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2020: Graz gedenkt Jochen Rindt

Eröffnung des Gedenkjahres am 2. September

Die Teilnehmer vor der BIM © Stadt Graz/Fischer
© Stadt Graz/Fischer

Am 2. September 2020 fand die Präsentation der Jochen-Rindt-Straßenbahn sowie ein Pressegespräch mit Familienmitgliedern und Weggefährten statt. TeilnehmerInnen waren von links nach rechts: Bürgermeister Siegfried Nagl, Tochter Natascha Rindt, Red Bull Motorsportchef Helmut Marko, Halbbruder Uwe Eisleben und Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer.

Hier finden Sie sämtliche Informationen zur Veranstaltung.

Highlight-Video der Gedenkveranstaltung

Grazer Rennsport-Ikone

Jochen Rindt war der einzige Formel-1-Weltmeister, der seine Krönung nicht mehr erleben durfte. Der Grazer verunglückte am 5. September 1970 beim Training zum Grand Prix in Monza mit seinem Lotus-Rennwagen tödlich. Sein Punktevorsprung war damals jedoch schon so groß, dass ihn auch sein stärkster Kontrahent, Jacky Ickx, nicht mehr einholen konnte. Am 4. Oktober wurde Rindt so posthum zum F1-Weltmeister der Saison 1970 ernannt.

Jochen Rindt war bereits zu Lebzeiten eine Ikone. Seine Rennsport-Erfolge, ob Formel 1 oder des 24-Stunden-Rennens von Le Mans, erhielten internationale Aufmerksamkeit. Die Gesellschaft profitierte darüber hinaus von seinem Auftreten, seiner vermittelten Lebenseinstellung und seiner Weltoffenheit. Die Anteilnahme bei seinem Begräbnis am Grazer Zentralfriedhof war im In- und Ausland riesengroß. Dieser traurige Anlass rückte Graz erstmals in der Nachkriegszeit in den Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit. Noch heute erfährt sein Ehrengrab einen starken, steten BesucherInnenstrom.

Jochen Rindt mit seiner Frau Nina. © Stadt Graz/Getty Images/PopperfotoJochen Rindt vor dem Rennen. © Stadt Graz/Getty Images/Bernard CahierJochen Rindt in seinem Formel 1-Wagen. © Stadt Graz/Getty Images/PopperfotoGraham Hill und Jochen Rindt - dieses Bild steht unter "Mehr zum Thema" zum Download zur Verfügung © Stadt Graz/GEPA picturesJochen Rindt bei seinem letzten Sieg in Hockenheim 1970 - dieses Bild steht unter "Mehr zum Thema" zum Download zur Verfügung © Stadt Graz/GEPA picturesDie Stele von Jochen Rindt - dieses Bild steht unter "Mehr zum Thema" zum Download zur Verfügung © Stadt Graz/MazelleDie Stele von Jochen Rindt - dieses Bild steht unter "Mehr zum Thema" zum Download zur Verfügung © Stadt Graz/GEPA pictures/Christian WalgramDie Stele von Jochen Rindt - dieses Bild steht unter "Mehr zum Thema" zum Download zur Verfügung © Stadt Graz/GEPA pictures/Andreas PranterEin Cut-up von Weggefährten Dr. Helmut Marko - dieses Bild steht unter "Mehr zum Thema" zum Download zur Verfügung © Stadt Graz/GEPA picturesDas Ehrengrab von Jochen Rindt - dieses Bild steht unter "Mehr zum Thema" zum Download zur Verfügung © Stadt Graz/MazelleDie Jochen Rindt-Gedenktafel aus seinem Heimatbezirk St. Leonhard - dieses Bild steht unter "Mehr zum Thema" zum Download zur Verfügung © Stadt Graz/Molnar

Schwerpunkte im Jahr 2020

So wird der Jochen-Rindt-Platz aussehen. © pixlab studios/Büro Freiland ZT
So wird der Jochen-Rindt-Platz aussehen.© pixlab studios/Büro Freiland ZT
Die Lage des Jochen-Rindt-Platzes © Stadt Graz/Stadtvermessung
Die Lage des Jochen-Rindt-Platzes© Stadt Graz/Stadtvermessung

Benennung des Jochen-Rindt-Platzes in Reininghaus

  • Lage: an der Wetzelsdorfer Straße zwischen UNESCO Esplanade und Domenico-dell'Allio-Allee
  • Planung einer eigenen Straßenbahn-Station „Jochen-Rindt-Platz"
  • Benennung vorbehaltlich aller nötigen Gremialbeschlüsse der Stadt Graz

Festakt

  • Festakt mit der symbolischen Enthüllung einer Platztafel nach Beschluss des Grazer Gemeinderates im GrazMuseum.
  • Erinnerung einiger internationaler Wegbegleiter von Jochen Rindt
  • Goldene Bucheintragung von Nina Rindt (Witwe von Jochen Rindt) und weiteren Familienangehörigen
  • Anmerkung: Der Termin des Festakts steht aufgrund des Coronavirus derzeit noch nicht fest.

