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News + Aktuelles

24.10.2012

Frauenwohnheim startete Informationsoffensive

Einrichtung ist zu 100 Prozent ausgelastet

Sozialstadträtin Martina Schröck, Heimleiterin Monika Farkas und Sozialamtsleiter Gernot Wippel beim "get together" des Frauenwohnheimes | Foto: Stadt Graz/Fischer 
Sozialstadträtin Martina Schröck, Heimleiterin Monika Farkas und Sozialamtsleiter Gernot Wippel beim "get together" des Frauenwohnheimes | Foto: Stadt Graz/Fischer
 
 

„Die Frauen berichten immer wieder von erlebten Ungleichbehandlungen und unangenehmen Situationen. Aus diesem Grund entstand die Idee, eine allgemeine Informationskampagne in Form eines ,get together'-Tages zu organisieren, an dem sich das Frauenwohnheim seine verschiedenen Angebote präsentieren kann",  so die Leiterin des Frauenwohnheimes der Stadt Graz Monika Farkas. "Alle Interessierten sind eingeladen, sich in einer entspannten Atmosphäre über unsere Einrichtung zu informieren."

 Die Zielgruppe der Einladung sind unter anderem Kindergärtnerinnen und LehrerInnen aus den umliegenden Betreuungseinrichtungen und Schulen, VertreterInnen von Krankenhäusern, Fraueneinrichtungen, der Pfarre St. Josef, der Polizeidienststelle Finanzamt, dem Verein Tagesmütter, der Caritas oder des SMZ Liebenau.

Abbau von Vorurteilen
Für Sozialstadträtin Martina Schröck ist der Abbau von Vorurteilen gegenüber jenen Menschen, welche Sozialleistungen oder Betreuungseinrichtungen in Anspruch nehmen müssen, ein vorrangiges Ziel. „Das ist auch eines der Ziele der Aktion ,Sozial verbindet' - ich will die GrazerInnen dafür sensibilisieren, dass ein möglichst engmaschiges, gutes soziales Netz auch jenen zugute kommt, welche in der glücklichen Lage sind, derzeit keine Sozialleistungen in Anspruch nehmen zu müssen. Denn von sozialem Frieden profitieren wir alle! Und: Niemand kann vorhersehen, ob er nicht auch einmal Sozialleistungen in Anspruch nehmen wird müssen."

Zu 100 Prozent ausgelastet
Das Frauenwohnheim bietet in 15 Wohngemeinschaften (davon sieben Mutter-Kind-Einheiten) 65 Frauen und Kindern Unterkunft. Ein multiprofessionelles Team unterstützt die Bewohnerinnen in den Bereichen Wohnen, Gesundheit, Finanzen, Beschäftigung und allen Fragen des Alltags. Die Aufenthaltsdauer ist befristet und wird je nach Problemlage und Bedarf individuell vereinbart.
Die Auslastung war schon im vergangenen Jahr recht hoch - heuer bewegt sie sich aber auf extremem Niveau. „Im Vergleichszeitraum Jänner bis September hatten wir im Vorjahr 11.850 Nächtigungen zu verzeichnen, heuer sind wir bereits bei 15.649 Nächtigungen. Aktuell sind im Frauenwohnheim 46 Frauen, 12 Mädchen und 10 Buben untergebracht. Dazu kommen noch 4 Besuchskinder, die bei ihren Müttern zu geregelten Zeiten nächtigen dürfen", so Farkas.

Flucht vor Armut und Gewalt
Für die hohe Auslastung gibt es mehrere Gründe: „Neben den Problembereichen Verschuldung, Sucht, Arbeitslosigkeit, Armut (,working poor'), (psychische) Erkrankung, etc. ist zu beobachten, dass Frauen sich aus gewaltvollen Beziehungen eher getrauen zu flüchten als früher. Gleichzeitig werden soziale Netzwerke immer schwächer und Frauen kommen aus einer verdeckten Wohnungslosigkeit (Unterkunft bei Bekannten, Freunden ,...) in eine Einrichtung der Wohnungslosenhilfe. Die Frauen, die in unserer Leistungsgesellschaft nicht den Anforderungen gewachsen sind und sich keinen Wohnraum mehr leisten können, suchen nun offensichtlich verstärkt um Hilfe."

Die Tatsache, dass das Frauenwohnheim der Stadt Graz, wie auch alle anderen Notschlafstellen und Wohnungsloseneinrichtungen in Graz, heuer bereits im Sommer an seine Kapazitätsgrenzen stieß, lässt auch im Sozialamt der Stadt Graz die Alarmglocken schrillen. „Wir suchen bereits intensiv nach Räumlichkeiten, in denen im Winter notfalls wohnungslose Menschen untergebracht werden können", so der Leiter des Sozialamtes der Stadt Graz, Gernot Wippel.

 

 

Einige Fakten aus dem Jahresbericht 2011 des Frauenwohnheims:

  • Insgesamt wurden 127 Frauen mit 51 Kindern (ohne Besuchskinder) betreut.
  • 42 Prozent der Frauen waren unter 30 Jahre alt, 3% über 60 jahre alt.
  • 40 Prozent der Kinder waren unter 6 Jahre alt.
  • 77 Prozent der Bewohnerinnen blieben kürzer als 6 Monate im Frauenwohnheim.
  • Bei 69 Prozent der Bewohnerinnen wurde eine psychische Störung festgestellt.
  • 81Prozent der Bewohnerinnen waren österreichische Staatsbürgerinnen.
 
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