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News + Aktuelles

25.08.2017

Graz hat's vor allen anderen

Neue Pläne: Unterirdische Parkgarage am Eisernen Tor

Direkt unter dem Brunnen am Eisernen Tor könnten Sie 2019 Ihr Fahrzeug parken und ihm dabei durch den gläsernen Boden zuwinken. © Strohecker Architekten
Direkt unter dem Brunnen am Eisernen Tor könnten Sie 2019 Ihr Fahrzeug parken und ihm dabei durch den gläsernen Boden zuwinken.© Strohecker Architekten
 

Im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierten Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl und Bürgermeister-Stellvertreter Mag. (FH) Mario Eustacchio heute gemeinsam mit Strohecker Architekten das „SUP SMART URBAN PARK System". Dieses könnte an zwei Standorten - direkt unter dem Brunnen am Eisernen Tor und neben dem Opernpavillon - mit jeweils 300 Stellplätzen bereits 2019 realisiert werden. Großes Plus dieses innovativen „Bienenstock"-Parksystems: Die GrazerInnen gewinnen Raum zum Leben zurück. Es werden weniger Emissionen als in Tiefgaragen ausgestoßen. Ein neuer E-Mobility-Stützpunkt entsteht. Die Innenstadt als Einkaufszentrum wird gestärkt.

 

 
Graz als Welt-Allererster
So sehen es die Architekten: Man stellt sein Fahrzeug in eine Box und geht. Das Auto wird dann in bis zu 40 Meter Tiefe transportiert. Ganz ohne Menschenhand. © Strohecker Architekten
So sehen es die Architekten: Man stellt sein Fahrzeug in eine Box und geht. Das Auto wird dann in bis zu 40 Meter Tiefe transportiert. Ganz ohne Menschenhand.© Strohecker Architekten
 

Wer kennt das nicht? Man hat sich auf einen Kaffee verabredet und kreist und kreist ... Gerade rund um das Eiserne Tor ist es jedes Mal dasselbe mit den Parkplätzen: kein einziger in Sicht. Mühsam. Das könnte sich in Zukunft völlig ändern. Wenn es nach den Ideen der Strohecker Architekten geht, von denen die Koalitionspartner begeistert sind. „Smart Urban Parking System", kurz SUP, soll das Parken revolutionieren und könnte direkt unter dem Brunnen sowie gegenüber, neben dem Opernpavillon realisiert werden. „Ich bin wirklich sehr stolz auf unsere Grazer Architekten, die mit so viel Innovationskraft und Kreativität Graz einmal in die Poleposition katapultieren. Wir wären hiermit weltweit die Allerersten", streute Nagl zu Eingang einer Pressekonferenz, bei der das Smart Parken heute präsentiert wurde, Blumen. Und auch Eustacchio betonte: „Ein höchst spannendes Thema, ein System, das ich aus dem Film ‚Mission Impossible‘ kenne. Wir machen es hier in Graz zur Mission Possible."

 
Gläserner Brunnenboden mit Blick auf „Auto-Bienenstock“
Das SUP-System erinnert an einen Bienenstock und gilt als Parken der Zukunft. © Strohecker Architekten
Das SUP-System erinnert an einen Bienenstock und gilt als Parken der Zukunft.© Strohecker Architekten
 

Im Zuge der Arbeiten an einem Projekt am Eisernen Tor ist CEO DI Guido R. Strohecker gemeinsam mit seinem „Chief Leader" DI Alexander Feuchter am Thema Parkraum nicht vorbeigekommen. Rasch war klar, dass hier nur ein innovatives System Abhilfe schaffen kann, um einerseits Anreiz zu bieten, in die Innenstadt zu kommen und gleichzeitig die Autos von der Oberfläche wegzuschaffen. „Tiefgaragen sind technisch aufwendig, teuer und haben unangenehme Nebenwirkungen wie den hohen Ausstoß von Emissionen", erklärte Strohecker. Insgesamt seien sie maßgeblich an der Verteuerung des Wohnraums im urbanen Gebiet verantwortlich. „Ein Stellplatz kostet rund 55.000 Euro", rechnet der Architekt vor. Mit SUP, könnte man die Kosten auf 25.000 bis 30.000 Euro verringern, wenn nicht noch günstiger kriegen. 300 neue Stellplätze kämen demnach auf 7,5 Millionen Euro Investionskosten. Projekt 1 unter dem Brunnen, der dann übrigens einen Glasboden zum Durchschauen auf den „Auto-Bienenstock" bekäme, sei bereits durch Investoren finanziert. Bei jenem neben dem Opernpavillion denkt Strohecker an Crowdfunding.

 
Auto in die Box – kein Personal, nur Technik
Bis zu zwölf Stockwerke und rund 300 Autos kann das Smarte Parken umfassen. © Strohecker Architekten
Bis zu zwölf Stockwerke und rund 300 Autos kann das Smarte Parken umfassen.© Strohecker Architekten
 

Was für den Laien als schwierig machbar erscheint, ist für die beiden Bauexperten „keine Hexerei": Technisch und statisch sieht man an beiden Standorten kein Problem, auch was den Denkmalschutz betrifft. Rund 40 Meter in die Tiefe gebohrt und oben bleibt ja alles beim Alten: Die Bim fährt, der Brunnen plätschert, nur unten sind die Autos." Und wie kommen diese dorthin? Eine Art Liftsystem macht es möglich: Man fährt seinen Wagen in eine Box, steigt aus und geht. Den Rest erledigt nicht das Personal sondern die Technik. Und die ist mittlerweile gut erprobt. Im deutschen Wolfsburg, wo zwei Parktürme auf diese Art seit sieben Jahren in Betrieb sind, liefert die Firma Palis das nötige Know-how dafür. Was dort gut funktioniert, könnte auch in Graz klappen, sind die Architekten überzeugt.

