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Mobilitätsverhalten

Mobilitätserhebung der Wohnbevölkerung 2013

Langzeitbeobachtung: Seit 1982 erhebt die Stadt Graz regelmäßig das Mobilitätsverhalten ihrer Wohnbevölkerung, die letzte Erhebung erfolgte im Herbst 2013. Durch Vergleich mit den vorangegangenen Erhebungen der Jahre 1982, 1991, 1998, 2004 und 2008 die alle nach derselben Methode durchgeführt worden waren, können längerfristige Veränderungen im Verkehrsverhalten festgestellt und Schlüsse daraus gezogen werden.

Bewertung: Das Ziel einer weiteren Verringerung des motorisierten Individualverkehrs (MIV) und damit Fortsetzung des Trends der letzten Erhebung 2008 konnte nicht erreicht werden. Der MIV hat sich mit leichten Schwankungen in etwa stabilisiert, hat aber gegenüber 2008 wieder zugenommen. Der Anteil des Öffentlichen Verkehrs (ÖV) konnte seit Beginn der Erhebungen erhöht werden, stagniert aber seit 2008. Der Weganteil des nicht motorisierten Individualverkehrs (NMIV) hat im Vergleich zu 2008 leicht abgenommen, wobei der FußgängerInnen-Anteil stabilisiert werden konnte. Der Fahrradverkehr hat allerdings, nach der starken Steigerung bei der letzten Erhebung,  leicht abgenommen.

Zur Erhebung 2013:

 
Grundlagen zur Erhebung
  • Es wurden 1.417 Grazer Haushalte mit 3.276 Personen über 6 Jahre befragt (entspricht einer Rücksendequote von 53%).
  • Postalische Erhebung zwischen 30.9. und 15.11.2013
  • Verfahren: KONTIV-Verfahren mittels Verkehrstagebuch
 
Verkehrsmittelaufteilung - Modal Split
Modal Split 
Modal SplitModal Split
 

Unter „Modal Split" versteht man die Anteile der erhobenen Wege nach den einzelnen Verkehrsarten, gemessen an der Gesamtheit aller erhobenen Wege.

Derzeit werden rund 46,8 Prozent aller Wege der GrazerInnen mit dem Kfz als LenkerInnen oder MitfahrerInnen zurückgelegt. Der Anteil des öffentlichen Verkehrs beträgt 19,8 Prozent und ist damit seit der letzten Erhebung ungefähr gleich geblieben. In absoluten Zahlen betrachtet sind die Fahrgastzahlen in diesem Zeitraum um 10% gestiegen. Der Weganteil des nichtmotorisierten Verkehrs (FußgängerInnen und RadfahrerInnen) lag 2013 bei 33,4 Prozent aller Wege. Der Fußverkehr, der seit 1982 kontinuierlich zurückgegangen ist, ist erstmals gleich geblieben. Der Radverkehr hat nach seiner Verdoppelung im Zeitraum 1982 bis 2008 wieder leicht abgenommen (von 16,1 Prozent im Jahr 2008 auf 14,5 Prozent 2013). Der Anteil der MIV-MitfahrerInnen beträgt derzeit 9,3 Prozent.

 
Verkehrszweckmatrix
Verkehrszweckmatrix 
VerkehrszweckmatrixVerkehrszweckmatrix
 

Verkehr ist kein Selbstzweck, sondern dient der Erledigung von Tätigkeiten außer Haus. Diese Tätigkeiten können in fünf „Daseinsgrundfunktionen" zusammengefasst werden: Wohnen, Arbeiten, Ausbildung, Einkauf, Freizeit.

Ca. 80% aller Wege haben ihren Ausgangspunkt oder ihr Ziel in der Wohnung. Jeder vierte Weg wird zwischen der „Wohnung" und der „Arbeit" sowie zwischen  „Wohnung" und „Erledigung" zurückgelegt. Dieses Ergebnis unterstreicht die enge Wechselwirkung  zwischen Raumordnung und Verkehrsplanung, z.B. die Bedeutung der Wahl des Wohnstandortes und des Arbeitsplatzes für die Weglängen bzw. die Wichtigkeit von dezentralen Versorgungseinrichtungen für kurze Weglängen.

 
Verkehrsmittelaufteilung und Verkehrszweck
 

Die meisten Wege der Grazer Wohnbevölkerung werden im Einkaufs- und Erledigungsverkehr (Einkäufe, Behördenwege, Arztbesuch, Serviceweg usw.) zurückgelegt, gefolgt vom Freizeit- und vom Berufspendlerverkehr. Der öffentliche Verkehr hat seine größten Anteile beim Ausbildungspendlerverkehr. Das Auto weist die größten Weganteile beim Personenwirtschafts- und Berufspendlerverkehr auf. Der FußgängerInnenverkehr erreicht seine Spitzenwerte beim Ausbildungspendler- und Einkaufs- und Erledigungsverkehr sowie Freizeitverkehr. Das Fahrrad findet seinen größten Einsatzbereich im Berufspendler- und Freizeitverkehr. Auffallend ist der geringe Anteil des Fahrradverkehrs im Ausbildungspendlerverkehr (starke Abnahme in den letzten Jahren).

