StadtGRAZ
e.l.m.a.s.

Städtischer Lebensraum entspricht selten den Anforderungen derer, die darin leben. Wir fügen uns grundsätzlich den bautechnischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einer Stadt. Das Vorhandene bestimmt weitgehend die Möglichkeiten von Gegenwart und Zukunft. Dennoch verändert sich jede Stadt gleichsam von innen heraus. Diese Veränderungen bestimmen nicht nur nachhaltig unser städtisches Lebensgefühl, sie markieren auch frühzeitig die vorerst emotionale Richtung, in die sich eine Stadt dann langfristig und substantiell entwickeln wird. Eine wichtige Voraussetzung für einen harmonisierten Verlauf städtischer Neuerung dieser Art sind offene und frei zugängliche Orte des Erlebens und Gestaltens. Denn jede Änderung städtischen Befindens veröffentlicht zunächst ihre Anfänge in der einen oder anderen Form eines Kunstzeugnisses, das es ihrer unmittelbaren Umgebung spontan ausstellt; im positiven wie im negativen Sinn. Nirgendwo sonst läßt sich die Stimmung einer Stadt so vorzeitig und öffentlich ablesen und besprechen, nirgendwo sonst zeigt sie sich öffentlich unverblümter und aufgebrachter als auf den kulturellen Nebenschauplätzen einer Stadt. Fehlt es an solchen Möglichkeiten und Einrichtungen, durchwandert die Sehnsucht nach einer teilnehmenden Gemeinschaft die Halbwelten der Zapfhähne, Gerüchteküchen und Brandstifter und findet nicht selten gewaltsam an eine bloß noch protokollierende Medienöffentlichkeit zurück.


Die
Stimmung



Theke
Scheinwerfer
Neben zukunftsfähigen technischen, wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Voraussetzungen benötigt eine lebenswerte Stadt vielfältige, gemeinschafts- und identitätsstiftende kulturelle Einrichtungen, abseits der Orchestergräben und Logen. Im Nachhall der beherrschten Kopfstimmen einer repräsentativen Stadtkultur machen sich die in den Kellergewölben und Provisorien angeschlagenen Untertöne vielleicht kläglich aus; schon dieser Wahrnehmung nach, kommen sie der Wirklichkeit unseres Befindens aber oft näher als parfumierte Zeitgeister der Klassik oder Moderne.

In der Weitläufigkeit städtischer Kulturlandschaften finden nicht nur Minderheiten zu ihrer Gemeinschaft und Gemeinschaften ihre notwendigen Spielräume, es findet darin nicht nur Lebensäußerung, sondern auch Veränderung von innen heraus statt; und schließlich gewinnen wir fortwährend Einsichten über Lebensumstände und Neuland in der fast unveränderbaren architektonischen Enge einer über Jahrhunderte gewachsenen Stadt.


 

< Übersicht

Weiter >
ZurueckZum Seitenanfang

Magistrat Graz, Rathauskorrespondenz