


Die Gottscheer Gedenkstätte in Mariatrost feierte 45 Jahre Bestandsjubiläum. (Foto: Stadt Graz/Fischer)

Diözesanbischof Dr. Dr. Egon Kapellari las die feierliche Messe. (Foto: Gottscheer Landsmannschaft Graz)Die Gottscheer Gedenkstätte in Mariatrost begeht heuer ihr 45-Jahr-Jubiläum. Im Jahr 1967 geweiht wurde sie zur geistigen Heimat der Gottscheer in aller Welt, alljährlich im Juli wird eine Wallfahrt hierher organisiert. Diese stand am vergangenen Sonntag, 29. Juli 2012, unter dem Motto „Mit der Heimat im Herzen der Gottscheer Tradition verbunden". Zahlreiche Gottscheer, darunter der Obmann der Landsmannschaft Graz Albert Mallner, hatten sich vor dem sakralen Bauwerk versammelt, in Vertretung für Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl war Gemeinderat Kurt Hohensinner, MBA, gekommen, auch Landtagsabgeordnete Barbara Riener war unter den Ehrengästen. „Diese Gedenkstätte erinnert uns daran, dass die Menschheit, wie es Viktor Emanuel Frankl so schön auf den Punkt bringt, eine ‚Legierung aus Gut und Böse ist‘ und dass der Riss, der sich dadurch ergibt, durch alle Völker, Religionsgemeinschaften, gesellschaftliche Schichten und selbst Familien hindurchgeht", so Hohensinner, der den Wert von Gemeinschaft hervorstrich: „In dieser Landsmannschaft zu sein bedeutet Tradition und Freundschaft zu pflegen und auch die Menschen in seinem Umfeld nicht zu vergessen, denen es nicht so gut geht."
Starke Gemeinschaft
Die Gedenkstätte ist Gebetsraum und Museum in einem. So befindet sich in den Untergeschoßen der Archiv- und Schaubereich, in dem die 675-jährige Geschichte der Gottscheer vorgestellt wird. Trachten, Heimarbeit, eine Gottscheer Bauernstube, Schrifttum und Bilder dokumentieren eindrucksvoll die kulturelle Identität dieser bis heute in engem Zusammenhalt lebenden Volksgruppe - einer deutschen Sprachinsel im ehemaligen Herzogtum Krain (Slowenien) - , die nach der Vertreibung durch die Nationalsozialisten vor allem in Österreich, Deutschland, den USA und in Kanada eine neue Heimat gefunden hat. Der altertümliche deutsche Dialekt - das Gottscheerische -, von Sprachforschern als „Mittelhochdeutsch" bezeichnet, hat sich bis heute erhalten.