 
Verkehrsmittelaufteilung und Alter
Verkehrsmittel + Alter 
Verkehrsmittel + AlterVerkehrsmittel + Alter
 

Die Verkehrsmittelaufteilung hängt stark vom Alter ab. Der öffentliche Verkehr hat seine stärksten Anteile bei den 11 bis 15-jährigen mit ca. 64% der Wege und bei den 16 bis 25-jährigen mit 32%. Die stärksten Anteile des MIV treten mit 58% in der Altersgruppe von 36 bis 65 Jahren auf.

Der Fahrradverkehr hat seine stärksten Anteile bei den 16 bis 35-jährigen mit ca. 18 bis 19% aller Wege diese Altersgruppe.

Auffallend ist der geringe Radverkehrsanteil der 11 bis 15-jährigen.

 
„Tür-zu-Tür“-Wegentfernung im Zeitvergleich
Verkehrsmittel im Zeitvergleich 
Verkehrsmittel im ZeitvergleichVerkehrsmittel im Zeitvergleich
 

Die mittlere „Tür-zu-Tür"-Wegentfernung der Wege unter 100 km Wegentfernung hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Die stärkste Steigerung zeigt sich beim motorisierten Individualverkehr von 8,2 km mittlerer Weglänge im Jahr 1991 auf 10,6 km im Jahr 2013 (+29%).

Dies kann als Folge der dezentralen Siedlungsentwicklung und der Zentralisierung der Versorgungseinrichtungen (Einkaufszentren, Fachmärkte etc.) gesehen werden.

 
Verteilung der Wege der MIV-LenkerInnen nach der mittleren Wegentfernung der anderen Verkehrsmittel
Verkehrsmittel + Wegentfernung 
Verkehrsmittel + WegentfernungVerkehrsmittel + Wegentfernung
 

Diese Ergebnisse zeigen, dass ein großer Teil der Wege der MIV-LenkerInnen eine Weglänge und mittlere Tür-zu-Tür-Geschwindigkeiten haben, die den Verkehrsmitteln zu Fuß, Fahrrad, und ÖV entsprechen. Die Auswertung der Wege der MIV-LenkerInnen nach der mittleren Wegentfernung der anderen Verkehrsmittel zeigt:

  • 6% aller Wege der MIV-LenkerInnen sind bis inkl. 1,1 km lang, der durchschnittlichen Weglänge der FußgängerInnen. Die Tür-zu-Tür-Geschwindigkeit des Kfz ist dabei mit 5 km/h nur etwas höher als zu Fuß (4 km/h).
  • 29% aller Wege der MIV-LenkerInnen weisen eine Weglänge unter 3,0 km auf. Dies ist die mittlere Weglänge der Grazer RadfahrerInnen. Mit 11 km/h ist die Tür-zu-Tür-Geschwindigkeit des MIV sogar langsamer als jene des Radverkehrs (12 km/h).
  • 52% der Wege der MIV-LenkerInnen sind unter 5,9 km lang, der mittleren Weglänge des ÖV. Die Tür-zu-Tür-Geschwindigkeit des MIV liegt bei diesen Wegen mit 13 km/h auch nur etwas höher als jene de ÖVs (10 km/h).
 
Fahrzeug- und ÖV-Zeitkartenbesitz
Verkehrsmittel + Zeitkartenbesitz 
Verkehrsmittel + ZeitkartenbesitzVerkehrsmittel + Zeitkartenbesitz
 

Eine der wesentlichen Einflussfaktoren auf das Mobilitätsverhalten ist der Besitz von Fahrzeugen, Führerschein bzw. Zeitfahrkarten für den ÖV. Bei der Mobilitätserhebung 2013 hat sich ergeben:

  • Mehr als jede/r zweite Grazerin oder Grazer besitzt ein Fahrrad.
  • Beim Pkw-Besitz zeigt sich noch ein starker Unterschied zwischen Frauen und Männern (rund. 59 Prozent der Männer und 39 Prozent der Frauen besitzen ein Auto). Beim Führerscheinbesitz ist der Unterschied zwischen Frauen und Männern deutlich geringer als beim PKW-Besitz.
  • Beim ÖV-Zeitkartenbesitz (Wochen-, Monats- und Jahreskarten) dominieren die Frauen. Eine Ursache dafür ist der geringere Motorisierungsgrad der Frauen.
 
Kontakt

Abteilung für Verkehrsplanung
Europaplatz 20 | 8011 Graz
Tel.: +43 316 872-2881
E-Mail: verkehrsplanung@stadt.graz.at

 
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