Änderung innerhalb der energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der österreichischen E-Wirtschaft kommen. Somit kommt es auch zu keiner Änderung des Imports von Strom aus dem ENTSO-E Raum.
Der Strom aus dem eventuellen Murkraftwerk Graz würde in das Umspannwerk Graz Süd mit 20 kV eingespeist und diente dort direkt zur 20-kV-Versorgung der Stadt Graz und würde also auch in Graz verbraucht. Dementsprechend würde weniger Strom aus dem übergeordneten 110-kV-Netz zum Umspannwerk Graz Süd fließen und somit nach Graz.
Wäre es nicht besser, das Geld statt für das Murkraftwerk für Solaranlagenförderung in Graz zu verwenden?
Derzeit liegt noch keine Antwort vor.
Warum wird der Augartenpark nicht als Gestaltungsschwerpunkt in den Masterplan Mur aufgenommen? = Große urbane Chance!
Die Stadt Graz hat sich bereits im Grünraumprogramm, im Stadtentwicklungskonzept auf eine Strategie zur Erhaltung des Grünraums Mur festgelegt! Wieso kann sie jetzt, ohne demokratische Änderung ihrer Ziele (unserer Ziele) einem Kraftwerk eines privaten Konzerns unter Zerstörung des Flusses zustimmen?
Das Sachprogramm Grünraum ist dem Grunde nach weiterhin gültig und wird auch zur vorausschauenden Planung im Rahmen des Masterplanes und letztlich zur Beurteilung der Auswirkungen eines Kraftwerkes auf die städtische Beschlusslage ihrer „grünen“ Zielsetzungen dienen.
Noch einmal: Die Kernaussage des Sachprogrammes Grünraum (und dieses nimmt ältere Aussagen zum Murraum und der Mur aus den 80’er Jahren mit auf und diente gleichzeitig auch als inhaltliche Vorlage für das derzeit noch gültige 3.0 Stadtentwicklungskonzept) lautet: Die Gestaltung der Murufer ist zu begrüßen, deren Zugänglichkeit und Erlebbarkeit ist zu verbessern, die Schaffung von Nebenarmen wird angestrebt, der Eintiefung der Mur ist durch Anhebung des Wasserspiegels entgegen zu wirken etc. „Gestaltung des Lebensraumes Mur“ heisst: planmäßiges Eingreifen und Verändern des status quo. Ein grundsätzlicher Widerspruch zur städtischen Beschlusslage in dem Sinne, das ein Kraftwerk per se mit den Zielen zur Mur samt ihrem Lebensraum nicht vereinbar wäre, gibt es nicht. Entscheidend ist die Frage des Aufstauens und der damit einhergehenden stadträumlichen, stadtstrukturellen Auswirkungen.Die zum Murraum zitierten Ziele und Maßnahmen aus dem 3.0 Stadtentwicklungskonzept und Sachprogramm Grünraum sind das Ergebnis einer über Jahrzehnte kultivierten Zusammenarbeit von Fachleuten, interessierter Öffentlichkeit und entscheidender und beschließender Politik (Zweidrittelmehrheit im Gemeinderat!). Der beschlossene Ziel- und Maßnahmenkatalog dokumentiert somit das öffentliche Interesse an der Entwicklung des Lebensraumes an der Mur, er hat einen mittel- bis langfristigen Entwicklungshorizont und ist frei von wirtschaftlichen Einzelinteressen.
Meines Erachtens ist die Stadt Graz an diese verordneten und vom Gemeinderat beschlossen Ziele - bis zu einer eventuellen Änderung - gebunden. In der Umsetzung erwartet sich die Bevölkerung von den politischen Verantwortungsträgern und der Verwaltung, dass die in den Diskussionsprozessen vereinbarten und in den politischen Entscheidungen beschlossenen Ziele mit Nachdruck verfolgt und eingehalten werden. Darauf gründet sich das notwendige Vertrauen der Bevölkerung in die Politik und ihre handelnden Personen.
Welcher Ersatz für die Wellen an der Radetzky- bzw. Hauptbrücke ist geplant, die derzeit von den Kanuten und Surfern als Sport- und Wettkampfstätten benützt werden?
Derzeit liegt noch keine Antwort vor.
Glaubt man wirklich, dass ein Park so vielen Tieren Lebensraum bietet? Ein Baum braucht mindestens 50 Jahre dazu. Für Vögel und Tiere!
Warum wurden keine anderen Alternativen vor diesem Bau vorgeschlagen und diskutiert? Wasserkraft kann man auch anders nutzen!
Derzeit liegt noch keine Antwort vor.
Welchen Sinn haben Fischaufstiegshilfen in der geplanten Staukette an der Mur, wenn Fische nur von einem Stauraum in den nächsten gelangen können?
Warum ist die Ersatzwelle nicht mehr Teil des Projekts und der UVP? Schon wieder einmal wurde die Mur-Welle 2003 auf Druck von außen von der Gemeinde wieder zurückgebaut.
Derzeit liegt noch keine Antwort vor.
Dient dieser Kraftwerksbau bzw. dienen diese Kraftwerke der Monopolisierung von Strom?
Haben Grazer Bürger politischen Einfluss auf die Graz Holding? Und inwiefern?
Derzeit liegt noch keine Antwort vor.
Wie gedenkt die Stadt Graz mit der drohenden Moskitoplage aufgrund eines stehenden Gewässers umzugehen? Fledermäuse als natürliche Räuber wird es kaum noch geben, denn die hohlen, alten Bäume werden ja abgeholzt.
Warum wird die Beteiligung des französischen Atomkonzernes EdF nicht aufgegeben? Erst dann kann das Argument „Wasserkraft statt Atomstrom" vielleicht berechtigt sein.
