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24.10.2012

Roma – sechs Städte, sechs Themen

Gestern fand der Kongress „European neighbours" statt

300 TeilnehmerInnen diskutierten beim Kongress "European neighbours" über Einkommen und Arbeit der Roma. (Foto: Stadt Graz/Fischer) 
300 TeilnehmerInnen diskutierten beim Kongress "European neighbours" über Einkommen und Arbeit der Roma. (Foto: Stadt Graz/Fischer)
 

Auch im 21. Jahrhundert gibt es noch viele Vorurteile, mit denen sich Roma europaweit konfrontiert sehen. Die Möglichkeiten der Teilhabe am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben sind für diese Bevölkerungsgruppe nach wie vor erschwert. Arbeitslosigkeit, kaum Zugang zu Bildung und vieles andere mehr sind Auswirkungen davon. Genau dieses Thema - nämlich das „Einkommen und die Arbeit für Roma" - stand im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung des Kongresses „European neighbours", der noch weitere fünf Treffen folgen werden. 300 Personen, darunter etwa 70 Roma, waren am Dienstag, 23. Oktober 2012, in die Seifenfabrik gekommen, wo sie vom Grazer Stadtoberhaupt, Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl, und seinen AmtskollegInnen Vesna Zeljeznjak aus Koprivnica (Kroatien) und Peter Gogola aus Banska Bystrica (Slowakei) begrüßt wurden.

 
Menschenrechtsstadt Graz meldet sich zu Wort
„Es ist an der Zeit, dass Fragen im Zusammenhang mit der Volksgruppe der Roma als gesamteuropäische Fragen verstanden und sachlich diskutiert werden", betonte Nagl. Dazu sei insbesondere die Europäische Union gefordert und insofern sei es als gutes Zeichen zu werten, dass die gegenständliche Veranstaltungsreihe umfassend aus Mitteln der EU gefördert wird. Auch der Europarat mit Sitz in Strasbourg (Straßburg) nimmt sich der Volksgruppe der Roma an - „und tut dies ganz vorbildlich", ist das Grazer Stadtoberhaupt überzeugt. Eine enge Verbindung zu Strasbourg gibt es über das Städtenetzwerk „Club de Strasbourg" verbunden, dessen Initiator Graz ist. Außer der steirischen Landeshauptstadt finden sich noch Koprivnica und Banska Bystrica sowie Pecs, Moldova Noua (Rumänien) und Berlin in diesem Verbund, der gezielt auf Armutsbekämpfung ausgerichtet ist. Die Stadt Graz hat - anders als die anderen Städte in diesem Netzwerk - keine größere Roma-Population, als Menschenrechtsstadt jedoch eine besondere Verpflichtung, sich in punkto Chancengleichheit nicht nur zu Wort zu melden, sondern sich aktiv an Lösungsansätzen zu beteiligen. Nagl: „Uns ist es wichtig, über dieses Netzwerk die Bemühungen der Stadt Strasbourg zu Roma-Fragen zu unterstützen und an den Europarat heranzutragen." Besonders wichtig erscheint Bürgermeister Nagl in allen Fragen und Diskussionen im Zusammenhang mit der Volksgruppe der Roma die Einbindung der Betroffenen: „Deshalb ist die heutige Veranstaltung nicht darauf ausgelegt, über Roma zu sprechen, sondern mit Roma-VertreterInnen zu diskutieren."
 
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