
Die große Zahl herrenloser Katzen in Graz bereitet derzeit vielen TierliebhaberInnen und ExpertInnen Kopfzerbrechen. Das Veterinärreferat unter Stadtrat Michael Grossmann gibt ab morgen Freitag, 10. August 2012, Gutscheine für die Kastration streunender Katzen durch den Tierarzt aus. Mit dieser Aktion, die von der Tierärztekammer initiiert wurde, soll einer weiteren Vermehrung der wildlebenden Tiere Einhalt geboten werden.
ExpertInnen sprechen von einer derzeit sehr hohen „Wildpopulation" von Katzen im Grazer Stadtgebiet. Auch im Veterinärreferat der Stadt Graz langten in den vergangenen Tagen zahlreiche Mitteilungen von besorgten TierliebhaberInnen ein. „Die im Frühjahr geborenen Jungen werden jetzt aktiv", erklären die Sachverständigen das vermehrte Auftauchen herrenloser Katzen in den Sommermonaten, vor allem in den weniger dicht verbauten Grazer Randbezirken. Um wie viele Tiere es sich handelt, ist freilich nicht seriös zu schätzen.
Gutscheine beim Veterinärreferat
Eine Möglichkeit, die weitere Vermehrung dieser Katzen zu verhindern, ist die Kastration der streunenden Tiere. Die Eingriffe werden von TierärztInnen durchgeführt und müssen von jenen Personen bezahlt werden, die die vierbeinigen „Patienten" bringen. Weil verständlicherweise kaum jemand bereit ist, Kosten für „fremde" Tiere zu übernehmen, springt die Stadt Graz ein: Im Veterinärreferat in der Lagergasse 132 erhält man Gutscheine, die bei den Tierärzten einzulösen sind und die Kosten für die Kastration zur Gänze abdecken. Der Wert eines Gutscheins beträgt somit 30 Euro für die Behandlung weiblicher bzw. 18 Euro bei der Kastration männlicher Tiere. Das Veterinärreferat beteiligt sich damit an einer Aktion der Tierärztekammer Steiermark, die dieses Gutscheinsystem mit den VeterinärmedizinerInnen koordiniert hat. Die Gutscheine sind ab 10. August 2012 erhältlich, es empfiehlt sich zuvor ein Anruf unter Tel. +43 316 872-3281 oder +43 316 872-3282.
Im Veterinärreferat weiß man, dass viele TierliebhaberInnen streunende Katzen nach der Kastration bei sich aufnehmen - was durchaus in Ordnung ist, sofern man sich zuvor versichert hat, dass es sich tatsächlich um herrenlose Tiere handelt, das heißt, dass sie nicht als entlaufen gemeldet (Anschläge in der Umgebung beachten, in den Tierheimen nachfragen!) oder gar mit einem Chip versehen sind.