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Erzherzog-Johann-Brücke, im Hintergrund das Kunsthaus. Foto: Stadt Graz/Kroißenbrunner

Mobilitätszahlen

Graz bewegt sich

Seit 1982 erhebt die Stadt Graz regelmäßig das Mobilitätsverhalten ihrer Wohnbevölkerung, die letzte Erhebung erfolgte im Herbst 2008. Durch Vergleich mit den vorangegangenen Erhebungen der Jahre 1982, 1991, 1998 und 2004, die alle nach derselben Methode durchgeführt worden waren, können längerfristige Veränderungen im Verkehrsverhalten festgestellt und Schlüsse daraus gezogen werden.

Zwischen den beiden aktuellsten Erhebungen gibt es erstmals eine Trendumkehr beim motorisierten Individualverkehr, dessen Anteil sank erfreulicherweise um 2,5 Prozent. Dieser Umbruch zeigt sich auch im Motorisierungsgrad der Grazer Bevölkerung. Beim Öffentlichen Verkehr und Fahrradverkehr gibt es einen Zuwachs, die seit 1982 bestehende Abnahme beim Fußgängerverkehr konnte leider noch nicht gestoppt werden.

Im Folgenden werden die wichtigsten Ergebnisse der Erhebung dargestellt und erläutert.

 
Verkehrsmittelaufteilung - Modal Split

Unter „Modal Split" versteht man die Anteile der erhobenen Wege nach den einzelnen Verkehrsarten, gemessen an der Gesamtheit aller erhobenen Wege.
Derzeit werden rund 45 Prozent aller Wege der GrazerInnen mit dem Kfz als LenkerInnen oder MitfahrerInnen zurückgelegt. Der Weganteil des öffentlichen Verkehrs beträgt 20 Prozent. Dieser Anteil ist seit 1982 um 10 Prozentpunkte gestiegen Der Weganteil des nichtmotorisierten Verkehrs (FußgängerInnen und RadfahrerInnen) lag 2008 bei 35 Prozent aller Wege. Der Fußverkehr ist seit 1982 kontinuierlich zurückgegangen, was auf die Zunahme der Wegentfernungen als Folge der dezentralen Siedlungsentwicklung und die Zunahme des Kfz- und Führerscheinbesitzes zurückzuführen ist. Seit 2004 ist der Rückgang allerdings nicht mehr so stark wie die Jahre zuvor. Deutlich zugenommen hat seit 1982 der Radverkehr, von 2004 bis 2008 gab es erstmals ein Anteilsplus von 2 Prozent, nachdem zwischen 1998 und 2004 der Anteil gleich geblieben war.

 
"Modal Split" 
"Modal Split""Modal Split"
 
 
Verkehrsmittelaufteilung nach Verkehrsbeziehungstyp

Die Verkehrsmittelaufteilung ist stark von der Lage der Quelle und des Zieles des Weges abhängig. Die Bedeutung des motorisierten Individualverkehrs („MIV") nimmt vom Stadtzentrum zu den Außenbezirken zu:

  • 62 Prozent der Wege mit Quelle oder Ziel im 1. bis 6. Bezirk werden mit dem nichtmotorisierten und öffentlichen Verkehr zurückgelegt. Auffallend ist auch der hohe Weganteil des Radverkehrs von 20 Prozent. 30 Prozent der Wege werden mit dem MIV als Lenker zurückgelegt. Der erfreulich hohe Anteil des Umweltverbundes ist hier auf die urbane Stadtstruktur und die damit verbundene Nutzungsmischung zurückzuführen.
  •  Der Weganteil der MIV-LenkerInnen bei Wegen, die in den Außenbezirken (7 bis 17) beginnen oder enden, liegt bei ca. 45 Prozent. Hier haben Radverkehr und FußgängerInnenverkehr nur jeweils 11 Prozent Weganteil. In diesen Bezirken finden sich noch weitreichende Stadtteile ohne ausreichende Versorgungsinfrastruktur.
  • Im Ziel- und Quellverkehr der GrazerInnen bezogen auf Graz, also über die Stadtgrenze, werden 68 Prozent der Wege als MIV-LenkerIn zurückgelegt. Der Anteil des öffentlichen Verkehrs liegt bei 9 Prozent. Der Prozentsatz des FußgängerInnen- und Radverkehrs ist sehr gering.
 
Verkehrsbeziehung 
VerkehrsbeziehungVerkehrsbeziehung
 
 
Verkehrsmittelaufteilung und Verkehrszweck

Die meisten Wege der Grazer Wohnbevölkerung werden im Einkaufs- und Erledigungsverkehr (Einkäufe, Behördenwege, Arztbesuch, Serviceweg usw.) zurückgelegt, gefolgt vom Freizeit- und vom Berufspendlerverkehr. Der Öffentliche Verkehr hat seine größten Anteile beim Ausbildungs¬pendler-, Berufspendler- sowie Personenwirtschaftsverkehr. Das Auto weist die größten Weganteile beim Personenwirtschafts- und Berufspendlerverkehr auf. Der FußgängerInnenverkehr erreicht seine Spitzenwerte beim Ausbildungspendler- und Einkaufs- und Erledigungsverkehr, das Fahrrad findet seinen größten Einsatzbereich im Ausbildungs-, Berufspendler- und Freizeitverkehr.

 
Verkehrszweck 
VerkehrszweckVerkehrszweck
 
 
Fahrzeug- und ÖV-Zeitkartenbesitz

Eine der wesentlichen Einflussfaktoren auf das Mobilitätsverhalten ist der Besitz von Fahrzeugen, Führerschein bzw. Zeitfahrkarten für den ÖV. Bei der Mobilitätserhebung 2008 hat sich ergeben:

  • Mehr als jede/r zweite Grazerin oder Grazer besitzt (mindestens) ein Fahrrad.
  • Beim KFZ-Besitz zeigt sich noch ein starker Unterschied zwischen Frauen und Männern (rund. 62 Prozent der Männer und 41 Prozent der Frauen besitzen ein Auto). Beim Führerscheinbesitz ist der Unterschied zwischen Frauen und Männern deutlich geringer als beim PKW-Besitz.
  • Beim ÖV-Zeitkartenbesitz (Wochen-, Monats- und Jahreskarten) dominieren die Frauen. Eine Ursache dafür ist der geringere Motorisierungsgrad der Frauen. 
 
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