Ausstellung „Jochen Rindt - die Grazer Jahre" im GrazMuseum

  • Erdgeschoß: zwei originale Rindt-Fahrzeuge, eines davon ist der Ford GT 40 mit dem Rindt 1966 das Rennen in Le Mans bestritt, weitere Objekte seiner Jugend und seines Rennsportlebens werden in der sogenannten „Schatzkammer" ausgestellt.
  • 2. Obergeschoß: siehe Presseunterlage GrazMuseum
  • Anmerkung: Der Start der Ausstellung steht aufgrund des Coronavirus derzeit noch nicht fest.

Jochen Rindt-Straßenbahn

  • Beklebung einer Straßenbahn
  • Gestaltung einiger Straßenbahn-Haltestationen im Stadtgebiet

Laufende Pflege des Ehrengrabes

  • steter Strom von BesucherInnen, zahlreiche Lichter und Gedenkschreiben vor dem Grab am Zentralfriedhof; Pflege des Ehrengrabes durch das Kulturamt Graz

Kommunikative Aktivitäten

  • unter anderem Themenschwerpunkt in der BIG - BürgerInneninformation Graz
  • laufende Berichterstattung über die Schwerpunkte auf den digitalen Medien der Stadt Graz

Der Dank der Stadt Graz gilt allen Unterstützerinnen und Unterstützern der Gedenkaktivitäten im Jahr 2020!

Stimmen von der Eröffnungs-Pressekonferenz am 6. Dezember 2019

Bürgermeister Nagl und Dr. Marko mit einem historischen Rennanzug von Jochen Rindt © Stadt Graz/Fischer
Bürgermeister Nagl und Dr. Marko mit einem historischen Rennanzug von Jochen Rindt© Stadt Graz/Fischer

Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl: "Wir wollen das Ansehen von Jochen Rindt dauerhaft in Graz gewährleisten. Anlässlich seines 50. Todestages im kommenden Jahr wird es für die Rennsportlegende deshalb ein besonderes Gedenken über einen längeren Zeitraum geben."

Dr. Helmut Marko, Red Bull Motorsportchef: "Begonnen hat unsere Bekanntschaft im Mopedalter, so mit 16 Jahren. Jochen ging schon damals immer ans Limit, er wollte stets der Beste sein. In unserer Grazer Zeit haben wir an den Wochenenden das Partyleben der Stadt in vollen Zügen genossen. Jochen war der Popstar des Motorsports."

Sein Leben

Der Formel-1-Fahrer Jochen Rindt war einer der erfolgreichsten österreichischen Profisportler. Bereits in jungen Jahren entdeckte er seine Liebe zu schnellen Autos, die ihm in späteren Jahren zum Verhängnis werden sollte.

Jochen Rindt, Sohn eines Deutschen und einer Grazerin, wurde am 18. April 1942 in Mainz, Deutschland, geboren. Als er gerade einmal 15 Monate alt war, kamen seine Eltern bei einem Fliegerangriff ums Leben. Die Eltern seiner Mutter holten ihn zu sich nach Graz, wo er seine ganze Kindheit und Jugend verbrachte.

Der junge Grazer konnte bald seine ersten Autorennen für sich entscheiden und fuhr anfangs in der Formel Junior. Später wechselte der Motorsportler in die Formel 2, in der er insgesamt 29 Rennen gewann. 1965 gewann er außerdem das 24-Stunden-Rennen von Le Mans.

Jochen Rindt versuchte lange Zeit sein Glück in der Formel 1, doch weder seine Einsätze für das Cooper-Team noch jenes für Brabham waren von Erfolg gekrönt. Erst mit seinem Wechsel zu Lotus wendete sich das Schicksal: Rindt gewann im Jahr 1970 fünf Rennen, bevor es zum Grand Prix nach Italien ging. Als bei diesem Rennen eine Bremswelle brach, verunglückte der Rennfahrer im Training tödlich. Sein Punktevorsprung auf die anderen Fahrer war jedoch so groß, dass Jochen Rindt posthum zum Formel-1-Weltmeister von 1970 erklärt wurde.

Süße Erinnerungen

Zum 50. Todestag von Jochen Rindt bäckt Konditorin Lilli Philipp einen „süßen Rennreifen" aus Windbäckerei und weißer sowie dunkler Schokolade. Die schmackhafte Hommage an die Rennsportlegende erinnert auch an die Freundschaft zwischen der Motorsportlegende und der Konditorlegende, Lillis Vater.

Da sich das Wohnhaus, in dem Jochen Rindt ab 1943 in Graz lebte, in unmittelbarer Nähe zur Konditorei befindet, hat Lilli Philipp zahlreiche amüsante Erinnerungen: „Jochen war ein ziemlicher Lauser. Mein Vater hat mir erzählt, wie er immer in die Backstube gesaust kam, um sich eine Windbäckerei zu stibitzen. Diese Nascherei war wohl sein Favorit in unserem Süßspeisenangebot. Jochen hat meine Oma da ein bisserl ausgetrickst, damit sie seinen Schabernack nicht mitbekommt. Aber sie haben sich immer sehr über seine spontanen Besuche gefreut."

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