




Im Rahmen des Kulturaustauschprojekts „Klassika“ ist das gleichnamige Philharmonische Kammerorchester aus Tscheljabinsk von 28. September bis 07. Oktober 2012 zu Besuch in der Steiermark und gestern, am 2. Oktober 2012 spielte es es ein Konzert für zwei Klaviere und Orchester mit der österreichisch-russischen Pianistin Ksenia Nesznanova und dem griechischen Pianisten Theocharis Feslikidis im Grazer Congress. Dies war auch der Anlass für den Botschafter der Russischen Föderation, S.E. Herr Sergej Netschajew, nach Graz zu kommen und Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl zu besuchen.
Nach einer sehr herzlichen Begrüßung erzählte der Grazer Bürgermeister von bewegenden Momenten und beeindruckenden Erlebnissen bei seinem Besuch in St. Petersburg. „Ich war besonders vom hohen Bildungsgrad beeindruckt und es wäre schön, wenn wir den Schüleraustausch weiter ausbauen würden. Derzeit leben ca. 1.500 russische StaatsbürgerInnen in Graz und es wäre mein Wunsch, wenn auch eine russisch orthodoxe Kirche in Graz errichtet werden würde“, so Nagl. „Dadurch könnten Menschen ihre Vorurteile und Ängste gegenüber anderen Glaubensrichtungen abbauen, wenn sie andere Gebetshäuser besuchen.“
„Ich freue mich sehr über Ihren Wunsch, eine russisch orthodoxe Kirche zu errichten. Wir in Russland sind interkonfessionell. Allerdings lassen wir keine Provokationen und Gotteslästerungen zu“, so der Botschafter, der gleich mit einem Klischee aufräumte: „Der Touristenzuwachs nach Österreich beträgt jährlich 30 Prozent. Es sind nicht mehr ausschließlich die Oligarchen, die Österreich bereisen, der Mittelstand hat immer mehr Lust auf einen Österreich-Besuch und diese Menschen sind mit drei oder vier Sternen sehr zufrieden“.
Botschafter Netschajew lobte auch die guten wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Graz bzw. der Steiermark und Russland. Er sieht aber noch viele Möglichkeiten der Erweiterung dieser Beziehungen. Vor allem im Warenaustausch gibt es noch ein großes Potenzial. „Wir haben in Russland immer mehr Geschäfte, in denen auch steirische Weine angeboten werden. Denn die Steiermark ist bekannt für ihre guten Tropfen“, so der Botschafter. Auch auf dem Holzmarkt sind mehr österreichische Unternehmen sehr willkommen.
Bürgermeister Nagl erklärte gerne seine Bereitschaft für weitere gemeinsame Projekte. Auch in der Mobilitätsbranche sind die Möglichkeiten mannigfaltig.
Zum Abschluss lud der Bürgermeister den russischen Botschafter ein, sich in das Goldene Buch der Stadt Graz einzutragen.