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Jochen Rindt: 30. Todestag einer Legende
5. September 2000

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Anlässlich des 30. Todestages von Jochen Rind enthüllte Stadtrat Helmut Strobl gemeinsam mit Nina und Natascha Rindt eine Gedenktafel am Ruckerlberggürtel 16 zu Ehren des weltberühmten Formel-1-Weltmeisters, ehe der Ferrari-Konvoi zur Kranzniederlegung am Zentralfriedhof aufbrach. News
Fotos: Schiffer

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Hunderte Motorsportbegeisterte und Ferrari-Fans gaben heute einem Grazer die Ehre, der schon zu Lebzeiten eine Legende war: Anlässlich des 30. Todestages des Formel-1-Idols Jochen Rindt enthüllte Stadtrat Dipl.-Ing. Helmut Strobl im Beisein von Rindt-Witwe Nina und deren Tochter Natascha am Ruckerlberggürtel 16 - jenem Haus, in dem der aus Mainz stammende Rotschopf seine Kindheit verbrachte - eine Gedenktafel zu Ehren des berühmten Motorsportlers.
Bekanntlich verunglückte Rindt am 5. September 1970 beim Abschlusstraining zum Großen Preis von Italien in Monza wegen eines technischen Gebrechens tödlich: beim Anbremsen der berüchtigten "Parabolica" brach die rechte vordere Bremswelle seines Lotus 72; nach dem dadurch verursachten Unfall kam für den 28-Jährigen jede Hilfe zu spät.

In seiner Laudatio würdigte Strobl Jochen Rindt als einen großen Sohn der Stadt Graz, "als einen unbekümmerten, risikobereiten Draufgänger mit einzigartigem Charisma in einer Zeit aufbegehrender Jugend". "Alle diese Eigenschaften haben ihn zum James Dean des Motorsports gemacht", verglich ihn der Kulturstadtrat mit dem ebenfalls früh verstorbenen amerikanischen Film-Idol. Die Zeit sei arm geworden an derartigen Persönlichkeiten, bedauerte Strobl, nicht ohne hinzuzufügen, dass die GrazerInnen auch nach drei Jahrzehnten noch immer stolz auf "ihren" Jochen seien und ihn nie vergessen würden. Das wolle die Stadt auch mit der heute feierlich enthüllten Gedenktafel zum Ausdruck bringen, womit der so Geehrte in einer Reihe stünde mit Johannes Kepler, Erzherzog Franz Ferdinand, Peter Rosegger oder Robert Stolz, also Menschen, die ebenfalls wegen ihrer außergewöhnlichen Verdienste von der Stadt Graz ausgezeichnet wurden.

Jochen Rindt kam am 18. April 1942 in Mainz zur Welt. Mit 15 Monaten verlor er seine Eltern durch einen Bombenangriff und wurde von seinen Grazer Großeltern aufgenommen. Schon früh entdeckte er seine Leidenschaft für den Rennsport. Mit seinem Alfa Romeo Giulietta fuhr er bereits 1962 erfolgreich mehrere Rennen, ehe er 1963 in den Profi-Rennsport einstieg und sich mit seinem Cooper FJ mit der damaligen Weltelite messen konnte. 1964 erster Sieg bei der Formel 2 in Crystal Palace, 1964 Formel-1-Debüt auf einem Brabham BT-11 am Flughafen Zeltweg, dann der große Durchbruch beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans: gemeinsam mit dem Amerikaner Masten Gregory feierte Rindt im Jahr 1965 auf seinem Ferrari 250 LM seinen wohl größten Sieg. Am 5. März 1967 heiratete Jochen die Finnin Nina Lincoln, am 7. August 1968 kam Tochter Natascha zur Welt. Nach zwei weniger erfolgreichen Jahren in der Formel 1 unterschrieb er 1969 einen Vertrag bei Lotus mit den Worten: "Bei Lotus kann ich Weltmeister werden. Oder sterben. Dieses Risiko gehe ich ein."
Rindt wurde Weltmeister, auch wenn er es selbst nicht mehr miterleben durfte: Nach einer Serie von Siegen in seinen Lotus-Boliden in Holland, Frankreich, England und Deutschland lag er 1970 schon unangefochten an der WM-Spitze, ehe es zu seinem tragischen Unfall in Monza kam, den er nicht überleben sollte. 1970 wurde der berühmte Grazer posthum zum Weltmeister der Formel 1 ernannt.

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Magistrat Graz, Rathauskorrespondenz