Wieviel haben Seitinger, Wegscheider, Nagl und Co für den Auftritt in der bezahlten Werbung der ESTAG (? War nicht deutlich lesbar) bekommen?
Stmk. Stromverbrauch 10.000 GWh. Erzeugung Puntigam 50 GWh. Somit handelt es sich um ein Pimperlkraftwerk. In Anbetracht des riesigen Eingriffs, worin soll der große Nutzen stecken?
Die österreichischen kalorischen Kraftwerke haben einen hohen elektrischen Wirkungsgrad (auch im europäischen Vergleich) und sind praktisch alle als Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen) ausgeführt, aus denen die Fernwärmeversorgung der großen Ballungsgebiete erfolgt. Somit ist der ökonomische Druck zur Reduktion der Erzeugung geringer als in Kraftwerken mit schlechteren Wirkungsgraden. Da aus den KWK-Anlagen auch die Fernwärmeversorgung abgedeckt wird, können diese Anlagen in der Heizperiode nicht abgeschaltet werden. Aus diesem Grund ist eine allfällige CO2-Einsparung nicht im Inland zu erwarten. Am ehesten wird dies in Kraftwerken mit signifikant schlechteren Wirkungsgraden (Altanlagen in Osteuropa) erfolgen.
Kein Atomkraftwerk wird durch die Stromlieferung aus Puntigam abgeschaltet werden. (Zur Orientierung: Ein Atomkraftwerk mit einer Nennleistung von 1.000 [MW] liefert innerhalb von ca. 3 Tagen im Grundlastbetrieb die gleiche Strommenge, die das Kraftwerk Puntigam in einem Jahr in das Netz einspeist.)
Warum und wo werden Pläne und Fotos vom Projekt Murkraftwerk der unwissenden Bevölkerung nahegebracht, damit sie besser informiert ist?
Für die Öffentlichkeit, aber auch für die entscheidenden Politikerinnen und Politiker muss das Projekt planlich so aufbereitet werden, dass die räumlichen Veränderun-gen im Kraftwerksbereich, der Stauzone und der Eintiefung; die Rodungs- und Schlägerungsbereiche; der für den Bau benötigte Raum mit den Zufahrten für den Baustellenverkehr und die angestrebten Ausgleichsmaßnahmen auch von allen Interessierten gelesen werden können.
Für das Großbauvorhaben eines Murkraftwerkes mit noch unabsehbaren Aus- und Folgewirkungen für die betroffenen Menschen und die Natur wurde die Grazer Bevölkerung bisher von der EStAG und den zuständigen Politikern lediglich mit einigen beschönigenden Animationen (es ist nicht seriös, wenn das Kraftwerk mit einem Bewuchs dargestellt wird, der von der Intensität dem gegenwärtigen entspricht und frühestens in drei bis vier Jahrzehnten entstehen kann) im wahrsten Sinne „abgespeist", obwohl das gesamte Projekt seit dem Vorjahr beim Amt der Steiermärkischen Landesregierung mit allen Plandarstellungen, Berechnungen und Fachgutachten eingereicht ist und daher kein Mangel an Informationsmaterial bestehen dürfte.
Dadurch muss der Eindruck entstehen, dass eine inhaltliche Information der Grazer Bevölkerung weder von den verantwortlichen Politikern, noch von der EStAG beabsichtigt ist. Die bisherige Informationspolitik ist daher für ein Projekt, das in keinem Ent-wicklungskonzept oder Sachprogramm verankert ist und die Stadt gravierend und nachhaltig verändern würde, völlig unzureichend!
Offenbar sollen die aufwändigen Werbekampagnen in den Medien eine „Überzeu-gungsarbeit von oben" leisten: Die Statements von Politikern (Landeshauptmann, Bürgermeister, Parteiobleute, etc.) und wichtigen Persönlichkeiten, die in knappen Sätzen und ohne auf konkrete Probleme einzugehen eine positive Haltung zum Kraftwerksbau signalisieren, sollen augenscheinlich das Terrain für die Entscheidung aufbereiten und damit eine substanzielle Information und Diskussion ersetzen.
Wer besitzt noch den Mut, sich kritisch bis negativ zum Projekt eines Kraftwerksbaues in der Öffentlichkeit, auf der Ebene der Verwaltung oder in einem politischen Gremium zu äußern, wenn sich die obersten Organe der Politik bereits unmissver-ständlich festgelegt haben?
Wieviel hat die einseitige Werbekampagne der ESTAG bisher gekostet? Wird von den Stromkunden ungefragt bezahlt!
Warum gibt es bis heute keine vollständigen Projektpläne zur Information der interessierten Bevölkerung?
Gibt es Pläne für einen weiteren Ausbau der gegenständlichen Kraftwerksprojekte und welches Gebiet würde das zusätzlich erfassen? (hinsichtlich Wasserrückstau, Wasserspiegelanhebung und weitere Rodungen entlang der Murböschung ab Hauptbrücke flussaufwärts?
Lässt sich sagen, wie viel das Projekt dem Land Steiermark kostet? Vor allem vor dem Hintergrund des angeblichen Sparzwanges.
An Bgm. Siegfried Nagl: Warum kommt keine Volksbefragung, obwohl sie diese noch letzten Herbst gefordert und lange angekündigt haben?
Warum beteiligt sich Bgm. Nagl an bezahlten Anzeigen der ESTAG? (Juli 2010, doppelseitige Anzeige in der Kleinen Zeitung, als redaktioneller Beitrag getarnt!)
Warum hat das Bürgermeisteramt Angst vor einer Diskussionsveranstaltung?