 

 
Carsharing, E-Mobility-Stützpunkt und smarte Steuerung
An zwei Standorten wäre mit SUP Platz für insgesamt rund 600 Fahrzeuge. © Strohecker Architekten
An zwei Standorten wäre mit SUP Platz für insgesamt rund 600 Fahrzeuge.© Strohecker Architekten
 

Von den 300 Stellplätzen sind 150 für Carsharing vorgesehen und in Zusammenarbeit mit einem Start-up-Unternehmen wurde auch an die E-Mobility gedacht. Ein völlig neuartiges Ladesystem soll während der Parkzeit das Fahrzeug „unter Strom setzen". Die Abwicklung läuft direkt über Smartphone und -watch. So weiß man auch punktgenau, wann das Auto wieder aus der Tiefe auftaucht.

 
Weitere "Bienenstöcke" erwünscht

Was die Gebühren betrifft, so werden diese vom jeweiligen Betreiber abhängen. Die Stadt könnte hier durchaus auch in diese Rolle schlüpfen, schließen Nagl und Eustacchio nicht aus. Und die beiden Koalitionspartner denken auch schon über weitere Standorte für das SUP-Parken nach: „Smart City, Reininghaus aber auch im Herz-Jesu-Viertel. Dieses zukunftsweisende System kann die Park- und Verkehrssituation an vielen Stellen der Stadt verbessern."

Von: Michaela Krainz

 
Bürgermeister-Stv. Mario Eustacchio und ... © Stadt Graz/Foto Fischer
Bürgermeister-Stv. Mario Eustacchio und ...© Stadt Graz/Foto Fischer
 
... Bürgermeister Siegfried Nagl sind begeistert. © Stadt Graz/Foto Fischer
... Bürgermeister Siegfried Nagl sind begeistert.© Stadt Graz/Foto Fischer
 
DI Guido R. Strohecker (l.) und Alexander Feuchter präsentierten ihre Ideen. © Stadt Graz/Foto Fischer
DI Guido R. Strohecker (l.) und Alexander Feuchter präsentierten ihre Ideen.© Stadt Graz/Foto Fischer
 
 
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Ihre Kommentare (7)Diesen Beitrag kommentieren

B.W.  (04.09.2017, 11:53)
Ich freu mich schon auf das Chaos am Opernring! beidseits lange Schlangen zum Ein- und Ausfahren! Da bliebt nur mehr eine Spur dazwischen :)
daniel  (30.08.2017, 16:37)
Schon die Headline ist Humbug. Automatisierte unterirdische Parkanlagen gibt es schon seit Jahrzehnten. Selbst in Graz fallen mir ad hoc zwei ein (Rondo und Sackstraße Spitz/Schlossberg Hotel). Nur weil sich die Schlaumeier dafür begeistern heißt das noch lange nicht, dass sich Touristen für sowas ordinäres wie das Abstellen der dreckigen Autos interessieren würden.
Abgesehen davon. Wieviel Sinn macht es in der Feinstaubgeplanten Innenstadt das Autofahren zu attraktivieren? Richtig geraten: Keinen! Aber gut, wer sich im Urlaub für Tiefgaragen interessiert wird das wohl nicht wahrhaben wollen.
Josef Schmid  (29.08.2017, 20:45)
Leider wurde es beim Bau des Styria Media Centers in der Conrad von Hötzendorfstraße verabsäumt für ausreichende Parkplätze zu sorgen. In diesem Bereich ist sicher ein Bedarf gegeben.
Maximilian Stecher  (26.08.2017, 18:42)
An Alle die hier wieder schreiben, dass man den Feinstaub bekämpfen muss, lesen Sie mal diesen Artikel...
https://www.heise.de/tp/features/Diesel-Debatte-Feinstaub-statt-Stickoxide-3784732.html

Und wenn man den Feinstaub mindern will bei Autos, dann bleibt halt blöderweise mehr Stickoxid bei den Abgasen...
Michael Hohl  (25.08.2017, 18:16)
Sehr interessantes Projekt! In meinen Augen wäre es ohnehin ein guter Ansatz, den Fokus mehr auf Parkhäuser (nicht nur am Stadtrand als P+R, sondern verteilt über die ganze Stadt) zu legen und die Autos vom Straßenrand in Parkhäuser zu verlegen. Den gewonnen Platz am Straßenrand könnte man dann z.B. für neue Radwege verwenden. Damit wäre Autofahrer und Radfahrer gleichermaßen geholfen.
Ewald Eicher  (25.08.2017, 17:09)
Es ist absolut unbegreiflich wie rückwärtsgewandt die Grazer Stadtregierung ist. Statt den öffentlichen Verkehr und Radwege auszubauen wird in der Feinstaubhauptstadt weiterhin der Autoverkehr angekurbelt. Statt die Innenstadt endlich mehr zu begrünen um für natürliche Kühlung und bessere Luft zu sorgen, werden tausende große Bäume entlang der Mur gefällt.
Hubert Maier  (25.08.2017, 14:24)
Ein super Beitrag für die Förderung des Autoverkehrs in der Stadt - herzliche Gratulation an den Herrn Bürgermeister und seinen Ex-Verkehrsstadtrat!!!

Topleistung!

Wann kommen die Initiativen für den Tramausbau? Wann kommt die Radewegeverlängerung am Ring westlich des Jakominiplatzes?
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