StadtGRAZ
e.l.m.a.s.

Die Not der Zeit ist der Verlust der Wahrnehmung. Den Menschen ist ob der abstrakten Verhältnisse Hören und Sehen vergangen. Sie trauen ihren Sinnen nicht mehr. Ihre Köpfe sind längst härter als die Dinge. Dadurch werden nicht nur die Köpfe, sondern auch die Dinge nach und nach gespenstisch. Eine Welt von neuen Ungeheuern ist entstanden. Niemand vermag mehr zu entscheiden, ob sie von außen oder von innen kommen. Das Untote, dieser Alp der Geschichte, wächst um die Dinge herum ebenso wie in den Köpfen. Die Angst nötigt zu weiterer Selbstverschließung. Das Wirkliche schwindet, und es bleibt inzwischen ungewiß, ob in der Tat noch etwas geschieht oder ob alles nur eingebildet ist. Diese Not der Zeit läuft auf eine Situation hinaus, die noch nie dagewesen ist. Die menschliche Innerlichkeit wird zu einem universalen Gefängnis umgebaut ...

Dietmar Kamper,
Hieroglyphen der Zeit.
Texte vom Fremdwerden der Welt.
Edition Akzente,
Hanser Verlag. 1988


 

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Magistrat Graz, Rathauskorrespondenz