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News + Aktuelles

31.08.2012

Erfahrung für Alle bringt Erfolg für Alle

Tag der Offenen Tür bei ERfA

Sozialstadträtin Mag. Dr. Martina Schröck | Foto: Stadt Graz / Fischer 
Sozialstadträtin Mag. Dr. Martina Schröck | Foto: Stadt Graz / FischerSozialstadträtin Mag. Dr. Martina Schröck | Foto: Stadt Graz / Fischer
 
v.l.n.r.: ERfA-Obfrau Gabriele Oberhumer, Martina Schröck | Foto: Stadt Graz / Fischer 
v.l.n.r.: ERfA-Obfrau Gabriele Oberhumer, Martina Schröck | Foto: Stadt Graz / Fischerv.l.n.r.: ERfA-Obfrau Gabriele Oberhumer, Martina Schröck | Foto: Stadt Graz / Fischer
 

Wer einmal länger von Arbeitslosigkeit betroffen war, weiß wie schwierig der (Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt sein kann. Der Verein "ERfA"  („Erfahrung für Alle") nimmt sich genau diesem Problem an. Der seit dem Jahr 1997 bestehende Verein wurde ursprünglich als Verbindungsglied zwischen älteren, erfahrenen ArbeitnehmerInnen, die wegen hoher Gehaltskosten gekündigt wurden, und jungen Unternehmen bzw. solchen, die in Probleme geraten waren, und Erfahrungen von Fachkräften benötigen, sich solche aber nicht leisten können, gegründet.

Mittlerweile betreut „ERfA" in Zusammenarbeit mit dem Sozialamt Menschen, die schwer Zugang zum Arbeitsmarkt oder durch meist multifaktorielle Problemlagen ihre Beschäftigung verloren haben. Mehr als 200 Menschen konnten so im Jahr 2011 auf Basis fallweiser geringfügiger Beschäftigung im gemeinnützigen Bereich beschäftigt werden. Über die geringfügige Beschäftigung hinaus bietet der Verein in Kooperation mit dem Arbeitsmarktservice, der Stadt Graz und dem Land Steiermark voll versicherte, zeitlich befristete Arbeitsplätze im Rahmen der „Gemeindekooperation" an. Im heurigen Jahr wird der Verein „ERfA" vom Sozialamt der Stadt Graz mit insgesamt 450.000 Euro gefördert.

„Der Verein ,ERfA' ist ein wesentlicher Bestandteil der sozialen Landschaft in Graz", betonte Sozialstadträtin Martina Schröck bei einer Pressekonferenz anlässlich des „Tages der offenen Tür" bei „ERfA" am 30. August 2012. Was Schröck besonders wichtig ist: „Wenn Menschen in schwierigen Lagen Beschäftigung angeboten wird, so wird ihnen auch gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht. Daher ist es besonders wichtig, dass die Stadt Vereine und Organisationen fördert, welche Transitarbeitsplätze oder geringfügige Beschäftigungen anbieten. Mehr noch: Ich fordere ja schon länger, dass die Stadt Graz ihrer Verantwortung gegenüber arbeitslosen BürgerInnen gerecht wird und sich aktiv in die Arbeitsmarktpolitik einbringt", erneuerte Schröck ihre Forderung nach einem Ressort für Arbeit und Beschäftigung im Grazer Rathaus.

 
Kreativ: Aus Nähwerkstatt entstand eigene Modelinie
Das Modelabel "frei_stil" | Foto: Stadt Graz / Fischer 
Das Modelabel "frei_stil" | Foto: Stadt Graz / FischerDas Modelabel "frei_stil" | Foto: Stadt Graz / Fischer
 

Wie viel kreatives Potential in den „ERfA"-Schützlingen steckt, beweisen die Migrantinnen, welche in der Nähwerkstatt des Sozialvereines arbeiten und mit großer Begeistung und Kreativität Mode herstellen die unter der ERfA-Modelinie "frei_stil" erhältlich ist.

 
Amtlich: „ERfA" setzt Förderungen höchst effizient ein
Foto: Stadt Graz / Fischer 
Foto: Stadt Graz / FischerFoto: Stadt Graz / Fischer
 

Dass die finanziellen Mittel höchst effizient eingesetzt werden, weiß die Obfrau von "ERfA", Gabriele Oberhumer, zu berichten.  2011 wurden die betrieblichen Leistungen von „ERfA" einer SROI-Analyse unterzogen. Eine SROI-Analyse stellt Leistungen und Wirkungen den Investitionen bzw. Förderungen gegenüber. Für soziale Organisationen stellt sich die Frage: werden Fördermittel effektiv und effizient eingesetzt? Rechnen sich die Aufwände?

Für „ERfA" ergab diese Analyse ein höchst erfreuliches Ergebnis: „Aus den bei uns durchgeführten Vergleichen ergab sich, dass für jeden übergebenen Euro Leistungen im Wert von € 4,25 für die Allgemeinheit erbracht wurden, einerseits in Form von Abgaben, andererseits in Form von direkten Hilfen für sozial schwache Menschen. Dieser Wert ist ein hoher und weist auch quantitativ messbar nach, dass ,ERfA' einen effektiven und effizienten Ressourceneinsatz betreibt und die sozialen, sozialpolitischen und sozialwirtschaftlichen Zielsetzungen in hohem Maße erreicht", so Oberhumer.
Details zur SROI-Analyse und die wissenschaftliche Grundlagen der Methode werden im Oktober dieses Jahres in Buchform erscheinen.

 
Kritik: Debatte über „SozialschmarotzerInnen" geht an Wirklichkeit vorbei

Dass es sich bei den BezieherInnen der Bedarfsorientierten Mindestsicherung (BMS) um vorwiegend Arbeitsunwillige handle, sei ein Gerücht, das den Tatsachen klar widersprechen würde, erklärte Oberhumer, "ERfA könnte weitaus mehr Menschen beschäftigen, als finanziell möglich ist". 
 

 
Riesig: Der Graz-Schal erreichte eine Länge von mehr als 1.000 Metern

Im Rahmen des „Tages der offenen Tür" bei „ERfA" lud die Ehrenamtlichenrunde „Laufmaschen" des SeniorInnenreferates der Stadt Graz zum „Einsammeltag" für den von Martina Schröck im Rahmen ihrer Kampagne „Sozial verbindet" ins Leben gerufenen „Graz-Schal". Seit dem Frühjahr haben hunderte GrazerInnen und Nicht-GrazerInnen Schals gestrickt, die nun von den fleißigen Damen der „Laufmaschen" zu einem einzigen Schal zusammengefügt werden, mit welchem am 28. September 2012 symbolisch der Grazer Uhrturm umwickelt wird. Der Graz-Schal erreichte eine Länge von mehr als 1.000 Metern.

Unter den StrickerInnen waren u. a. SchülerInnen, StudentInnen, Vertreter von Männerorganisationen, die Frauen der „ERfA"-Nähwerkstatt, BewohnerInnen von Grazer Pflegeheimen und dutzende Einzelpersonen. Und auch Prominente wie Schlagerstar Monika Martin oder Grünen-Bundesvorsitzende Eva Glawischnig haben am „Graz-Schal" mitgestrickt.

 
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