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Innenministerium
Probleme mit neuer Software lassen auch Graz schwitzen
5. April 2005

Was zuletzt traditionell eine Frage weniger Minuten war, wird zum Geduldspiel: Die Rede ist vom Meldeservice der Stadt Graz, das im ServiceCenter in der Schmiedgasse, in manchen Bezirksämtern sowie in der Beethovenstraße 9 angeboten wird. Hatten die Grazerinnen und Grazer in den vergangenen Jahren ihre Meldezettel und Bescheinigungen sofort in die Hände gedrückt bekommen, muss man seit Beginn dieser Woche mit langen Verzögerungen rechnen. Den Grund nennt die Leiterin des BürgerInnenamtes, Dr. Ingrid Bardeau: "Im Innenministerium wurde für das so genannte Zentrale Melderegister ZMR, auf das alle Verwaltungsbehörden zugreifen, eine neue Software namens ZMR2 installiert. Das funktionierte aber nur ganz kurze Zeit, dann kam es zum totalen Zusammenbruch. Und seither können wir unser gewohntes Service im Dienst der Grazer Bürgerinnen und Bürger nicht mehr wie gewohnt anbieten, da derzeit das System nur phasenweise funktioniert! Jetzt ist also flexibles Reagieren der Verwaltung gefragt."

Arbeitsausfälle

Im Klartext heißt das: Wer diese Woche zur An-, Um- oder Abmeldung in die betreffende städtische Servicestelle kam, konnte lediglich seine Unterlagen abgeben. Diese wurden und werden von den Bediensteten entgegen genommen und kopiert. Erst nachträglich, wenn das ZMR2 hoffentlich irgendwann klaglos funktioniert, können die Daten händisch nachbearbeitet und ins Zentrale Melderegister eingegeben werden. Der Ausdruck wird danach per Post ausgesandt. Wie lange es dauern wird, bis die Betroffenen ihre Meldezettel nach Hause nachgeschickt bekommen, kann derzeit nicht abgeschätzt werden. Im Innenministerium gibt man die "Arbeitsausfälle" des neues Systems zu und versichert, bemüht zu sein, die Probleme lösen zu können. In umfangreichen Tests vor der Inbetriebnahme habe das System funktioniert, wird beteuert.

Verärgerung

Dennoch führt der jetzige totale Zusammenbruch in den Kommunen für Verärgerung, weiß der fürs Grazer BürgerInnenamt zuständige Bürgermeister-Stellvertreter Walter Ferk. Er appelliert an die Bevölkerung, Verständnis für die städtischen Bediensteten zu zeigen, die völlig unverschuldet zum Handkuss gekommen seien: "Ich kann nur um Geduld bitten, möchte gleichzeitig aber das Innenministerium auffordern, so schnell wie möglich wieder für geordnete Verhältnisse zu sorgen!" Wo das zulässig sei, werde die Stadt die Anliegen ihrer Bewohner entgegenkommend und kulant behandeln.

Ausnahmegenehmigungen

Konkret bedeutet das laut Bardeau, dass man niemanden wegschicken wolle: "Wir nehmen eben alles auf und müssen die Daten später ins System nachgeben. Betroffen vom Ausfall sind auch die Ausnahmegenehmigungen für die blauen Zonen; auch hier versuchen wir, bürgerfreundliche Lösungen zu finden!" Meldebestätigungen und Meldeauskünfte können allerdings derzeit bei bestem Willen nicht ausgegeben werden - diese werden den Betroffenen nachgeschickt, sobald das System des Innenministeriums klaglos funktioniert.

Quelle: Wolfgang Maget

MIK



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