Für barrierefreie Bedienung:

[Alt + 0] - Zur Startseite[Alt + 1] - Zur Suche[Alt + 2] - Zur Hauptnavigation[Alt + 3] - Zur Subnavigation[Alt + 4] - Zum Inhalt[Alt + 5] - Kontakt

Suche starten

BürgerInnen-Service

01.09.2017

Thema des Monats - September 2017

Die Klinisch-Forensische Untersuchungsstelle Graz

Professionelle Spurensicherung. © Foto: Bergmann
Professionelle Spurensicherung.Professionelle Spurensicherung.© Foto: Bergmann
 

Die Klinisch-Forensische Untersuchungsstelle Graz ermöglicht seit dem 1. Oktober 2008 Opfern körperlicher und/oder sexueller Gewalt, unabhängig von Alter und Geschlecht, eine zeitnahe klinisch-forensische Untersuchung und gerichtsverwertbare Verletzungsdokumentation.

Diese vom Ludwig Boltzmann Institut für Klinisch-Forensische Bildgebung und der Medizinischen Universität Graz ins Leben gerufene Einrichtung ist österreichweit die einzige gerichtsmedizinische Untersuchungsstelle, die sowohl Erwachsenen als auch minderjährigen Gewaltopfern einen niederschwelligen (unabhängig von einer vorausgegangenen polizeilichen Anzeige) Zugang zu einer forensischen Untersuchung bietet. Diese Untersuchung samt Spurensicherung ist für das Opfer mit keinerlei Kosten verbunden.

Untersucht werden (Verdachts-) Fälle von körperlicher und sexueller Gewalt, sowie Kindesmisshandlung und Kindesmissbrauch. Darüber hinaus werden auch Folterspurenuntersuchungen und deren Dokumentation angeboten. Weiters werden regelmäßig forensische Altersschätzungen im Straf- und Asylverfahren durchgeführt.

 
Möglichst zeitnahe Untersuchungen
 
 

Körperliche und sexuelle Gewalt stellen ein gesamtgesellschaftliches Problem dar, da sie in allen Bevölkerungsschichten und in allen Altersgruppen unabhängig vom Geschlecht vorkommt. Eine forensische Untersuchung in zeitlicher Nähe zur Gewalteinwirkung ist insbesondere in Fällen von sexueller Gewalt von größter Bedeutung. Hier ist eine zeitnahe Untersuchung nicht nur anzustreben, sondern aus beweistechnischer Sicht in jedem Fall erforderlich. Mit zunehmendem Zeitfenster zwischen Gewaltereignis und forensischer Untersuchung nehmen die Erfolgsaussichten für eine erfolgreiche Sicherung von biologischen Spuren und toxikologischer Asservate deutlich ab. Auch im Hinblick auf möglicherweise notwendige therapeutische Maßnahmen, wie z.B. Postexpositionsprophylaxe (Maßnahmen, um eine Infektionskrankheit zu verhindern) und Maßnahmen zu Verhinderung einer Schwangerschaft („Pille danach"), ist eine tatzeitnahe Untersuchung anzustreben.

 
Erfahrene SpezialistInnen
Detaillierte Befunderhebung © Foto: Wiesner
Detaillierte BefunderhebungDetaillierte Befunderhebung© Foto: Wiesner
 

Die Untersuchungen in Fällen sexueller Gewalt werden von erfahrenen ÄrztInnen der Klinisch-Forensischen Untersuchungsstelle, die auf die Untersuchung und Dokumentation körperlicher und sexueller Gewalt spezialisiert sind, gemeinsam mit FachärztInnen für Gynäkologie der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des LKH - Univ. Klinikum Graz durchgeführt. Untersuchungen nach körperlicher Gewalt finden in der Regel an der Klinisch-Forensischen Untersuchungsstelle, Universitätsplatz 4/2, Institut für Gerichtliche Medizin, statt. Im Bedarfsfall werden forensische Untersuchungen auch konsiliarisch in sämtlichen Abteilungen des LKH - Univ. Klinikums Graz angeboten und fallweise auch auswärts in anderen Spitälern oder medizinischen Einrichtungen durchgeführt.

 
Unterstützt von der Stadt Graz
Einfühlsame Untersuchung von Kindern in ruhiger Atmosphäre. © Foto: Wiesner
Einfühlsame Untersuchung von Kindern in ruhiger Atmosphäre.Einfühlsame Untersuchung von Kindern in ruhiger Atmosphäre.© Foto: Wiesner
 

Im Rahmen der körperlichen Untersuchung werden Verletzungsbefunde detailliert erhoben und sowohl schriftlich, als auch mittels Körperschemaskizzen dokumentiert und zusätzlich fotografisch festgehalten. Im Bedarfsfall werden biologische Spuren, z.B. DNA-Abstriche, Blut, Harn, Kleidung, asserviert und gerichtsfest aufbewahrt. Im Rahmen der klinisch-forensischen Untersuchung erfolgt auch eine Aufklärung über weitere Betreuungsmöglichkeiten, die Vermittlung entsprechender Angebote wie z. B. weiterführende medizinische Abklärung und Behandlung, Betreuung durch Opferhilfseinrichtungen sowie psychologische und/oder rechtliche Beratung.

Bei Bedarf kann die forensische Interpretation der erhobenen Befunde im Sinne eines gerichtsmedizinischen Gutachtens jederzeit erfolgen.

Es bestehen enge Kooperationen mit anderen, mit Fällen körperlicher/sexualisierter Gewalt betroffenen Einrichtungen, beispielsweise nehmen die ÄrztInnen der Untersuchungsstelle an den regelmäßigen Treffen der Kinderschutzgruppe des LKH-Universitätsklinikum Graz teil.

Das klinisch-forensisches Expertenwissen der UntersuchungsstellenärztInnen wird auch im Rahmen von Fortbildungen und Schulungen an mit forensischen Fragestellungen betroffene Personen vermittelt. 

Die Klinisch-Forensische Untersuchungsstelle wurde von der Stadt Graz in den Jahren 2015 und 2016 in Form einer Subvention unterstützt.

 
Kontakt

Klinisch-Forensische Untersuchungsstelle

Universitätsplatz 4/2. Stock
8010 Graz
Österreich

Rufbereitschaft: Tel. 0664 843 8241

Di, Mi, Do: 8 bis 16 Uhr, Fr 8 Uhr bis Mo 16 Uhr durchgehend

 
  • Bildvergrößerung
  • Bildvergrößerung
  • Bildvergrößerung
  • Bildvergrößerung
Bildergalerie Übersichtzurückweiter
Bildergalerie ÜbersichtZurück zur Detailansicht
 
  • Bildvergrößerung Bildvergrößerung Bildvergrößerung
     
     
    Bildvergrößerung


zurückweiter

Autorin: Dr. Isabella Klasinc
Institut für Gerichtliche Medizin, Medizinische Universität Graz
Ludwig Boltzmann Institut für Klinisch-Forensische Bildgebung

 
War diese Information für Sie nützlich?

Danke für Ihre Bewertung. Jeder Beitrag kann nur einmal bewertet werden.

Die durchschnittliche Bewertung dieses Beitrages liegt bei ( Bewertungen).

  • socialbuttons